Hauptseite Näh-Anleitungen Schneidematte reinigen und pflegen: Tipps, die wirklich helfen

Schneidematte reinigen und pflegen: Tipps, die wirklich helfen

Von Sabine
Schneidematte reinigen

Du liebst dein Hobby – aber du hasst deine fusselige Schneidematte? Da kann ich dir helfen. Ich zeige dir, wie du deine Schneidematte reinigen und pflegen kannst – und verrate dir meinen ultimativen Geheimtipp!


Ehrlich. Meine Schneidematten machen ja echt eine Menge mit. Das ewige Traktieren mit dem Rollschneider. Thermolam. Und neuerdings auch noch mein Ersatz-Bügelpolster und Filz in allen Farben des Regenbogens. Dazu natürlich Stofffarben, Fixierspray, Nadelstiche – und kleckernde Kaffeetassen…

Ich nehme mir regelmäßig vor, ein bisschen vorsichtiger zu sein.

Nützt aber alles nichts. Im Eifer des Kreativ-Gefechts passiert es mir dann doch immer wieder… 🙂

Was habe ich nicht alles versucht!

Trocken gewischt.

Nass gewischt.

Geschrubbt.

Nichts half.

Dabei ist es so wichtig, seiner Schneidematte ab und zu einen Wellness-Tag zu gönnen!


Schneidematte reinigen



Hier kommen meine Tipps für eine blitzsaubere, gepflegte Schneidematte – in Nullkommanix! 😉


Woher kommen die Fusseln in der Schneidematte?

Die festsitzenden Fusseln in der Schneidematte kommen daher, dass beim Schneiden Fasern in das Material der Matte hineingedrückt werden. Das ist besonders gern bei Vliesen der Fall.

Die Schneidematte hat ja von Haus aus einen “selbstheilenden” Effekt. Das heißt: Der Schnitt schließt sich von selbst wieder. Allerdings leider mit den Fusseln drin.

Und weil die Schneidematte ihren Job (sprich: Selbstheilung) richtig gut macht, sitzen die Fusseln und Flusen anschließend bom-ben-fest.

An anderer Stelle habe ich es schon mal erwähnt: Eine gute Schneidematte ist für’s Nähen wirklich wichtig. Und wenn du, so wie ich, gern auf einer großen Fläche arbeitest, also auf einer großen Schneidematte, dann hast du bei Verflusung nicht nur ein kleines Problem, sondern direkt ein großes. 😉

Ich habe mehrere Schneidematten, die ich für unterschiedliche Zwecke im Einsatz habe. Am besten gefällt mir im Moment die Schneidematte von Olfa, die etwas weicher ist als die pink-farbene auf den Fotos. Das bedeutet, dass das Lineal besser aufliegt, nicht so leicht verrutscht und auch der Rollschneider länger scharf bleibt. Mir gefällt an der Olfa auch, dass sie gut verarbeitet ist und nicht zum Wellenschlagen neigt.

Und ja, auch in der Olfa-Matte sitzen die Fusseln schön fest. Sie braucht eben auch ihren Wellness-Tag! 😉


Warum sollte man seine Schneidematten reinigen?

Naja, im Grunde liegt es auf der Hand: Je besser du dich um dein Näh-Zubehör kümmerst, desto länger hält es. Bei Schneidematten kommt noch ein anderer Aspekt hinzu: Die Genauigkeit.

Wenn die Linien überall mit Fusseln durchsetzt sind, hat der Schlendrian leichtes Spiel. 🙂

Außerdem rutscht das Lineal beim Schneiden leichter ab, weil die Matte durch die Verflusung nicht mehr genügend Widerstand bietet.

Alles gute Gründe, um sich mal wieder ein bisschen um seine Schneidematte zu kümmern, oder?


Schneidematte reinigen mit Paketband oder Tesa-Film

Ein heißer Tipp aus meiner SewSimple-Facebook-Gruppe!

Für die Schell-Entflusung: Paketband auf die verfluste Stelle kleben, gut andrücken und dann abziehen. Stell dir einfach vor, du spendierst deiner Schneidematte einen Wellness-Tag mit Waxing!


Schneidematte reinigen


Reinigung mit der Fusselrolle

Für ein schnelles Entfusseln zwischendurch ist eine Fusselrolle ein echt tolles Werkzeug (mal abgesehen davon, dass sie auch Fadenreste und Flusen vom Stoff runter rollen kann)!


Reinigung mit Scheuermilch

Lass von dieser Variante lieber die Finger! Die Scheuermilch raut die Oberfläche der Schneidematte auf und macht sie dadurch noch “angreifbarer” für Schmutz und Flusen.


Reinigung mit Ceranfeld-Schaber

Auch das solltest du lieber lassen. Ich habe es ausprobiert und meiner Schneidematte damit noch mehr Schrunden zugefügt, als sie ohnehin hatte.


Die Grundreinigung

Zur Grundreinigung verwende ich ein leicht angefeuchtetes, weiches Microfasertuch.

Ich führe die Schneidematte beim Reinigen langsam über Knie oder Tischkante, sodass sich die Schnitte mit den Flusen öffnen können. Währenddessen wische ich die Flusen mit dem Microfasertuch aus den Schnitten. Meist funktioniert das am besten in Schnittrichtung, nicht quer dazu.

Wenn die Flusen besonders tief sitzen, benutze ich gern einen weichen Radiergummi, mit dem ich punktgenau arbeiten kann. Sehr gut hilft dabei auch ein Silikon-Pad, das ich sowieso immer griffbereit auf dem Näh-Tisch habe.

Kleiner Tipp am Rande: Auch um Fadenreste aus dem Stoff zu holen gibt es kaum was Besseres! 😉


Schneidematte reinigen



Richtig tief sitzende Flusen von Thermolam & Co hole ich mit einem Silionpad, das man als Makeup-Schwämmchen benutzt (sehr gut funktionieren auch diese Silikon-Polster, die man in Schuhe kleben kann – sie haben eine gewellte und eine glatte Seite, die man je nach Bedarf einsetzen kann!).

Das Silikon-Pad wird in kreisenden Bewegungen über die Fusseln geführt


Natürlich habe ich für solche Reinigungsaktionen auch immer meine anatomische Pinzette am Start, um nochmal nachzuzupfen, falls Flusen übrig geblieben sind.

Anschließend wische ich die Schneidematte mit einem leicht feuchten Tuch mit ein lauwarmem Wasser und etwas Reinigungsmittel (ich verwende Spülmittel) ab.

Wenn damit der Schmutz nicht runter geht, habe ich hier noch meinen ultimativen Geheimtipp für dich. 🙂


Geheimtipp: Reinigung mit Mizellen-Gesichtswasser

Das effektivste Reinigungsmittel, das ich bisher ausprobierthabe: Mein Mizellen-Gesichtswasser.

Das ist kein Witz! Was für mein Gesicht gut ist, wird auch für  meine Schneidematte okay sein, hab ich mir gedacht. Und es stimmt. Es schadet der Oberfläche der Matte nicht und macht sie tipp-topp sauber!

Damit rücke ich den letzten Rückständen von Kleber (Fixierspray, peinlich!) und Farbe (vom Textildruck…) zu Leibe.


Schneidematte reinigen


So geht’s: Ich befeuchte die raue Seite eines trockenen Küchenschwamms mit Mizellen-Gesichtswasser.

Dann reinige ich die Matte in kreisenden Bewegungen.

Zum Schluss wische ich noch einmal mit einem feuchten Microfasertuch nach.


Schneidematte reinigen


Auf diese Weise habe ich wirklich die schlimmsten Verschmutzungen von der Matte runter bekommen. Und sie sieht aus wie neu (naja, ein paar Schrunden und Narben hat sie schon – hat ja auch schon einiges mitgemacht…).  😉

Jetzt darf die Matte flach liegend trocknen.

Und ist dann bereit für den nächsten Einsatz!


Schneidematte reinigen


Schneidematte pflegen: Worauf muss man achten?

Scharfer Rollschneider: Je stumpfer der Rollschneider desto mehr Druck muss man aufwenden, um den Stoff tatsächlich zu schneiden. Ich achte immer auf eine wirklich scharfe Klinge. Dadurch sorge ich auch dafür, dass die Matte feine statt grober Schnitte abbekommt.

Die besten Erfahrungen habe ich – wie mit der Olfa-Matte – auch mit den (wenig spektakulär aussehenden) Rollschneidern von Olfa gemacht und besitze sie jetzt in allen Größen (den 28er habe ich doppelt, weil mir ständig einer davon abhanden kommt). Wenn du mehr über mein bevorzugtes Näh-Zubehör wissen willst, schau dir gerne mal meinen Artikel dazu an!

Hitze macht Dauerwellen: Starke Temperaturschwankungen können dazu führen, dass sich die Schneidematte wellt. Ich achte (nachdem ich zwei Schneidematten auf diese Weise frisiert hatte) immer darauf, die Matte vor direkter Sonneneinstrahlung und zuviel Hitze zu schützen.

Lieber im Liegen: Schneidematten mögen es gar nicht, stehend aufbewahrt zu werden. Wenn du deinen Tisch zwischendurch mal zum Essen statt zum Nähen benutzen möchtest (das soll ja vorkommen), stell deine Schneidematte nicht in die Ecke. Leg sie lieber unter’s Bett – da hat sie genügend Platz, um relaxed auf den nächsten Einsatz zu warten! 😉

Doppelt gut: Überlege, eine Schneidematten-Seite nur für Stoffe und die andere nur für Vlies zu verwenden.

Schnittstelle wechseln: Ertappst du dich auch dabei, dass du deine Stoffe immer im selben Bereich der Schneidematte zuschneidest? Dadurch können mit der Zeit tiefe Riefen entstehen, die deinen Rollschneider dann vom “Weg” abbringen können. Wie Spurrillen auf der Autobahn. Versuch doch mal, die Schneidezonen zu variieren.

Wenn dir das schwer fällt, kannst du die Schneidematte auch drehen. Dir fehlt die Skalierung? Einfach mit dem Edding per Hand nachtragen. 🙂

Besser bügeln: Du möchtest dein Bügeleisen auf der Schneidematte parken? Dann empfehle ich dir ein süßes, selbstgebasteltes Bügelbrett. Die Matte sollte keinesfalls mit Bügel-Hitze in Berührung kommen!


Ist deine Schneidematte jetzt tipp-topp?

Dann spendier doch auch deiner Nähmaschine mal einen Wellness-Tag! 😉

Happy simple sewing,

deine Sabine

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6 Kommentare

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6 Kommentare

Cornelia Meier 30. Oktober 2017 - 18:08

Hallo Sabine
Ich bin total begeistert von deiner Seite. So viele Nähtipps und praktische Tipps so einfach erklärt. Einfach prima! Danke dafür!

Antworten
SewSimple 30. Oktober 2017 - 19:54

Hallo Cornelia, wie lieb! Danke, dass du dir die Zeit für ein Feedback genommen hast!

Antworten
Meike 3. Januar 2018 - 16:06

Hallo, ich habe gerade meine neue Schneidematte hingelegt und meine Tochter kam und hat sie mit Kugelschreiber beschmiert. Gibt es dafür auch einen Tipp? 😓

Antworten
SewSimple 3. Januar 2018 - 17:24

Hallo Meike, versuch doch mal das Mizellen-Gesichtswasser mit Topfschwämmchen. Sonst vielleicht Kuli-Teufel? Liebe Grüße und viel Erfolg! 🙂

Antworten
Carola Waschkuhn 27. September 2018 - 10:27

Oh wow, ich bin dankbar, dass ich immer wieder auf nützliche Tipps stoße. Ich stehe noch immer am Anfang dieses tollen Hobbys. Inzwischen habe ich schon eine einigermaßen gute Grundausstattung. Teilweise abgekauft von anderen Hobbynäherinnen (Schneidematte, Rollschneider, kleine Nähhelfer, Bänder, Reißverschlüsse und vieles mehr)
die ihr Hobby aufgaben. Schneidematte und Rollschneider haben allerdings auch schon bessere Zeiten gehabt.
Ich bin mir sicher, dass ich öfter in deine Tipps schauen werde.
Liebe Grüße

Carola

Antworten
SewSimple 27. September 2018 - 20:48

Das freut mich sehr, Carola! Hast du schon meinen Newsletter abonniert?
Dann verpasst du keinen Nähtipp mehr! 🙂

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