Babydecke nähen: Ein süßes Projekt, das sich auch toll als Geschenk oder Taufdecke eignet. Mit meinen Anleitungen kannst du direkt loslegen und eine kuschelige Kinderdecke ohne Schnittmuster nähen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- In diesem Beitrag erfährst du, welche Stoffe sich für Babydecken eignen
- Ich zeige dir 3 Varianten, mit denen du kuschelige Steppdecken ganz einfach selber nähen kannst
- Ich zeige dir grundlegende Techniken des Patchworkens
- In der Anleitung findest du Tipps und Tricks zum Quilten und Einfassen der Patchworkdecke
- Nählevel: Anfänger
- Nähzeit Patchworkdecke: 2 - 3 Stunden
- Nähzeit verstürzte Babydecke: 30 Min.
- Nähzeit Babydecke aus Steppstoff: 30 Min.
Warum sollte ich eine Babydecke selber nähen?
Ganz einfach: Weil es kaum ein schöneres und individuelleres Geschenk für ein Baby gibt. Da macht allein schon das Nähen unglaublich happy.
Was auch sehr cool ist: die Möglichkeit, Stoffreste zu verwerten oder Erinnerungs-Kleidungsstücke der Großeltern oder von Mama und Papa zu verarbeiten. Manchmal ist so ein selbst genähte Babyquilt ein besonderes Erinnerungsstück, das gerne aufbewahrt oder weitergegeben wird. Es gibt Babydecken, die begleiten Familien seit Jahrzehnten. Das ist eine besondere Wertschätzung, finde ich. Und schon ein bisschen was anderes als Babykleidung zu nähen. :)
Na klar, eine Babyhose nähen oder Lätzchen nähen macht auch einen Riesenspaß. Oder vielleicht hast du schon mal versucht, ein Babyshirt zu nähen. Kleidung für Babies ist natürlich auch ein wertiges Geschenk. Und selbstverständlich wird sie immer gebraucht und ist im Handumdrehen gezaubert. Wie man zum Beispiel einen praktischen und zuckersüßen Babybody nähen kann, zeige ich dir auch hier auf dem Blog.
Aber anders als Kleidung, aus der die Kids immer ruckzuck raus wachsen, begleitet eine Patchworkdecke Kinder oft viele Jahre lang: als Krabbeldecke oder leichte Sommerbettdecke, zum Spielen oder Kuscheln.
Was liegt also näher, als eine individuelle Kuschel- oder Krabbeldecke selber zu nähen?
Übrigens: Der Unterschied zwischen Quilt nähen im Gegensatz zur Patchworkdecke? Die Patchworkdecke wird auf jeden Fall aus mehreren Stoffzuschnitten gezaubert. Der Quilt kann auch aus einem einzigen Stoffstück bestehen. "Quilten" bedeutet nämlich nur, dass die Stofflagen durch Stiche per Hand oder mit der Nähmaschine miteinander verbunden sind.
Aber natürlich kannst du auch eine Patchworkdecke quilten. Dann kannst du entscheiden, ob die du Patchworkdecke oder Quilt nennst. :)

Wofür kann ich die Babydecke verwenden?
So eine liebevoll selbst genähte Babydecke eignet sich als
- Wickeldecke
- Taufdecke
- Schmusedecke
- Auflage auf der Wickelkommode
- Unterlage im Laufstall
- Krabbeldecke
- leichte Steppdecke
- Autodecke
- Kuscheldecke
- leichte Sommerdecke
- Wickelunterlage für unterwegs
- Kinderwagendecke
Kann ich auch als Anfänger eine Babydecke nähen?
Ja, kar! Gerade eine Babydecke ist für Anfänger ein tolles Projekt. Die Decke hat eine handliche Größe. Das macht es gerade Anfängern leichter. Außerdem ist die Nähzeit überschaubar. Und das bedeutet: Maximaler Erfolg bei minimalem zeitlichen Aufwand. ;)
Aus welchen Stoffen kann ich eine Babydecke nähen?

Es gibt etliche Stoffarten, mit denen du eine Decke nähen kannst. Wenn Du es noch nie gemacht hast, empfehle ich dir, lieber mit festen gewebten Stoffen zu beginnen. Diese können sich nicht so schnell verziehen und das macht es einfach schwieriger. Phantastisch ist zum Beispiel eine Baumwoll-Popeline oder ein feiner, weicher Baumwollbatist.
Auf Stoffe aus Kunstfaser würde ich verzichten. Diese Stoffe sind nicht atmungsaktiv und deshalb für Babies nicht so gut geeignet. Für die kleinen Lieblinge sind natürlich Biostoffe richtig toll.
Stoffempfehlungen für Baby- und Kinderdecken
Grundsätzlich gilt: Je besser waschbar und natürlicher, desto eher eignet sich der jeweilige Stoff als Basis für die Babydecke.
- Baumwoll-Popeline
- Baumwoll-Köper (etwas stabiler als Popeline)
- Baumwoll-Batist (etwas dünner und feiner als Popeline)
- Beschichtete Baumwolle
- Leinen
- Jeans
- Feincord
-
Musselin/Double Gauze : Dieser Stoff ist ganz besonders toll für Decken. Er ist schön leicht und fluffig aber trotzdem nicht zu dünn. Double Gauze, übersetzt Doppel Gaze ist ein herrlich feines, weiches Doppelgewebe, dass punktuell zusammengewebt ist. Musselindecken (Musselin nähen) sind gerade im Sommer ein sehr angenehmer Ersatz zu normalen Bettdecken. Kennst du eigentlich meine Anleitung zum Sommerdecke nähen?
Hier gibt es aber auch Unterschiede. Die Double Gauze Stoffe, die an Mullwindeln erinnern, sind in der Verarbeitung lockerer gewebt. Für eine Decke sind die feineren Arten besser geeignet. Sie sind auch toll für Bekleidung, wie Blusen, Röcke und Hosen. - Jersey (Baumwolle)
Du kannst die Rückseite/Unterseite der Decke aus einem anderen Stoff gestalten. Ein Wachsstoff oder Plüsch/Teddy, aber auch Fleece sind möglich. Wenn du als Rückseite einen dickeren, weichen Stoff verwendest, kannst du ggf. auch auch auf das Volumenvlies verzichten.
Verschiedene Rückseitenstoffe machen es möglich, die Decke für verschiedene Zwecke einzusetzen. Mit einer Unterseite aus Wachstuch ist die Decke zum Beispiel unempfindlich gegen Schmutz und Feuchtigkeit. Du kannst sie also auch gut im Garten oder im Park als Unterlage nehmen
Als Rückseiten-Varianten kannst du folgende Stoffe verwenden:
- Wachsstoff (laminierte Stoffe)
- Teddy- oder Plüsch
- Fleece
Lies hier mehr über meine Tipps zum Baumwollstoff nähen.
LESE-TIPP: Einen Überblick, welche Materialien sich für dein Patchwork- oder Quiltprojekt am besten eignen, bekommst du in meinem Blogbeitrag Stoffe und Vliese für Patchwork
Wie muss ich die Stoffe vorbereiten?
Vorweg: Auf der sicheren Seite bist du, wenn du deine Stoffe vorher wäscht und bügelst. Das entfernt Appretur, das ist der Oberbegriff von Substanzen, die verwendet werden, um die Stoffoberfläche zu veredeln oder widerstandsfähig zu machen. Stoffe haben ja oft eine lange Reise hinter sich bis sie in deinem Nähzimmer ankommen (da fällt mir ein: Kennst du eigentlich meine Tipps zum Thema Nähzimmer einrichten?).
Oft sind hier Mittel im Spiel, die Schimmel oder Mottenbefall verhindern sollen. Diese Mittel sollten vorab ausgewaschen werden.
Das Waschen entfernt aber nicht nur schädliche Substanzen sondern auch überschüssige Farbe. Und es vermeidet, dass der Stoff nach dem Nähen einläuft. Alles richtig gemacht. :)
Kann ich auch eine Upcycling-Babydecke aus getragener Kleidung nähen?
Du hast eventuell noch ein Kleid deiner Oma oder Opas Lieblingshemd? Statt diese zu entsorgen, kannst du sie für deinen Babyquilt verwenden. Gemixt mit neuen Stoffen entwirfst du ein ganz eigenes Erinnerungsstück für den neuen Erdenbürger. Die Decke wird so individuell wie das Kind, für das sie genäht wird. Und gleichzeitig wird man der Decke natürlich auch anmerken, mit wieviel Liebe du sie gezaubert hast.
Tipp zu Upcycling-Materialien: Auch hier achte darauf geeignete Stoffe auszuwählen. Eine Bluse aus 100 % Polyester oder Onkel Heinis Lederhose wären dann eher ungeeignet, nicht wahr?! ;)
Was bedeutet das Wort "Binding"?
Binding bedeutet das Einfassen mit Stoffstreifen oder Schrägband. Die offenen Kanten des Stoffes, in diesem Fall die Babydecke, wird eingefasst.
Du kannst mit selbst zugeschnittenen Stoffstreifen die Decke einfassen oder mit einem fertigen Schrägband. Schrägbänder werden übrigens im rechten Winkel zugeschnitten bzw. diagonal zum Fadenlauf. So wird der Stoff elastischer. Um Stoff zu sparen, ist es aber nicht immer und zwingend nötig.
Lies hier mehr über die Bedeutung englischer Nähbegriffe.
Welche Materialien brauche ich um eine Decke für Babies zu nähen?

- Stoff für die Oberseite, Unterseite und Einfass-Streifen (Binding)
- Markierstift
- Baumwollvlies
- Nähgarn
- Maßband
- Rollschneider & Schneidematte (lies mal meinen Testbericht über Schneidematten!)
- Stoffschere
- Bügeleisen und Bügelunterlage (lies gerne mehr über praktische Bügelhelfer)
- Stoffclips
- Sicherheitsnadel
Weißt du, was ein Charm Pack ist?
Die Stoffquadrate eines Charm Packs sind ca. 12,5 x 12,5 cm groß. Es sind in einer Packung 42 fertig zugeschnittene Stoffquadrate aus einer Stoffkollektion. Das ist besonders praktisch. Du brauchst dir keine Gedanken zu machen, ob die Stoffe zusammenpassen. Außerdem geht es schneller. Ein Zuschneiden ist nicht mehr nötig. Toll, was? Pack aber deine Schere oder deinen Rollschneider nicht so weit weg. Natürlich brauchst du diese Dinge später noch. 😊
Wenn Du alle Quadrate nutzt, ist die Größe für eine Babydecke perfekt. Ja, das wird immer besser!
Übrigens: Es macht viel Spaß, die Quadrate hin- und herzuschieben. Solange, bis Dir das Muster und die Kombination der Farben gut gefallen. Lass es eine Zeit lang so liegen. Vielleicht verschiebst du einige Stoffstücke noch ein paar Mal.
Ich habe das schon einmal zu Beginn gemacht:

Welches Nähgarn eignet sich für Babydecken?
Für Patchwork- und Quiltarbeiten wird normalerweise Baumwollgarn empfohlen.
Du kannst aber ein herkömmlichen Allesnäher (Polyester) verwenden. Dieses Garn haben die meisten sowieso in ihrem Bestand und wie der Name schon sagt, ist dieses Garn für ziemlich alles verwendbar. Außerdem ist es robuster. Natürlich ist auch ein Baumwollgarn sehr gut geeignet. Es ist matter und hitzebeständiger, aber dafür nicht so reißfest.
Womit schneide ich die Stoffe für die Babydecke am besten zu?
Du kannst deinen Stoff mit einer Stoffschere oder aber auch mit dem Rollschneider zuschneiden. Das hängt ganz von deinen Vorlieben ab. Ich schneide Patchworkarbeiten gerne mit einer Kombi aus Rollschneider und Patchworklineal zu. Das Ergebnis finde ich besonders sauber und ordentlich.
Lesetipp: Alles über Rollschneider
Was muss ich über Vlieseinlagen wissen?
Es gibt unzählig viel Vlieseinlagen. Du verwendest Vlies für die Standfestigkeit, das Volumen oder auch um einfach Stabilität in dein Nähprojekt zu bringen. Es gibt sie aus Kunst- und Naturfaser, aber auch eine Mischung aus beiden.
Für ein Volumenvlies in einer Babydecke gilt: Es sollte möglichst natürlich und gut waschbar sein. Ich verwende sehr gern ein Vlies aus 100% Baumwolle. Das ist schön weich, leicht und natürlich.
Ein weiterer Vorteil: Der Luftaustausch funktioniert super und es entsteht kein Hitzestau unter der Decke.
Es kommt aber immer darauf an, was du für eine Decke nähen möchtest. Wenn sie als spätere Kuscheldecke auf dem Sofa benutzt werden soll, dann nimm eine dünnere Einlage. Soll die Decke als Unterlage für den Laufstall oder Fußboden sein, dann ist ein voluminöseres Vlies – oder zwei - 3 Lagen Baumwollvlies – sinnvoller. Denk aber daran, je dicker das Vlies ist, umso unhandlicher ist dein Nähprojekt unter der Nähmaschine.
Wenn die Decke zum Einschlagen bzw. zum Wärmen des Babys sein soll, ist eine dünnere Einlage sinnvoller, da die ganze Decke dann fluffiger und nicht so steif ist.
Hier kannst du mehr erfahren: Alles über Vlieseinlagen
Lesetipp: Stoffe verstärken
Was muss meine Nähmaschine können?
Für deine Babydecke benötigt deine Nähmaschine einen einfachen Geradstich.
Wenn sie Zierstiche hat, kannst du diese Stiche später auch zum Quilten verwenden. Das ist aber kein Muss und nicht zwingend erforderlich. Außerdem kann man mit den verschiedensten Garnen, wie zum Beispiel Verlaufsgarn (da wechselt die Farbe beim Nähen automatisch) und mit einem ganz normalen Zick-Zack-Stich wunderbare Naht-Muster zaubern.
Profi-Tipp: Lege einen kleinen Teil deines Baumwollstoffes für die Oberseite der Babydecke, ein kleines Stück Vlies (Mitte) und ein Stück von dem Stoff für die Unterseite für Nahtproben beiseite. Dann kannst du prima deine Stiche, die Stichlänge oder -art ausprobieren.
Kann ich eine Babydecke mit der Overlock nähen?
Wenn Du eine Babydecke aus nur zwei Stoffteilen nähen möchtest, die einfach verstürzt wird, dann kann du diese Nähte mit einer Overlock zusammennähen. Zum Quilten, Patchworken oder für das Binding benötigst du sie nicht.
Welche Maße verwende ich am besten für eine Babydecke?
Auch hierbei kommt es darauf an, für was diese Decke genutzt werden soll. Ein Decke für das Neugeborene zum Einschlagen kann kleiner und dünner ausfallen und eine Decke, die auch dem größeren Kind von Nutzen sein soll, müsste größer genäht werden.
Genaue Maße benötigst du nicht und das ist auch ganz praktisch. Denn so kannst du deine Stoffreste nutzen, die du für dieses Projekt zur Verfügung hast. Es kommt dann nicht auf ein paar Zentimeter an. Wenn Du das Oberteil fertig genäht hast, kannst du die Unterseite und das Vlies dementsprechend zuschneiden und anpassen.
Grundsätzlich kannst du dich an diesen Maßen für Babydecken orientieren:
- Grundmaß Patchworkdecke: 70 x 100 cm
- Krabbeldecke: 100 x 100 cm oder 140 x 140 cm
- Erstlingsdecke: 65 x 65 cm
- Decke für Maxi-Cosi: 80 x 80 cm
Wie starte ich jetzt am besten?
Verschaffe dir einen Überblick über die Stoffe, die du zur Verfügung hast. So kannst du sehen, ob dir eventuell noch etwas Stoff fehlt. Natürlich kannst du auch erst dein Top (das ist das Oberteil) fertig nähen und erst dann den passenden Stoff für die Rückseite heraussuchen oder einkaufen.
Denn wenn das Oberteil fix und fertig ist, siehst du am besten, welche Farben oder Muster ganz toll zur Oberseite passen. Und du siehst genau, wieviel Stoff bzw. Vlies (Mitte) du für die Unterseite benötigst.
YouTube-Video Babydecke nähen
Fazit
Ein tolles Geschenk zur Geburt, ein Erinnerungsstück aus alten Kleidungsstücken von Oma und Opa oder einfach nur so aus nur zwei Lagen Stoff. Es macht einfach Spaß so eine Babydecke zu nähen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was Formen und Farben betrifft. Du musst dich nicht ganz genau an ein Schnittmuster halten. Und auch die Größe der Decke kannst du frei gestalten. Wie wäre es übrigens, wenn du passend zum Babyquilt noch eine Windeltasche nähen würdest?
So eine Kuscheldecke ist nicht ohne Grund ein sehr beliebtes Nähprojekt. Denn die kleinen Erdenbürger haben dann von Anfang an etwas, dass sie auch später für immer begleitet.
Aber, Vorsicht: Mach die Babydecke nicht zu groß: Denn die Gefahr, dass du sie selbst behalten möchtest, solltest du nicht unterschätzen! ;) Wenn du dich also jetzt so richtig "warm-genäht" hast, kannst du ja noch für dich selbst eine schöne Patchworkdecke nähen.
Happy simple sewing
deine Sabine

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