Kurven nähen: Viele Nähanfänger haben Angst vor kurvigen Nähten. Mit meinen Tipps schaffst du es aber locker - egal, ob sich die Rundung nach innen oder nach außen wölbt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kurven und Rundungen sind auch für Anfänger leicht zu nähen
- Für gerundete Nähte solltest du eine kurze Stichlänge einstellen: 1,2 - 1,6 mm sind ideal
- Die Nahtzugabe der fertigen Naht sollte mit einer Zackenschere eingekürzt werden
Kurven und Rundungen nähen
Spätestens, wenn es darum geht, ein einfaches T-Shirt zu nähen oder eine Tasche mit gerundeten Ecken, kommst du aber nicht mehr drum herum. Aber du schaffst das, garantiert! Dabei helfen dir ein paar ganz einfache Tricks.
Übrigens: Wenn du es rundlich liebst: In unserer Anleitung zeigen wir dir einen coolen Trick, wie du perfekte Kreise nähst.
Tipps zum Kurven nähen
- Nähe die Naht mit einem kurzen (!) Geradstich. Je länger der Stich, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Rundung sich nicht so geschmeidig ausformen lässt, wie du es dir wünscht.
- Nähe langsam und folge der Rundung ganz in Ruhe.
- Bei vielen Maschinen kann man die Nähgeschwindigkeit auch einstellen. Das hat den Vorteil, dass du dich ganz aufs Nähen konzentrieren kannst.
- Um die Richtung zu korrigieren, lässt du die Nadel im Stoff, hebst den Nähfuß, drehst den Stoff ein wenig ein, senkst den Nähfuß und nähst weiter.
Konkaver Saum: Kurve nähen bei einem nach innen gerundeten Saum
Nähe die Naht langsam und mit kurzer Stichlänge, z. B. 1,2 - 1,6 mm.


Anschließend schneidest du mit einer sehr scharfen Schere kleine Kerben in den konkaven Saum. Schneide bis 3 - 4 mm vor der Naht - achte aber darauf, die Naht selbst nicht zu verletzen.

Bügele die Nahtzugabe auseinander. Nun kannst du den Stoff wenden.

Kante gut bügeln (natürlich nicht auf der Schneidematte!) :) und auf Wunsch knappkantig absteppen.

Konvexer Saum: Kurve nähen bei einem nach außen gerundeten Saum
Auch hier ist es wichtig, mit einer kurzen Stichlänge, z. B. 1,2 - 1,6 mm zu arbeiten.
Schneide auch beim nach außen gewölbten Saum die Nahtzugabe in kurzen Abständen ein.
Damit stellst du sicher, dass sich die Nahtzugabe später gut anlegt. Achte aber auch in diesem Fall darauf, die Kerben innerhalb der Nahtzugaben zu setzen, schneide nicht durch die Naht.
Warum ist das Einkerben der Nahtzugabe eigentlich so wichtig?
Durch die Rundung entsteht eine Mehrweite, die ja beim Wenden nach innen geschlagen wird. Viel Weite muss also auf kleinerem Raum Platz finden.
Die Kerben gewährleisten, dass das gelingen kann. Nach dem Wenden liegen die Schnittkanten der kleinen Kerben dicht an dicht nach innen.
Das Ergebnis ist eine schöne flache Naht.

Bügele die Nahtzugaben auseinander und wende den Stoff.

Rundungen bügeln: So geht's
Ich zeige dir die Technik am Beispiel eines runden Beutels.
Vor dem Wenden oder Verstürzen des Stoffes solltest du die Nahtzugabe immer einkürzen.
Für Eilige eignet sich statt des Einkerbens auch gut die Zackenschere.

So sollte es dann aussehen:

Jetzt kannst du den Stoff verstürzen, also auf die rechte Seite umwenden.
Als nächstes brauchst du einen Holzlöffel mit langem Stiel und dein Bügeleisen.
Gib dem Stoff einen ordentlichen Dampfstoß ohne dass die Sohle des Bügeleisens Kontakt mit dem Stoff hat.

Jetzt brauchst du den Holzlöffel.

Führe den Löffelstiel durch die Wendeöffnung.
Presse ihn mit gleichmäßigem Druck gegen die durch dem Dampf geschmeidig gewordene Naht.
Auf dem Bild kannst du gut erkennen, dass die eine Beutelseite bereits schön ausgeformt ist:


Bügle dann die sauber im Bruch liegende Naht.

Wiederhole diese Arbeitsschritte auch beim Futter.
Das ist wichtig, weil das Futter die Rundung von innen stabilisiert und auch mitformt.


Schiebe das Futter in den Beutel.
Jetzt solltest du noch einmal mit dem Holzlöffel die Naht des Futters in die Naht des Außenbeutels pressen.
Das hilft dabei, die schöne runde Form zu stabilisieren.

Perfekt! :)

Du möchtest einen runden Saum mit der Overlock nähen? In meinem Beitrag Tipps & Tricks zum Nähen mit der Overlock zeige ich dir, wie das funktioniert.
Happy simple sewing,
deine Sabine

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