Sommerdecke aus Musselin nähen: Eine leichte Kuscheldecke nähen für warme Sommernächte. Das kriegen auch Anfänger ganz locker hin. Hier kommt meine Anleitung, mit der du übrigens auch süße Babydecken nähen kannst.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Du kannst die leichte Decke in jeder beliebigen Größe nähen
- Als Material eignet sich Musselin, darauf liegt in diesem Beitrag auch der Fokus (es eignen sich aber auch z. B. Double Gauze oder Triple Gauze, ebenso wie Waffelpique, Leinen oder Baumwoll-Wirkware)
- Die Decke wird mit der Overlock oder der Haushaltsnähmaschine genäht
- Wenn du die Decke noch leichter haben möchtest, kannst du auf das Sojavlies verzichten
- Zum Absteppen der vielen Stofflagen kannst du sehr gut auch den Obertransportfuß deiner Nähmaschine verwenden
Leichte Sommerdecke aus Musselin nähen

So eine sommerlich leichte Decke aus Musselin ist wunderbar, wenn die Nächte schwül und warm sind. Und weil die Decke mit einem leichten Sojavlies genäht wird, wärmt sie dich auch in den frühen Morgenstunden. Besser geht's nicht, oder? ;)
Du kannst die kuschlige Decke übrigens aus vielen deiner Lieblings-Stoffe nähen, nicht nur aus Musselin. Neben Musselin eignen sich zum Beispiel wärmender Triple-Gauze, der wunderbar weich ist und Feuchtigkeit gut aufnimmt.
Oder kühlendes Leinen, das einen edlen Knittereffekt bekommt und nach jeder Wäsche weicher und anschmiegsamer wird.
Du kannst die Sommerdecke auch aus kräftigem Waffelpiqué nähen, der viel Luft an deine Haut lässt und dafür sorgt, dass du auch in heißen Nächten einen kühlen Kopf bewahrst. ;)
Du kannst statt Sojavlies auch prima Baumwollvlies verwenden. Ich wollte allerdings gerne "Natur Pur", und weil Baumwollvlies oft einen Anteil Synthetik enthält, habe ich mich für 100% Sojavlies entschieden. Fühlt sich toll an!
Möchtest du mehr über die Verarbeitung von Musselin erfahren?
Wasche die Stoffe unbedingt vor der Verarbeitung. Wenn Stoffe beim Waschen unterschiedlich einlaufen, kann sich sonst die gesamte Decke verziehen. :)
Materialien für die Musselin-Decke
- 2 x 2 m Musselin, Waffelpiqué, Leinen oder Baumwollstoff (z. B. in kontrastierenden Farben
- 2 m Sojavlies (du kannst auch Baumwollvlies verwenden oder ganz auf ein Vlies verzichten)
- Lineal
- Schneidematte
- Rollschneider
- Schere
- Stecknadeln
- Nähgarn
Hinweis: Ich schneide Musselin gerne mit dem Rollschneider oder mit der Elektroschere zu, weil ich das viel einfacher finde als mit der Schere. Bei mehreren Stofflagen finde ich speziell die Elektroschere super, weil sie echt die Handgelenke schont... ;)

Kleiner Exkurs: Große Stoffstücke zuschneiden
Diese Tricks kannst du anwenden, wenn du zum Beispiel Vorhänge, Bettlaken oder Tischdecken selber nähen möchtest. Aber auch für das Backing von Quilts & Co. kannst du mit diesen Tipps arbeiten.
Du stehst jetzt vielleicht zum ersten Mal vor der Herausforderung, große Stoffteile zuzuschneiden. Auf den Stoffladen kannst du dich nicht unbedingt verlassen: Auch dort werden Stoffe manchmal einfach ein bisschen schief zugeschnitten.
Also musst du selbst nochmal Hand anlegen. Ist aber kein Drama, hier kommen meine Tipps:
- wenn sich der Stoff gut reißen lässt, kannst du ihn reißen statt ihn zu schneiden
- fadengerade schneiden: Ziehe einen Kett- oder Schussfaden und schneide den Stoff in der Lücke, die der Faden hinterlassen hat
- falte den Stoff zur Hälfte und schneide ihn mit einem Patchworklineal
- schneide den Stoff auf einem Fliesen- oder Parkettboden und orientiere dich an den Fugen
- verwende eine Yogamatte, um den Stoff auszurichten, zu beschweren oder zu schneiden
- stärke den Stoff, bevor du ihn schneidest, dann verzieht er sich weniger
- schneide den Stoff auf einem Teppich und verwende dessen Kanten als Lineal
- schneide den Stoff z. B. auf einer Tischtennisplatte zu
- verwende eine Bodenschutzmatte (z.B. von Ikea) als Schnittmuster
- verwende eine fertige Decke als Schnittmuster
Es hilft auch, den Stoff mit einem kleinen Stück doppelseitigem Klebeband am Boden zu fixieren.
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