Selbstheilende Schneidematte - warum heißt sie eigentlich so? Und was unterscheidet gute von schlechten Schneideunterlagen? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über die nützlichen Nähhelfer wissen solltest.
Wie funktioniert eine selbstheilende Schneidematte?
Schneidematten bestehen aus mehreren Schichten Kunststoff, die die Klingen des Rollschneiders schützen und gleichzeitig vermeiden sollen, dass der Tisch Schneidespuren bekommt.

Die obere Schicht der Matte besteht meist aus einem etwas weicheren Kunststoff. Er hat die praktische Eigenschaft, Schnitte selbstständig "verheilen" zu lassen. Sofern nicht Flusen oder Fasern im Schnitt zurückbleiben, ist der Schnitt mit handelsüblichen Rollschneidern anschließend nicht mehr - oder kaum noch - zu sehen.
Eine weitere wichtige Funktion erfüllt die Schneidematte aufgrund ihrer Skalierung:
Die meisten Schneidematten sind auf Vorder- und Rückseite mit Zentimeter- und Inch-Einteilungen bedruckt. Zustätzlich mit Markierungen in diversen Winkeln. Diese helfen dir zum Beispiel, Schrägband präzise im Winkel von 45 Grad zu schneiden.
Welche Größe sollte die Schneidematte haben?
Die meisten Nähanfänger starten mit einer kleinen Schneidematte. Und merken dann, dass auch für kleinere Projekte - wie zum Beispiel das Nähen von Kinderkleidung oder Sofakissen - viel Schneideplatz erforderlich ist.
Ich empfehle, von Anfang an eine ausreichen große Schneidematte zu besorgen. Mit DIN A1 bist du praktisch jeder Näh-Herausforderung gewachsen.
Simone hat die wunderschönen (und sehr haltbaren) Omnigrid-Schneidematten in mehreren Größen am Start. Da kannst du ganz nach deinem Bedarf die richtige Größe auswählen.

Welche Arten von Schneidematten gibt es?
Von ganz klein über ganz groß zu Spezial-Schneideunterlagen gibt es ein riesiges Angebot.

Ich stelle dir an dieser Stelle einige Schneidematten vor und erkläre dir, welche besonderen Eigenschaften die jeweilige Matte mitbringt.
Die Allzweck-Schneidematte
Sie ist sowohl für das Arbeiten mit Papier wie auch mit Stoffen, Kunststoff oder Leder nutzbar. Sie verfügt meist auf Vorder- und Rückseite über Skalierungen - oft in Inches und Zentimetern.
Das ist besonders praktisch, wenn du gern amerikanisches Patchwork magst. Die Angaben dort sind fast immer in Inches.
Die Omnigrid-Schneidematten unten im Bild haben zusätzlich diagonale Markierungen, die dir exakte Winkel und Schnittlinien vorgeben.

Die faltbare Schneidematte
Seit einiger Zeit gibt es praktische faltbare Schneidematten. Eine der besonders empfehlenswerten kommt von Olfa (die ohnehin gute Matten herstellen).
In der Mitte ist diese Schneidematte mit einer Wellenteilung versehen, an der die Matte gefaltet werden kann. Dadurch lässt sich die Unterlage besser aufbewahren - sie stabilisiert sich dann auch aufrecht stehend durch die zwei Schichten selbst.
Die drehbare Schneidematte
Auf einer Drehscheibe sitzend bietet sich die drehbare Schneidematte vor allem für Patchwork- und Quilt-Fans an. Du kannst sie beim Arbeiten drehen. Dadurch musst du den Stoff nicht anheben. Das macht ein präziseres Arbeiten möglich.

Sie ist nur einseitig nutzbar und auf der Oberseite mit Einteilungen und einer Skala versehen. Der wellenförmige Rand ermöglicht einen guten Grip beim Drehen der Schneidematte. Die weiche Kunststoff-Unterseite saugt sich an der Tischplatte fest und sorgt dafür, dass die Schneidematte beim Arbeiten nicht wandert.
Auf dem Bild siehst du die drehbare Schneidematte von Prym. Sie ist in Zentimeter eingeteilt und hat einen Durchmesser von 35 cm Zentimetern. Also auch groß genug für viele kleinere Nähprojekte und zum Patchworken.
Die Kombi-Schneidematte
Eine nützliche Kombi für Patchwork-Fans: das Kombi-Patchwork-Board.
Die Matte verfügt über eine mit Sandpapier angeraute Fläche, die sich zum Markieren eignet. Die Stoffe rutschen durch die Sandpapier-Beschichtung nicht weg. Das Board verfügt über eine bügelfeste Seite - und eine kleine Schneidematte.

Insgesamt eine clevere Lösung für Patchwork und Näh-Fans mit einer Vorliebe vor kleine Näh-Projekte, zum Beispiel auch zum English Paper Piecing.
Kann man auf Schneidematten bügeln?
Auf gar keinen Fall! Schneidematten bestehen aus mehreren Schichten Kunststoff. Und der reagiert empfindlich auf Hitze. Und zwar nicht nur auf Bügelhitze.
Auch direkte Sonneneinstrahlung kann die Schneidematte dazu bringen, unschöne Wellen zu bilden. Ein akkurates Arbeiten ist dann nicht mehr möglich.
Du kannst dir aber ein kleines Tischbügelbrett bauen und auf der Schneidematte parken. Dann hast du das Bügeleisen immer in Reichweite.
Wie das im Handumdrehen funktioniert, erfährst du in meinem Beitrag Mini-Bügelbrett selber bauen.
Was darf eine selbstheilende Schneidematte kosten?
Eine gute selbstheilende Schneidematte hat ihren Preis. Meist bewegt er sich zwischen 50 und 80 Euro. Günstig und gut sind die Schneidematte von Omnigrid/Prym. Da kostet die große 90 x 60 cm große Matte um die 70 Euro. Die ebenfalls empfehlenswerte Schneidematte von OLFA kostet in derselben Größe rund 50 Euro.
Welche Qualitätsunterschiede gibt es bei Schneidematten?
Große! Hier steckt der Teufel im Detail. Beim Kauf solltest du auf folgende Kriterien achten:
- gute, übersichtliche Skalierung
- rutschhemmende Oberfläche
- insgesamt sollte die Matte nach dem Biegen schnell wieder in ihre alte Form zurück finden
- die Matte sollte aus mehreren Schichten gefertigt sein - das gewährleistet Stabilität und Flexibilität
- die Matte sollte nicht zu hart sein - sonst schließen sich die Schnitte nicht wirklich gut
Macht die Schneidematte meinen Rollschneider stumpf?
Je härter der Untergrund, desto eher neigen Rollschneider dazu stumpf zu werden.
Aber: Grundsätzlich sind Schneidematten so konstruiert, dass sie perfekt als Schneideunterlagen für Arbeiten mit dem Rollschneider funktionieren.
Trotzdem wirst du im Laufe der Zeit feststellen, dass die Klinge deines Rollschneiders nicht mehr so gut schneidet, weil der Schliff sich etwas abgenutzt hat. Das ist ganz normal.
Entweder schärfst du ihn dann mit einem Klingenschärfer (den habe ich dir ja schon in meinem Beitrag 20 Nähtipps die dein Leben verändern mal vorgestellt - ein äußerst praktisches Gerät, das dafür sorgen kann, dass man weniger Rollschneiderklingen austauschen muss) - oder du tauschst die Klinge gegen eine neue.
Mein Tipp: Tausche deine Rollschneiderklingen lieber einmal zu oft als zu selten aus. Das Schneiden mit einer stumpfen Klinge braucht unnötig viel Kraft, ist unpräzise und macht deine Schneidematte schartig.
Lesetipp: Alles über Rollschneider
Mein Tipp: Grundsätzlich ist es eine gute Idee, wenn Rollschneider und Schneidematte vom selben Hersteller sind. Dann kannst du sicher sein, dass beide Geräte perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Für die Schneidematte von Prym/Omnigrid ist der Rollschneider von Prym/Olfa fantastisch.
Wie reinigt man eine selbstheildende Schneidematte?
Mit der Zeit werden alle Schneidematten flusig und unansehnlich.
Oft wird die Oberfäche ja nicht nur mit Stoffen sondern auch mit Kleber, Kreiden, Stiften oder anderen Materialien konfrontiert.
Mit den richtigen Mitteln lassen sie sich aber wunderbar reinigen.

Wie das geht, erfährst du in meinem Blog-Beitrag Schneidematten reinigen und pflegen.

Wie kann man Schneidematten lagern?
Grundsätzlich: Schneidematten neigen dazu, falsche Lagerung übel zu nehmen. Sie bekommen Knicke oder Beulen, die nicht mehr verschwinden.
Viele Näh-Fans haben kein eigenes Näh-Zimmer, in dem die Schneidematte immer griffbereit auf dem Zuschneidetisch parken kann. Sie behelfen sich, indem sie die Matte nach dem Zuschnitt an einen Schrank oder ein Regal lehnen.
Schöne Idee. Leider nicht hilfreich.
Weil sich die Matte beim Anlehnen nach und nach verbiegt. Je nach Beschaffenheit erholt sich deine Schneidematte nie wieder von diesem Abenteuer.
Also: Schneidematten sollte unbedingt liegend gelagert werden. Wenn sie nicht dauerhaft einen Platz im Näh-Zimmer bekommen kann, ist sie auch unter dem Bett oder auf einem Schrank gut aufgehoben.

Was kann ich tun, wenn sich die Schneidematte doch verbogen hat?
Kleine Wellen und Unebenheiten kann man ausgleichen, indem man die Schneidematte flach liegend "entspannen" lässt. Lege die Matte direkt auf die Wölbung. Damit ist die Chance gegeben, dass sich die Unebenheit durch das Gewicht der Matte nach und nach ausgleicht.
Du kannst das Geradebiegen sanft dadurch unterstützen, indem du eine leicht angewärmte Wärmflasche oder eine Wärmedecke (falls du eine hast) auf die Matte legst.
Wann muss ich eine Schneidematte austauschen?
Wenn sie ihre Funktion nicht mehr erfüllt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn
- sich Fasern nicht mehr aus den Schnitten entfernen lassen
- die Schneidematte verbogen oder wellig ist
- die Oberfläche verklebt ist
- die Skalierung nicht mehr gut erkennbar ist
- tiefe Schnitte in der Oberfläche ein präzises Arbeiten unmöglich machen
Faustregel: Wenn deine Schneidematte anfängt, den Rollschneider zu "spuren", ist es Zeit für eine neue Schneidematte.
Welche Schneidematte ist empfehlenswert?
Natürlich habe ich im Laufe der Zeit einige Schneidematten ausprobiert.
Da ich viel nähe, sind meine Schneideunterlagen ziemlichen Belastungen ausgesetzt - sie müssen richtig was aushalten können. An dieser Stelle der Hinweis: Ich empfehle nur, was ich selbst gekauft und getestet habe - und wovon ich überzeugt bin.
Die beste selbstheilende Schneidematte
Wenn du gerne patchworkst und quiltest, empfehle ich dir die drehbare Schneidematte von Prym. Sie ist solide gearbeitet, dreht sich leicht und ist angenehm in der Handhabung. Durch ihre handliche Größe von 35 Zentimetern Durchmesser bietet sie sich nicht nur für Patchwork-Projekte an. Man kann sie auch gut für andere Näh-Projekte einsetzen.
Als Universal-Schneidematte empfehle ich seit einiger Zeit ausschließlich diese zwei Matten:
Die erste kommt von Omnigrid/Prym. Was mir an der den Prym-Matten besonders gut gefällt: Sie sind sehr widerstandsfähig, verzeihen Schnitte schnell und schonen deine Rollschneiderklingen. Und: Du kannst dieselbe Material-Qualität in mehreren Größen bekommen.
Eine empfehlenswerte Alternative zur Prym-Matte: Die Schneidematte von Olfa. Die ist etwas dünner als die handelsüblichen Matten und hat eine softe, matte Oberfläche. Die verhindert, dass der Stoff beim Zuschnitt rutschen kann. Was ich äußerst praktisch finde. Gerade beim Zuschneiden von Viskoseware, Jersey oder Strickstoffen ist diese Eigenschaft Gold wert.
Die Matte hält ewig, lässt sich gut reinigen und ist übersichtlich skaliert – auf der Vorderseite eine Zentimeter- und auf der Rückseite eine Inches-Einteilung. Das ist besonders praktisch, wenn du gern nach amerikanischen Schnittmustern oder Patchwork-Anleitungen nähst.
Hat dir dieser Beitrag gefallen? Schreib mir gerne einen Kommentar! :)
Happy simple sewing, deine Sabine

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