Lange war mir gar nicht klar, wie praktisch so ein Overlock-Fuß ist. Wenn du auf ein paar Details achtest, gelingen dir damit schöne, saubere Overlock-Nähte. Ich zeige dir, wie der Overlockstich mit der Nähmaschine funktioniert!
Das Wichtigste auf einen Blick
- Man braucht nicht unbedingt eine Overlock-Maschine, um schöne, saubere Overlock-Stiche hinzukriegen
- Es gibt Overlockfüße oder Kantennähfüße für die meisten Nähmaschinen-Modelle, den du für einen Overlockstich benötigst
- Wenn du dehnbare Stoffe vernähst, solltest du darauf achten, eine Stretch- bzw. Jersey-Nadel zu verwenden
- Ich zeige dir woran du einen Overlockfuß erkennst, wie du diesen befestigst, wie du die Stoffkante ausrichtest, wie du den Overlockstich einstellst und wie die fertige Overlock-Naht aussieht
Du kannst diese Nahttechnik sowohl für Jersey als auch für Baumwolle und andere Stoffarten benutzen. (Siehe auch: Welcher Stoff für was?).
Für unterschiedliche Nähmaschinen-Fabrikate gibt es auch unterschiedliche Overlock-Füßchen. Die meisten kosten unter 10 Euro. Brother liefert den Overlock-Fuß meistens direkt mit. Lies hier mehr über Nähfüße und ihre Verwendung.
Falls nicht, kannst du ihn bei Amazon hier (Brother, Babylock, Singer, Janome) bestellen. Für andere Nähmaschinen (z. b. Privileg, Medion, W6, Victoria oder AEG) bekommmst du ihn hier.
- Wichtig: Die besten allgemeinen Tipps fürs Nähen mit der Overlock findest du auch auf SewSimple :)
Wenn du Jersey oder Sweat vernähst, solltest du aber darauf achten, eine Stretch- bzw. Jersey-Nadel zu verwenden. Jersey-Nadeln haben eine Ballpoint-Spitze, die durch die Löcher im Gewebe drückt, den Stoff aber nicht "zerschneidet".
Mein Nähmaschinen-Flüsterer empfiehlt die von Schmetz, ich finde aber, dass die von Prym genauso gut funktionieren.
Wichtig: Viele Overlockstiche der Nähmaschine sind nicht dehnbar. Du kannst Jersey zwar damit nähen, allerdings sind die fertigen Nähte anschließend nicht so dehnbar wie bei einer echten Overlock-Naht.
Lese-Tipp: Mehr über Nähfüße und ihre Verwendung.
Overlock-Stich (auch Fake Overlockstich genannt) mit der Nähmaschine
Das ist der normale Geradstich-Fuß. Der wird zuerst entfernt.
Dazu drückst du den kleinen Hebel an der Rückseite, bis der Fuß sich löst.

Beliebte Nähtricks
Overlock-Fuß erkennen
So sieht der Overlock-Fuß bei meiner Brother-Nähmaschine aus. Das kann je nach Hersteller ein wenig variieren.
Du kannst einen ganz normalen Kantennähfuß verwenden.


Overlock-Fuß befestigen
Nun befestigst du den Overlock-Fuß. Den Faden führst du durch die Aussparung im Nähfuß nach hinten.

Stoffkante ausrichten
Richte die Stoffkante so aus, dass sie direkt an die Führungsschiene im Nähfuß stößt:

Overlockstich einstellen
Nun stellst du einen Overlockstich ein. Es gibt je nach Maschine unterschiedliche Stichprogramme.
Diesen Overlockstich (oder einen ähnlichen) hat eigentlich jede moderne Nähmaschine.

Faden-Spannung nehmen
Führe den Stoff vorsichtig an der Schiene entlang. Dabei wird der Faden über den kleinen Metallbügel im Nähfuß geführt.
Wozu ist das gut? Um dem Faden (und damit der Naht) die Spannung zu nehmen. Auf diese Weise wird die Kante schön eingefasst ohne sich zu wellen.
Auf diesem Bild kannst du den kleinen Bügel gut erkennen.

Fertige Overlock-Naht
Und das ist die fertige Overlock-Naht.

Weitere Overlockstiche
Es gibt, wie gesagt, auch andere Overlockstiche, die aber genauso genäht werden.
Meine Brother hat zum Beispiel noch diesen Overlock-Stich:

Die Naht sieht dann so aus:


Von rechts hast du dann eine schöne, saubere Naht.

Fazit
Du siehst: Man braucht nicht unbedingt eine Overlock-Maschine, um schöne, saubere Overlock-Stiche hinzukriegen! Denk aber bei der Stichwahl daran, dass diese Overlockstiche nicht unbedingt elastisch sind.
Happy simple sewing
deine Sabine
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