Hier kommen meine unschlagbaren Näh-Tipps und Tricks, mit denen du im Handumdrehen geniale Ergebnisse erzielst: Mit Volldampf ins nächste Näh-Level! ;)

Mit diesem Tipps meisterst du Hürden beim Nähen im Nullkommanix. Für mehr Spaß und weniger Stress bei deinem Lieblingshobby! :)
Richtig guter Stoff
Seien wir ehrlich: Es gibt Stoff - und es gibt STOFF. Als ich mit dem Nähen anfing, wollte ich möglichst sparen. Immer mit dem Hintergedanken, dass meine Näh-Ergebnisse vielleicht nicht perfekt sind.
Eine selbsterfüllende Prophezeihung, wie sich gezeigt hat: Viele der Stoffe, die ich damals gekauft habe, waren auf den ersten Blick okay. Vor allem, weil so viel Appretur in ihnen steckte. Nach dem ersten Waschen zeigten die Stoffe allerdings ihr wahres Gesicht. Verloren Farbe und Haptik, wurde lappig und lummelig.
Wenn du wirklich gute Näh-Ergebnisse willst, solltest du in gute Stoffe investieren. Und dich an die folgenden Tipps & Tricks halten. Dann bekommst du garantiert professionelle Näh-Ergebnisse.
Kauf lieber den Anleitungen entsprechend genau auf den Zentimeter genau guten Stoff als 11/2 Meter schlechten Stoff.

Übrigens: Den schönen Huhn- und Eier-Stoff habe ich in einem lauschigen kleinen Stoffladen in Upstate New York entdeckt. Findest du Hühnerstoffe auch so toll wie ich?
Gutes Garn & neue Nadel
Es ist kein Geheimnis, dass schlechtes Garn sich aufspleißt, flusig wirkt und beim Nähen reißt. Professionelle Ergebnisse sehen anders aus: Wenn du bei deinen Nähten wieder und wieder ansetzen musst, weil der Faden gerissen ist, leidet die Optik empfindlich.
Besorg dir ein gutes Allzweckgarn (meine Empfehlung geht klar zu Gütermann, damit nähe ich ALLES, von der Tasche bis zum Kleidungsstück).
Mit der Zeit wirst du herausfinden, welches deine bevorzugten Farben sind, davon kannst du dir dann ein paar größere Rollen anschaffen.
Mit den Nadeln ist es ähnlich: Billige Nadeln machen fiese Stiche. Du wirst feststellen, dass gute Nadeln nicht nur spitzer sind und das Gewebe besser schützen: Sie machen auch wesentlich schönere Nähte. Woran auch immer das liegen mag, das bleibt ein Geheimnis. Ist aber so.
Ich verwende aktuell für normale Webware durchgängig Universalnadeln von Schmetz oder Titannadeln. Bei Titannadeln gibt es auch gewisse Unterschiede. Ich finde die von Organ (die machen auch sehr gute Overlocknadeln) sind besonders hart, spitz und widerstandsfähig, ich tausche sie seltener aus als Universalnadeln.
Für Jersey verwende ich eher selten normale Jersey- oder Stretchnadeln, die es auch in unterschiedlichen Stärken gibt, je nach Dicke des Materials. Meiner Erfahrung nach sind Superstretchnadeln am besten für dehnbare Stoffe geeignet. Aber auch da experimentiere ich gelegentlich.
"Klebrige" Stoffe wie Kunstleder, Vinyl oder auch Materialien, die ich mit Wondertape vorbehandelt habe, nähe ich am Liebsten mit Anti-Glue-Nadeln, also welche, die gegen Kleber ausgerüstet sind. Durch eine spezielle Teflon-Beschichtung gleiten die Anti-Kleber-Nadeln besser durch haftende Materialien.
Handliches Zubehör
Mir ist kürzlich was aufgefallen: Immer, wenn es wirklich drauf ankommt, zum Beispiel beim Säumen oder beim Annähen von Schrägband an kniffligen Kanten, dann versagen meine Stoffclips.
Das ist total ärgerlich, weil ist so die doppelte Arbeit habe und trotzdem nicht so sauber nähe wie ich mir das wünsche. Also habe ich mich auf die Suche nach Alternativen zu den herkömmlichen Stoffclips gemacht. Und was soll ich dir sagen? Ich habe die perfekten Clips für mich gefunden!

Sie halten bombenfest, verrutschen nicht sind ganz flach, sodass sie auch unter dem Nähfuß durchgeführt werden können. Und: Sie sind mit einer Skala ausgestattet, die mir sagt, wie weit ich den Saum z. B. umschlagen muss. Großartig, die Teile.
Mit den Stecknadeln ist es ähnlich. Lange habe ich gesucht, bis ich Stecknadeln gefunden habe, die so richtig gut in der Hand lagen. Und sich nicht ständig verbogen haben, auch wenn sie länger sind als normal. Aber was muss ich zu meinem extremen Missvergnügen feststellen? Wenn die schönen lila Griffe mit dem Bügeleisen Bekanntschaft machen, schmelzen sie dahin wie Butter in der Sonne.
Da ich aber nun mal so gerne schnell über einen Saum bügele, solange die Nadeln noch stecken (sicher ist sicher), habe ich mich auf die Suche nach hitzebeständigen, griffigen Stecknadeln mit Überlänge gemacht. Und siehe da: Hier sind sie! Schön stabil, ganz ordentlich scharf und das Beste: Bügelhitze macht ihnen gar nix aus!
Okay, dass sie Magic Pins heißen ist vielleicht etwas übertrieben. Wenn es sich nicht um Stecknadeln handelte, würde ich sagen: Die kochen auch nur mit Wasser. Aber sie sind genau das, was ich gesucht hab. Nicht mehr, nicht weniger.
Und, seien wir ehrlich: Gut abgesteckt ist halb genäht, oder?

Ecken ausformen
Das A und O beim Taschen-Nähen: Das Ausformen der Ecken. Und damit meine ich nicht, einfach nur kurz die Ecken mit spitzen Fingern herauszupfen. Ich meine: Eine Pinzette durch die Wendeöffnung in die Ecke führen und jeden Millimeter ordentlich ausformen. Anschließend nochmal kurz bügeln, indem man von innen die Pinzette (du kannst auch eine geschlossene Schere oder einen Holzlöffel mit ganz dünnem Stiel nehmen) gegen den Stoff auf das Bügeleisen drückt.
Du wirst verblüfft sein, wie viel das ausmacht!

Schöne (und wertige!) Endlos-Reißverschlüsse finde ich übrigens inzwischen oft bei Stoffe Hemmers.
Fädchen abschneiden
Eigentlich nicht der Rede wert, klar. Aber tust du es wirklich immer, konsequent und radikal? Fädchen lassen dein Näh-Projekt immer ein wenig unfertig aussehen. Also weg damit. Wenn du dich traust kannst du Fädchenreste auch mit einem Feuerzeug abflämmen. Ich mache das immer bei meinen Rope Bowls, weil ich dabei relativ oft absetze beim Nähen.

Elektroschere
Was zuerst eine echte Herausforderung für viele von uns Nähfans ist, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen (und bei Leuten, die viel und gerne Kleidung nähen) als wahrer Segen! Elektroscheren sind blitzschnell, wenn es darum geht, Jersey oder andere elastische Stoffe zuzuschneiden. Die Stoffe werden nur minimal bewegt, die Schere gleitet praktisch durch den Stoff. So machen's die Näh-Profis. Und ich auch.

Den Walstoff habe ich in Maine entdeckt - gerade einen Tag, nachdem ich Wale im offenen Meer bestaunen durfte. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Stoff ist übrigens von Cotton + Steel - das sind gut verarbeitete Stoffe mit eindrucksvollen Mustern.
Markierungen und Passzeichen ernst nehmen
Markierungen und Passzeichen auf den Stoff übertragen? Laaaaaangweiliiiiig! Denkste, Puppe! Markierungen und Passzeichen sind wichtig.
Du denkst vielleicht, du weißt, wo sich was treffen muss. Aber ob das immer so stimmt? Ich mache da mal ein Fragezeichen hinter. Bei unseren Schnittmustern ist es manchmal so (gerade bei den größeren Größen), dass sich die Schnittteile ein wenig gegeneinander verschieben, damit das Shirt zum Beispiel gut über die Hüften fällt. Oft ist das Rückteil dadurch etwas breiter als das Vorderteil.
Nimm also unbedingt die Passzeichen und Markierungen ernst. Die Zeit, die du dafür aufwendest, ist wirklich gut investierte Zeit. Und dein neues, perfekt sitzendes Shirt ist die Belohnung für all die Mühen. :)
Zuschnitt mit Lineal und Rollschneider
Du denkst du hast es im Griff, wenn es um das Zuschneiden geht? Und bist dann ganz erstaunt, wenn deine Taschen immer ein wenig schief, die Reißverschlüsse immer ein wenig fragwürdig aussehen?
Mein Tipp: Schneide deine Stoffe mit Rollschneider und Lineal zu - vor allem gerade Stoffkanten werden damit wirklich akkurat. Und Akkuratesse ist eine der sieben guten Näh-Feen, wusstest du das nicht?

Stoffe erst verstärken, dann zuschneiden
Es hat wirklich eine Weile gedauert, bis ich drauf gekommen bin: All die akkurat geschnittenen Teile verziehen sich aufs Herrlichste, wenn man sie rückseitig mit Vlieseline bebügelt. Ist DAS ärgerlich!
Was also tun? Ganz einfach: Bügele zuerst die Vlieseline auf den Stoff und schneide nach dem anschließenden Abkühlen die Schnittteile wie gewohnt zu. Du wirst sehen: Der Zuschnitt ist einfacher und die Teile halten wunderbar ihre Form. Eine klassische Win-Win-Situation, stimmt's? ;)
Passgenaue Streifen
Du kannst dir noch so viel Mühe geben: Wenn die Streifen deines Shirts nicht harmonisch zusammenpassen, sieht dein Shirt immer ein wenig handgemacht, wenn nicht sogar hausbacken aus. In meinem Beitrag über perfekte Streifen zeige ich dir ganz genau, wie du Ringelstoffe richtig verarbeitest. Damit du künftig als perfekt gekleidetes Streifenhörnchen unterwegs sein kannst!

Fertig-Bündchen
Nicht die Nase rümpfen! Fertig-Bündchen sind super trendy! Näh dir ein simples Shirt und motze es mit einem hammerharten Fertig-Bündchen auf. Schon hast du ein neues IT-Piece in deinem Kleiderschrank. Und das mit praktisch null Aufwand!

Nahtzugaben öffnen
Was für die Ecken gilt, gilt ebenso für Nahtzugaben. Wenn du die Nahtzugaben nicht öffnest, musst du dich nicht wundern, wenn deine Taschen und Kleidungsstücke nicht so aussehen wie sie sollen.
Nicht nur, dass die Nähte flach liegen: Geöffnete Nahtzugaben stabilisieren dein fertiges Nähprojekt und sorgen für glatte Seiten. Einfach wie beim Ecken-Ausformen von innen den Stiel eines Holzlöffels gegen die geöffnete Nahtzugabe halten und das Bügeleisen dagegen pressen.
Wie es geht? Falte die Nahtzugaben einfach auseinander, sodass sie flach zu beiden Seiten der Naht liegen.
Das bringt's, wetten?
Lange Stichlänge für sichtbare Nähte
Doktere nicht mit kurzen Stichlängen herum, wenn du sichtbare Nähte nähst. Schau dir mal deine Kaufklamotten an (falls du noch welche trägst): Die sichtbaren Nähte sind fast durchweg mit langen Stichlängen genäht. Nimm dir ein Beispiel daran und mach dich auf eine Überraschung gefasst!

Stoff vor dem Zuschnitt stärken/Booster
Instabilen Stoff zuschneiden? Das ist eine echte Herausforderung, besonders, wenn man nicht ständig damit zu tun hat. Meine zwei Geheimwaffen helfen dir, damit es künftig besser klappt.
Um Stoffe schön zu stabilisieren und griffig zu machen kannst du wunderbar Sprühstärke einsetzen. Gerade bei Bamwoll-Webware kannst du damit echte Erfolge feiern.
Knifflig wird die Sache bei Lycra-Stoffen oder Spitze. Hier hilft dir ein Fabric Booster unglaublich weiter. Er wird einfach auf den liegenden Stoff gesprüht. Anschließend darf der Stoff liegend trocknen. Am nächsten Tag wirst du deinen Augen nicht trauen: Der Stoff ist richtig fest geworden und wartet nur darauf, dass du ihn mit unter die Nähmaschine nimmst.
Der Booster verschwindet übrigens bei der ersten Wäsche. :)
Lass mir gerne einen Kommentar da, wenn du Lust hast!
Happy simple sewing,
deine Sabine
Kommentare
Kommentare werden geladen …