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Meine persönliche Näh-Geschichte

Von Sabine

Heute möchte ich dir mal etwas ganz Privates erzählen. Meine persönliche Näh-Geschichte.

Oder besser: Mein persönlicher Weg ins Näh-Abenteuer.


Eigentlich fing alles schon viel früher an

Meine Näh-Geschichte begann 2013. Obwohl sie eigentlich schon viel früher begonnen hat:

Meine Mutter war ungeheuer talentiert, was Handarbeiten (und vieles sonst) angeht. Und alles, was ich am Leibe trug, war selbstgemacht. Selbstgenäht, selbstgestrickt, selbstgehäkelt. Pullover mit aufwändigem Lochmuster –  ein Einschulungsset aus weiß-türkis-geflinkelter Strickjacke und einer türkisblauen Schlaghose (dazu ein grellorange-farbener Schulranzen mit Katzenaugen: die 70er konnten hart sein)  Hosen, Röcke, Kleider, Blusen. Mäntel, Parkas, Jacken (asymetrisch im Stil der 80er!) – nähtechnisch gab es kein Entrinnen.

Selbst meine Dienstkleidung als junge Krankenschwester hat meine Mutter selbstgenäht. Ganz cool: Kasacks mit durchgeknöpftem Rücken und Karottenhosen in zartem Rosa und Hellblau (unnötig zu erwähnen, dass ich dazu die grellsten Ringelsocken trug, derer ich habhaft werden konnte, oder?). 🙂

Aber selber nähen? Never ever!

Kreativ sein ist alles

Makramee, Häkeln, Stricken, Malen, Knüpfen, Musizieren, Basteln, Songs schreiben, Fimo, selbstgemachte Kosmetik, Gedichte und Geschichten schreiben: In meiner Kindheit und Jugend gab es im Kreativ-Bereich praktisch nichts, was ich nicht ausprobiert und geliebt hätte.

Kreativ-Sein war und ist für mich Lebens-Elixier.

Fun Fact am Rande: Als ich vor kurzem neue Blumenampeln im Boho-Look brauchte, erinnerten sich meine Finger ganz von allein daran, wie Makramee-Knoten gehen. Erstaunlich, oder? Und das nach über 40 Jahren! 🙂


Die Nähmaschine meiner Mutter

Klar hab ich’s ein paarmal mit dem Nähen versucht. Auf der herrlichen alten Nähmaschine meiner Mutter mit ausklappbarem Schneidetisch aus Massivholz. Allerdings ist nicht viel draus geworden. Ein Kleid aus hellblau-geblümtem Baumwollstoff und einem Anflug von Smok am Ausschnitt (das ich exakt 2 x getragen und jedes Mal gehasst habe) und eine Hose, auf die ich viel Zeit verwendet habe, die aber dennoch unvollendet blieb (Vielleicht gibt es sie noch – irgendwo da draußen? Bitte melde dich!).


Die erste Nähmaschine

Als meine Kinder klein waren, wäre eigentlich ein idealer Zeitpunkt gewesen, um mit dem Nähen anzufangen. Und eines Tages kam mein Mann denn auch mit einer Maschine – für den Anfang – vom Discounter um die Ecke. “Für Gardinen und so”. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass es niemals in meinem Leben Gardinen in meinen vier Wänden gab? 🙂

Also blieb die Nähmaschine, wo sie war: im hintersten Winkel der Abstellkammer eingesperrt.


Die ersten Schritte ins Näh-Glück

Bis… – ja: bis ich sie 2013 dort wiederentdeckte – und befreite.

Irgendwann in dieser Zeit hatte ich nämlich angefangen, im Internet nach Selbstgenähtem zu schauen. Zuerst nur halb bewusst, dann immer zielgerichteter. Nach und nach identifizierte ich, was mir gefiel, welcher Stil, welche Farben, welche Stoffarten. Und welche Projekte. Bis dahin hatte ich aber seit fast 30 Jahren keine Naht genäht. Und dabei blieb ich auch. Vorerst.

Bis ich zum ersten Mal ein Stoffgeschäft betrat. Oh Wunder! Diese Auswahl! Diese Farben! Diese Möglichkeiten!

Ich tätigte also meinen ersten Stoffkauf. Mit zittrigen Händen und Schweiß auf der Stirn. Das viele Geld! Und nicht mal wirklich eine im Kopf! Und dann die Frage der Verkäuferin beim Zuschnitt: “Was wollen Sie denn daraus nähen?” Und ich, stammelnd: “Weiß ich noch nicht so genau.”

Hätte ich ihr sagen sollen, dass dieser Stoff die erste Treppenstufe auf dem Weg ins Näh-Glück auskleiden sollte? 🙂

Eines Tages hatte ich alles zusammen, was ich brauchte: das war qualitativ nichts Großartiges, einiges war vom Discounter, aber völlig egal: Das Experiment konnte beginnen.


Wie alles begann

Es begann an meinem himmelblauen Küchentisch mit einer Taschentüchertasche (die TaTüTa der wunderbaren und kenntnisreichen Gabriele von Congabären, von der ich gerade am Anfang sehr viel gelernt habe) und einem Stoffpaket von Buttinette, ein bisschen Webband, viel Verschnitt und einem ersten Näh-Abend der Glückseligkeit.

Wirklich: Ich war vollkommen angefixt. Als nächstes  kam eine Wimpelkette. Für mein neu zu beziehendes Näh-Zimmer.

Als solches hatte ich nämlich unseren wenig genutzten Wintergarten auserkoren:
Licht, Luft, Freiheit – und einen Platz, an dem ich Begonnenes ohne schlechtes Gewissen einfach liegen lassen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Jeder Tag, an dem ich Zeit zum Nähen hatte, war für mich ein guter Tag: Ich genoss jede einzelne Naht!

Es kamen erste Kissen dazu (mit Insekten bestickt, so wie dieses hier), kleine Kosmetiktäschchen für unsere Kinder, Stiftemäppchen – tja, und dann kündigte sich schon der erste Eulen-Topflappen an.


Die Sache mit den Eulen

War DAS eine Arbeit, bis das fertige Schnittmuster vor mir lag! Stunde um Stunde ausprobieren, auftrennen, zurückschneiden, einfassen, korrigieren, neu versuchen, fluchen, schimpfen, neu machen, auftrennen, und dann: freuen! Ha! Stolz, Glück, Erfolg, endlose Zufriedenheit! Als Henry & Hobbes zum ersten Mal in ihrer ganzen Keckheit vor mir lagen, war ich im Näh-Himmel (und das, obwohl ich Eulen entsetzlich albern finde, wie du im entsprechenden Artikel jederzeit nachlesen kannst).

Bei alldem muss ich erzählen, dass dies nur eine Seite der Medaille ist. Die zweite Seite: Natürlich habe ich auch einen Beruf und eine Arbeit, die mich ausfüllt und mir großen Spaß macht. Auch hier erlebe ich Momente des Flow und der Zufriedenheit mit den erreichten Ergebnissen.

Eulentopflappen nähen


Neue Herausforderungen  – diesmal im Job

Allerdings durchlief mein Berufsleben gerade zu der Zeit, als ich mit dem Nähen begann, eine schwierige Phase.

Alles war auf den Kopf gestellt – und ich selbst am meisten. Ich wurde krank. Richtig krank. Und was mir wirklich geholfen hat, aus diesem Loch wieder herauszukrabbeln, waren meine Familie – und das Nähen.

Während alles auf dem Kopf stand, ging es bei einer Sache schnurstracks gerade aus, wenn auch manchmal im Zickzack-Stich.


Was ich gelernt habe

Diese Kraft, die ich aus meinem kunterbunten Näh-Leben ziehe, bestärkte mich darin, auch beruflich Neues zu wagen und Risiken einzugehen. Was ich dann auch mit Erfolg umgesetzt habe.

Letztendlich: Egal, wie schlimm ein Tag war. Egal, wie schlecht etwas gelaufen ist: Ich konnte und kann abends immer noch in meine Projektschmiede gehen und aus den tollsten, buntesten Stoffen die eigenwilligsten Kreationen nähen und dabei dasselbe Näh-Glück empfinden wie beim ersten Mal. Okay. Manchmal muss man dem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen: nicht alles gelingt. Aber je entschlossener ich unvollendete Projekte (Hallo Hose!) in die Tonne kloppe, desto schneller sind mein Hirn und mein Schneidetisch wieder frei für Neues.

Nach und nach habe ich mir hochwertigere Ausstattung geleistet – sobald ich wusste, dass meine Liebe zum Nähen kein Strohfeuer ist. Mein wunderbarer Gemahlsgatte unterstützte mich auch hier – und als die Idee mit einer eigenen Website (Blogs! Es gibt so viele Blogs! Aber noch nicht MEINEN!) aufkam, half er, technische Probleme zu lösen, beriet mich, hakte nach – und war schließlich derjenige, der den Namen SewSimple erfand.


Braucht die Welt einen weiteren Blog?

Denn genau das wollte ich: Einfach nähen. Schöne Dinge entstehen sehen. Ohne großartiges Brimbamborium. Und anderen zeigen, dass sie es genauso gut können wie ich.

Natürlich hatte ich anfangs Zweifel, ob die Welt einen weiteren Näh-Blog wirklich braucht. Aber es ist wie mit allem: Jeder Mensch macht in seinem Leben ähnliche Erfahrungen. Aber jeder verarbeitet sie auf seine eigene Weise. Die einen schreiben Musik, die anderen malen Bilder, wieder andere tanzen sich die Seele aus dem Leib – und dann gibt es einige, die nähen. Und auch dies tut jeder auf seine unverwechselbare Weise.

Weil es SEIN Ausdruck der Kreativität ist.


Mach doch mal was Kreatives!

Das Wort Kreativität hatte für mich lange so einen negativen Klang. Weil das für mich so nach Aschenbechern aus Fimo. Nach “Mal doch mal was Schönes!”

Dabei ist Kreativität der Motor, der alles antreibt. Projekte, die ich mir in meiner Näh-Werkstatt(denn das ist es inzwischen) ausdenke, plane und realisiere, strahlen mit ihrer Energie in mein gesamtes restliches Leben aus.

Beim Nähen suche ich nach offenen Fragen, nach Möglichkeiten, erfinde Lösungen und knacke Rätsel. Und das alles mit einem herrlichen Material, das die Sinne anregt und süchtig macht.  Die Freude daran, gut zu sein. Und besser zu werden.

Und die Zufriedenheit, die sich durch das Spiel der Möglichkeiten und das Gefühl von Kompetenz und Selbstwirksamkeit einstellt, strahlt auch wieder in mein berufliches Leben ab: auch hier sind Lösungen gefragt. Und der Gedanke, dass in allem auch etwas Gutes, Nützliches steckt, das es zu suchen, zu identifizieren und zu stärken gilt.

Mit der Lust auf’s Nähen kam auch die Lust auf’s Leben zurück. Dazu der Spaß, mit mir selbst und meinen Ideen allein zu sein  und dann wieder, Dinge gemeinsam im Team zu realisieren. In meinem Näh-Zimmer ganz für mich selbst zu zaubern – und die Ergebnisse mit dir zu teilen.


Zuwachs im Hause SewSimple

Nebenbei erwähnt: Inzwischen gibt es im Hause SewSimple ordentlich Zuwachs. Mein Mann hat offiziell die Leitung der Abteilung Kameratechnik, Licht und Ton übernommen, baut, bastelt, konstruiert – und setzt meine Schnittmuster-Ideen digital ins Werk.

Kurz darauf kam auch unser Sohn Jonas an Bord, der neben seinem richtigen Beruf im Online-Marketing alle technischen Aspekte für sewsimple.de regelt, berät, unterstützt, recherchiert, installiert, Ideen aufbringt (“Schreib doch mal darüber, was dich eigentlich zum Nähen gebracht hat, das interessiert unsere Blog-Leser mit Sicherheit!”) und technische Probleme löst.

Viel Unterstützung auf dem Blog bekomme ich auch von Hanna, die die Beiträge korrigiert und aktualisiert. Und von Maxim, der den Support übernommen hat und fleißig eMails beantwortet. 🙂

Außerdem gibt es zwei zum Abschlecken süße kleine Enkelinnen, die mich immer wieder zu neuen Ideen anregen und einen Stillstand unmöglich machen.

Und dann sind da natürlich auch Freunde, Familie, Kollegen, Facebook-Fans und Kommentatoren, eMails-Schreiber, Bewertung-Abgeber, Beitrags-Teiler und viele, viele tausend Likes, Pins und Abonennten, die uns darin bestärken, mit dem weiterzumachen, was wir ohnehin am Liebsten tun: Das Projekt SewSimple voranzutreiben und unser persönliches Näh-Glück zu finden.

An dieser Stelle möchte ich mich deshalb also ganz besonders bei DIR bedanken, dass Du Dir die Zeit nimmst, unsere Beiträge zu lesen, zu teilen und zu kommentieren – es ist einfach schön, dass Du meine Näh-Abenteuer begleitest! 🙂

Und ich möchte dir die Gewissheit geben, dass, wenn ich es kann, du es auch schaffst.

Trau dich, dein eigenes ganz persönliches Näh-Abenteuer zu suchen, zu finden, zu erleben  – und jede Sekunde zu genießen!

Happy simple sewing,

deine Sabine

PS: Ich freue mich übrigens sehr, wenn du mir auch von deiner persönlichen Näh-Geschichte erzählst. Ich lade Dich herzlich ein, mir in den Kommentaren davon zu berichten.

SewSimple


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45 Kommentare

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45 Kommentare

Edith Schlette 17. Oktober 2020 - 16:13

Wie sich doch viele Vitas ähneln. Gefühlt nähe ich schon fast mein Leben lang. Meine Mutter nähte bis zu meiner Einschulung fast alles, gekauft wurde eigentlich nur Unterwäsche und Strümpfe. Auch später wenn es etwas besonderes werden sollte z.B. Konfirmation oder das erste Ballkleid Mama konnte alles nach Wunsch umsetzten. Wenn für Mama Handarbeit, z.B säumen oder Knoflöcher nähen angesagt war, sie nähte auf einer mechanischen Singer Tretnähmaschine nur mit Gradstich, durfte ich nähen. Zuerst nur auf Karopapier später Puppenzeug für Babypuppe und meiner Petra (das war die preiswerte Alternative einer Barbie). Mit Ca. 12 Jahren nähte ich mit ihrer Hilfe meinen ersten Rock und später Schlaghosen, einfach Taschen und viele Röcke. Sie brachte mir auch bei nach Schnittmuster zu nähen. Nach meiner Ausbildung beham ich meine erste eigene Maschine, eine gebrauchte Singer. Als ich in die Familie meines Mannes kam war da seine Schwester, eine Schneiderin die auch privat gern und viel nähte zusammen mit ihr habe ich einiges aus Schnittmustern aus dem Haus Burda genäht. Bis ins Kindergartenalter sind auch etliche Kindersachen für meine Tochter entstanden. Auf einer sogenannten Computernähmaschine von Privileg die meine Singer ersetzte, sie hatte schon ein ganzes Sortiment an Stichen. Aber ab ca. den 90er Jahren war die Luft irgendwie raus. Es wurde immer schwerer Stoffe zu Finden die mir gefielen und so wurde überwiegend nur geflickt und repariert oder Deko und Gardinen fürs Haus genäht. Auch ich habe erst wieder richtig angefangen, nachdem mein Enkel geboren wurde. Ich besuchte mit meiner Tochter einen Hobby und Kreativmarkt auf dem unter anderem auch Kinderkleidung angeboten wurde, ich höre heute noch meine Tochter “Mama das könntest du doch auch”. “Na ja”, war meine Antwort und so ich ging in den nächsten Tagen in einen Stoffladen. Dort habe ich von den kompetenten Verkäuferinnen erfahren wie man Heutzutage an Ideen und auch an Schnittmuster kommt nämlich über das Internet. Also macht Oma sich auf den Weg in den Tiefen des www. Das war vor 11Jahren. Heute sind weder Facebook noch Instagram ein Fremdwort für mich. Der überquellende Fundus an Kreativen die Schnittmuster und Videos erstellen ist für mich eine riesige Inspirationsquelle. Stoffläden und Stoffmärkte werden besucht. Das ehemalige Kinderzimmer wurde mein Nähzimmer eine neue moderne Nähmaschine sowie eine Overlock sind dort eingezogen. Mittlerweile werden nicht mehr nur die Enkel benäht sondern nach Wunsch sogar die anderen Familienmitglieder. Ich selbst habe mittlerweile meinen Kleiderschrank mit viel selbstgenähtem bestückt. Den Ritterschlag bekam ich jedoch vor vier Jahren als meine Tochter mir mitteilte das sie heiratet und sie sich ihr Brautkleid von mir genäht wünscht. Ich konnte das mit einem Burda Schnittmuster und präzisen Angaben wie es werden soll umsetzten und es ist wunderschön geworden.
Für mich bedeutet es pure Entspannung ein Schnittmuster aus DIN A4 Blättern zusammen zu kleben, es abzupause, eventuell anpassen, zuschneiden und die Schere durch den Stoff gleiten lassen und etwas einzigartiges unter meinen Händen entstehen zu lassen.
Das ist meine ganze persönliche Nähgeschichte.

Antworten
Sabine 18. Oktober 2020 - 10:35

…und eine ganz wunderschöne noch dazu, liebe Edith.
Ich sage Dankeschön, dass du deine Nähgeschichte hier mit mir und vielen interessierten Blog-Lesern teilst.
Sei ganz lieb gegrüßt,
Sabine

Antworten
Liane Puschmann 12. Oktober 2020 - 19:47

Liebe Sabine,
erstaunlich, wie sehr sich einige Geschichten doch ähneln.
Denn ersten Kontakt mit einer Nähmaschine hatte ich in der Schule, wie viele andere auch. Doch ich fand nähen uncool. Als ich bereits verheiratet war und zwei Töchter hatte schenkte mir mein Mann eine Privileg Nähmaschine von Quelle. Darauf wurden Hosen gekürzt oder repariert und ich nähte von da an meine Gardinen selbst, als ich sah, was fertige Gardinen kosten.
Vor zwei Jahren wurden wir dann zum ersten Mal Großeltern. 😍 Noch bevor sie zur Welt kam, strickte ich Söckchen, Mützen, Jäckchen und Decken. Und dann fragte meine Tochter, ob ich nicht auch mal was nähen könnte; Söckchen hätte sie nun genug. Ups, keine Ahnung, ob ich das kann. Also ran an meine Privileg und ausprobiert. Schnitte gesucht im Netz, Magazine gekauft. Und dann war das so viel, was ich lernen musste: Jersey wird mit einem elastischen Stich genäht, Nahtzugaben nicht vergessen, Stecknadeln sind enorm wichtig, was ist eine Overlock? Ganz langsam habe ich mich rangetastet. Mein erstes selbst genähtes Stück war eine Pumphose für meine Mausi. Und sie wurde toll! Und ich hab mich immer mehr an anspruchsvollere Sachen rangetraut. Jacken mit Kapuze und Reißverschluss, Jacken mit Innenfutter, und es gelang. Manchmal war ich so angefixt, dass ich aus Stoffresten kleine Täschchen oder Schlüsselanhänger nähte. Meine Tochter sagte darauf hin, ich solle meine Sachen doch mal bei Instagram oder so zeigen. Darüber muss ich aber noch mal nachdenken. Und jetzt hat mich meine Erstgeborene gefragt, ob ich ihr Kleid fürs Standesamt nähe. Das ist für mich ein riesen Kompliment. Im Moment überlege ich, ob ich meine Overlock (habe eine gebrauchte vor zwei Jahren geschenkt bekommen) gegen eine Coverlock austausche. Und dann mal sehen, was meine Maschine und ich noch so alles hervorbringen.
Und dir, Sabine, möchte ich für deine tollen Erklär- Tutorials danken. So einiges habe ich bereits ausprobiert und war erstaunt, was für eine Erleichterung der eine oder andere Tipp doch war.
Dafür ganz lieben Dank.

Liebe Grüsse von der Näh-Omi Liane

Antworten
Sabine 13. Oktober 2020 - 7:36

Hallo liebe Liane,
so schön, dass du deine Nähgeschichte hier mit uns teilst.
Ich glaube, das Omi-Werden hat ganz viele ehemalige Näh-Fans zurück an die Maschine gebracht.
Und gibt’s überhaupt einen schöneren Grund dafür? (nicht, dass man einen bräuchte!) 😉
Danke auch für das schöne Kompliment zum Blog, ich freu mich!
Liebe Grüße
Sabine

Antworten
SehRum 7. Oktober 2020 - 13:43

…vor allen Fähigkeiten eines Menschen, scheint mir eine gewisse expressive hERZlichkeit, das wichtigste an einem Menschen zu sein. Als Trittbrettfahrerin spürbar bodenständiger Natürlichkeit scheint das hier wirklich gegeben zu sein… Auch der gesellschaftlich viel zu unterbewertete Vorberuf (Werte im Irrgarten der sog. “Moderne”), untermauert eine nicht leugbare Menschenliebe. Für mich ist das, der Grundtakt, der die Musik führt: DAS macht das Lesen allen Wissenswerte einfach angenehmer, will ich damit sagen. Ich bin vermutlich auch noch angefixt vom Umgangston in zwei Nähforen, wo es für mein Empfinden NEBEN scheinbar vordergründiger Hilfsbereitschaft, um mahnende Wichtigtuerei geht. Nahezu die Hälfte der K.o.mmentare – sicher fachliche Profis (?!?) – der dort administrativ sich gebärdenden Halbscheriffs, nutzen JEDE Gelegenheit, um formalbelehrend auftreten zu können. “Man” spürt, daß diese Forenorganisatoren, deren Namensgebung bereits auf die respektheischende Zugehörigkeitsaduer verweist, teilweise ein Unterschlupf für im Leben ungehörte Zeitgenossen ist… Unangenehm unfreundlich. Make a long story short.

Im Vergleich zum riesigen. imposanten Nähhandwerk (so erscheint es mir zur Zeit), bin ich wohl in der embryonalen Phase. Ich laufe und gehe nicht, krieche auch nicht, aber schwimme gurgelnd umher… Mein Hauptaugenmerk liegt auf das sog. “upcylcling” von Jeans zu kleineren Kunstwerken (einzige Unbescheidenheit), die ihr Vorleben überstrahlt… Hierbei kann man sicher erstmal nur rudiMANtär vom Nähen sprechen, aber immerhin weiß ich mittlerweile mit der Nähmaschine umzugehen (vorher 0) und bin “unbescheiden” stolz darauf. PosiTief! Wobei man ständig am Rande von nähtechnischen HerangehensWeisen liest und dies einen zumindest erstmal theoretisch immer tiefer hineinzieht, so wie das Insekt, das am Blütenrand Süßes leckt und und unbemerkt ins “Fairderben” schleicht, ins Irreversible gerät… *;O)

Last not least wird einem hierbei plötzlich bewußt, daß die eigene Großmutter aus Rumänien eine begnadete (so wie andere dies oft haben verlauten lassen) Schneiderin war und es an meine verstorbene Mutter weitergegeben hat als schulisch noch gelernte und genetische Fähigeit. Als mir das mittleweile bewußt geworden war, wurde ich traurig, da ich soviel hätte fragen, lernen können, doch war es zu DER Zeit kein Interessengebiet. “Dämlich”… Kann man Zeitmaschinen klöppeln?!?
Barak

Antworten
Sabine 7. Oktober 2020 - 20:28

Ganz lieben Dank für deine Rückmeldung, Barak! 🙂

Antworten
Friederike 10. Oktober 2020 - 18:44

Meine persönliche Nähgeschichte begann schon sehr früh, das fiel mir auf, als meine Tochter bei meiner Mutter mit meinem alten Puppenhaus spielte und Puppenkleider zutage brachte . Mir fiel es wie Schuppen aus den Augen, die hatte ich aus einem alten Handtuch genäht😍 ohne Schnitt, einfach Puppe aufgelegt und drumherum geschnitten und mit der Hand zusammen genäht. Meine Oma saß oft an der Nähmaschine und ich nebendran. Musste ihr immer den Faden einfassen, weil sie nicht mehr gut sehen konnte. So hatte ich keine Berührungsängste und möchte immer mal wieder was, ein Kleidchen (Hängerchen, hatte man damals), einen Rock… in der Schule hab ich mal an einer Näh-AG teilgenommen, da haben wir alle wichtigen Techniken von Hand und auch mit Maschine, elektrisch und zum treten gelernt. Die “Pröbchen” hab ich noch in einer Bonbondose, knooflich, Rechts-Links-Naht, Schrägstreifen…. das gute war, ich kannte das alles schon vom sehen, nun hatte es einen Namen und Beweise. In den 80ern hatte ich einen Freund dessen Mutter viel und toll nähte. Ich war von Zuhause ausgezogen und kaufte mir eine Privileg Maschine (in schwarz 🤩) auf der hab ich 28 Jahre genäht
Damals einem Hosenrock in urwaldbunt mit passender Bluse (pistaziengrün) die mich leider krank aussehen lässt aber so einen schönen Ausschnitt hat… den Hosenrock hab ich ausgegraben und muss den Bund ändern, über den Po passt er noch🥰 und nun sind ja Kulotten modern. Aber sonst passt das meiste von damals nicht mehr 😔 über die Jahre bin ich dann immer in einen Nähkurs der VHS gegangen, immer die gleiche Schneiderin, immer wechselnde Näherinnen. Habe einige Freundinnen da gefunden, viele Ideen bekommen, Schnitte getauscht. Ich nähe trotz der vielen Jahre immer am liebsten einfache Schnitte und werde auch öfter gefragt, wozu ich noch einen Nähkurs brauche.
Im ersten seit Corona hab ich die begonnene Lovis Jacke beendet, da sagte eine, du nähst ja in der Königsklasse 😍 da war ich baff. Das ist einem nicht so bewusst, weil man nur die Probleme sieht, das war der Reißverschluss, aber die Schneiderin wusste Rat und jetzt stolzierte ich wie ein Gockel mit der Softshelljacke herum und lass mich loben🙈 nun nochmal ein großes Lob an Sabine. Ich mag lieber die Bild für Bild Anleitungen als Videos, toll, dass man wählen kann. Nun würde mich noch interessieren wie du zur Schnittgestaltung kamst. Dazu habe ich auch mal einen Kurs gemacht, der aber zu theoretisch war und mir nicht sehr weitergeholfen hat.
Nun liegt die zugeschnittene Moxie auf dem Tisch und weiter Projekte stehn in der Warteschleife. Der Winter wird viel zu kurz sein, um alles aufzuarbeiten. Zumal an Weihnachten alle Freundinnen, Schwiegertöchter, Mama usw eine selbstgenähte Kleinigkeit bekommen. Utensilo, Einkaufsfalttasche, tatüta, sonstige Täschchen was ich so als Serie schon gemacht habe. Außerdem muss mein erstes🤩 Nähzimmer eingeräumt werden, alles vernünftig einsortiert werden, vor allem alle bisherigen Schnitte. Es kommt keine Langeweile auf (was ist das eigentlich?) Und jedes beendete Projekt macht so glücklich und zufrieden😊

Antworten
Sabine 11. Oktober 2020 - 18:08

Hallo Friederike, ganz lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
Hast recht, Nähen macht wirklich glücklich. Witzig, darüber habe ich heute auch in meiner Insta-Story gelesen.
Über die Möglichkeiten, die hinter der Angst zu versagen stecken… 🙂
Wie ich zur Schnitterstellung gekommen bin? Naja, wenn man bestimmte Ergebnisse im Kopf hat, muss ja irgendwie ein Schnittmuster dazu her… 😉
Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Silvia 14. April 2020 - 16:52

Hallo Sabine,
ich fand/finde Deinen “Nähbericht” sehr erfrischend und habe an manchen Stellen schallend gelacht weil ich mich in Deinem Bericht zum größten Teil wieder gefunden…..”mach doch mal was schönes” …..
Bin auch solange ich denken kann in irgend einer Weise kreativ gewesen. Habe auch in den ersten Handarbeits “Anfällen” alles behäkelt und bestrickt, meine lieben mußten das denn alles ausbaden. Dann habe ich mit Gobelin Stickerei angefangen, war einfacher als Kreuzstich-ich hasse Kreuzstich. Beim Aldi gabe es damals so ein Gobelin Set. Dann wollte ich das nähen versuchen und habe mir bei Quelle eine Nähmaschine gekauft. Habe anschließend die Manchester Hosen meines Mannes mir der Hand geflickt, weil der Stoff nicht unter das Füßchen passte.
Dann habe ich Fadengrafik auf Karten gemacht was mir sehr viel Spaß gemacht hat, unter anderem auch weil ich dann oft ein Aaaa und ein Oooooh gehört habe.
Musste mich dann beruflich mit einem PC befassen, der größte Albtraum für mich als Quereinsteiger aus dem Jahrgang 1955. Habe aber dann durch das “quälen der Maus und der Tastatur” das Internet entdeckt und soviel neues kennen gelernt.
Bin auch durch Gabriele von Congabären zum nähen gekommen und habe mir “wegen ihr” eine Nähmaschine gekauft, eine Carina. Bin sowas von glücklich das ich das gemacht habe.
Komme vorallen Dingen auch ohne Hilfe mit der Maschine zurecht.
Da ich nach 48einhalb Berufsjahren keine Lust mehr hatte, bin ich seit Juni 2019 in Rente. Habe eigentlich alle Zeit der Welt…..aber pendel jetzt zwischen meiner Carina, PC und Papier basteln hin und her…
Habe gerade bei YouTube etwas gesucht und da ich Deinen Kanal abonniert habe, bekam ich einen Vorschlag und bin dadurch auf Deinem Blog gelandet. ( Mundschutz nähen)
Alles in allem finde ich alles was Du erklärst und beschreibst sehr hilfreich und finde es toll das es Menschen wie Dich gibt,
die Menschen wie mich “aufklären”.
Ganz lieben Dank dafür.
So, jetzt habe ich Dich aber genug zugetextet werde den ” Roman” beenden. Deinen Blog habe ich schon gespeichert und werde mit Sicherheit hier mal öfters vorbeischauen.
Herzliche Grüße aus Niedersachsen
Silvia B

Antworten
Sabine 14. April 2020 - 18:59

Hallo Silvia, vielen Dank, dass du deine Nähgeschichte mit uns teilst!
Herrlich! Besonders die Stelle mit der Manchesterhose. 🙂
Toll, dass du mich gefunden hast! Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Andrea 6. Oktober 2019 - 0:40

Liebe Sabine,
eigentlich müsste ich böse auf Dich sein 😉
Nachdem ich nach der Suche über Infos zu Overlockmaschinen über Deinen Blog gestolpert bin, ist es wieder um mich geschehen. Ich habe vor 30 Jahren (als Studentin) das letzte Mal auf meiner alten Privileg genäht und jetzt…ICH BIN SÜCHTIG!!!
Die alte Privileg rattert so oft es geht (ein tapferes altes Mädchen) und eine Overlock ist auch kürzlich eingezogen. Auf mein Konto darf ich gar nicht gucken, aber egal…ich bin im Nähglück!!
Alles was ich finden kann wird verwertet – kein Reißverschluss und kein Stoffrest ist vor mir sicher. Und weil ich jetzt aus gesundheitlichen Gründen auf eine Vier-Tage-Woche verkürzt habe, kommt diese wieder entdeckte und doch irgendwie neue Welt für mich wie gerufen.
Und dafür bin ich Dir unheimlich dankbar!!! Für Deine tollen Tipps, Deine Kreativität und für die ungezwungene Art, mit der Du das Nähen zu etwas ganz besonderem und individuellem machst – und dafür, dass mich damit angefixt hast.
Übrigens auch großes Lob für Deinen Blog. Er ist super, übersichtlich und sehr gut durchdacht.
Als neuer “Fan“ grüßt Dich
Andrea

Antworten
Sabine 6. Oktober 2019 - 8:37

Liebe Andrea,
jetzt läuft mir gerade eine Gänsehaut rauf und wieder runter.
Danke, danke, danke!
Es tut so gut, das zu lesen.
Und ich freu mich unheimlich, dass ich dich mit meiner Begeisterung anstecken konnte.
Bleib daran, es erwarten dich demnächst wieder neue spannende Näh-Abenteuer. 😉
Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Anja Scharf 24. September 2019 - 17:07

Hallo Sabine,
ich bin Anja von Annuschkasnorthernstar bei WordPress.
Einige Zeit lag das Nähen bei mir brach, weil ich kein Zimmer dafür hatte, und nähen im Schlafzimmer hatte für mich als Hausstaubmilbenallergikerin zu viel Staub als Nebenwirkung. Aber jetzt habe ich seit einigen Wochen ein eigenes Näh- (und Gäste-)zimmer und freue mich auf die dunkle Jahreszeit, dann habe ich auch mehr Zeit….
Ich musste schmunzeln, als ich deine Nähgeschichte las, denn auch meine Mutter nähte und häkelte mit Begeisterung (wenn auch nicht beruflich). Meinen ersten Schultag erlebte ich auch in den 70ern mit orangem Ranzen mit Katzenaugen… und in einem zartlila gehäkelten Glockenrock :-))
Mit Kleidung habe ich mich bisher nur einmal versucht, während meiner Schulzeit bei einer Projektwoche. Ich nähe aber gerne Quilts, Tischdecken etc. Letztens habe ich mir die alten Leinenballen aus dem Schrank gekramt, gewaschen, gebleicht und einige Stücke auch gefärbt. Und Häkelspitzen hatte meine Mutter auch gehortet, mal sehen, was daraus jetzt entsteht.
Ich feue mich, hier mitzulesen und auch mitzumachen.

Liebe Grüße, Anja

Antworten
Sabine 24. September 2019 - 17:22

Hallo Anja, faszinierend, wie sich die Geschichten doch gleichen, oder?
Ich finde es total schön, dass du deine Nähbiografie mit uns teilst.
Ganz lieben Dank dafür und schön, dass du zu SewSimple gefunden hast.
Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Eva Schmidt 6. Juni 2019 - 22:33

Liebe Sabine
Ich habe mit Vergnügen die vielen Nähgeschichten gelesen.
Meine begann schon in der Kindheit, ich bin Jahrgang 53. Meine Großeltern hatten ein Geschäft für Kinderbekleidung mit eigener Fertigung. So bin ich schon als kleines Kind auf dem Zuschneidetisch gesessen. Der Geruch von Maschinenöl ist hat meine Kindheit begleitet. Leider haben meine Großeltern dann ein Hotel eröffnet und den Nähbetrieb geschlossen. Bei uns daheim wurde immer seltener genäht. Es wurde spießig selbstgenähtes zu tragen. Für unsere Tochter habe ich dann meine alte Pfaff wieder reaktiviert und Kleidchen fürs Kind und ihre Puppe genäht. Mein Mann hatte dann irgendwann Mitleid mit mir und meiner alten Maschine. Es gab nur Steppstich, Zickzack und Rückwärtsgang. Es schenkt mir eine supertolle Bernina mit damals ganz neuer Computersteuerung bei vielen Stickprogrammen. Dann landete diese im Schrank und wurde viele Jahre nur für Flickarbeiten rausgeholt. Dann begann ein neuer Lebensabschnitt nach vielen ausgefüllten Berufsjahren. Ich ging in den Ruhestand. Dann bekam ich durch eine glücklichen Umstand eine Menge tolles Leder geschenkt und begann Handtaschen zu nähen. Das hat mich regelrecht angefixt. Freunde und Verwandte gaben bei mir Bestellungen auf. An Kleidung habe ich mich nicht rangetraut. Und dann fand ich deinen Blog im Internet und nach dem ich den ersten Schnitt heruntergeladen und zusammengeklebt und ausgeschnitten hatte stellte ich fest das ich Kleidung nähen kann und das Ergebnis gut aussah. Seit dem nähe ich fast täglich und bin ganz glücklich.Etwas selber zu schaffen gibt einem so viel. Ich habe mir einen Nähtisch gebaut und alles was man zum Nähen braucht gut untergebracht. Ich liebe Stoffe und habe heute einen tollen Stoff mit kleinen Röschen drauf erstanden und da wird morgen eine Faye draus.

Vielen Dank für Deinen liebevoll gestalteten Blog Liebe Grüße Eva

Antworten
Sabine 7. Juni 2019 - 6:43

Hallo liebe Eva,
ich finde es so schön, dass du deine Geschichte hier teilst.
Vielen, vielen Dank dafür!
Ich denke immer, wenn die erste Angst vorm Kleidung-Nähen mal überwunden ist,
bzw. wenn man das erste funktionierende, gut sitzende Teil genäht hat, dann ist die Hürde genommen.
Allein das Gefühl, etwas zu tragen, was man selbst genäht hat. Das macht so unglaublich stolz!
Ich wünsche dir und FAYE heute viel Spaß! 🙂
Lieben Dank nochmal für dein schönes Lob und viele Grüße
Sabine

Antworten
Kimize 6. Mai 2019 - 7:31

Hallo Sabine, hab Dich erst jetzt entdeckt, und mir gefällt Deine Art. Im Gegensatz zu den vielen anderen gehst Du den Dingen auf den Grund anstatt immer nur möglichst teure Ausstattung zu verwenden. Ich habe mir mit 18 einen supereasy-Schnitt und Stoff gekauft und ein Kleid genäht, das immer noch paßt. Weil ich dafür ziemlich lange gebraucht hatte, habe ich 1 Jahr Nähen auf einer Hauswirtschaftsschule zwischen Abi und Ingenieursstudium gemacht. Seitdem kann ich etwas zeitsparender nähen. Ich habe eine 50 Jahre alte Pfaff und könnte mir nicht vorstellen, auch noch an der Nähmaschine zu warten, bis der Computer hochgefahren ist, das touch reagiert oder mich durch Programme zu klicken. Ich nähe, was ich nicht kaufen kann, nicht als Zeitvertreib, sondern um nachher schöne Dinge zu benutzen. Und alles mit dem Stretchstich oder der Zickzackscheibe. Die Messe Stoffklammern brauche ich ebensowenig wie Klebestreifen, und Nahtzugabe schneide ich nach Gefühl… wenn man mitdenkt und sich nicht sklavisch an eine Anleitung hält, wird man erst frei, seinen eigenen Weg zu gehen. Und aus der Not (wenn zu wenig Stoff für den Schnitt da ist oder man ungern trennt) wird dann eine Tugend. In diesem Sinne werde ich Dir folgen, mich von Dir anregen lassen, von Dir lernen und bei Bedarf auch mal was kaufen. Mein Nähfundus ist allerdings von Mutter und Oma recht reichhaltig, und mir gefällt am Nähen ja gerade, daß man aus Wenig Viel machen kann.

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Sabine 6. Mai 2019 - 19:23

Hallo und lieben Dank für deine Näh-Geschichte!
Ich gebe dir vollkommen recht: Aus der Not (oder: der Improvisation) entstehen erstaunlich schöne Sachen!
Das liebe ich auch am Nähen. Und das ist genau der Grund, warum ich solche zusammengewürfelten Näh-Ideen aus Resten so toll finde. 🙂
Wenn ich für mich selbst Kleidung nähen (was immer häufiger vorkommt, seit ich selbst Klamotten entwerfe), kaufe ich mir natürlich den passenden Stoff.
Aber für kleine Projekte verwende ich sehr gerne “geerbte” oder geschenkte Stoffe. Die ich im übrigen sehr in Ehren halte, weil damit auch Erinnerungen verbunden sind.
Viele Grüße an dich und alles Liebe – und Dankeschön für dein Feedback, über das ich mich sehr freue!

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Antje 28. April 2019 - 21:19

Kleines Fehlerteufelchen…. Silvestermorgen 2015 wars gewesen…. Antje

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Antje 28. April 2019 - 21:11

Liebe Sabine,
Dank für Deine Ermutigung.
Ich werde mich trauen. Und von den Hochs und Tiefs bei der Taschennäherei berichten….
Übrigens – der Mann meines Herzens scheint genauso toll zu sein wie der Gemahlsgatte – am Silvestermorgen 2014 packte er mich und Regale und Kisten eines netten Baumarktes in das Auto, opferte seine Aktenordnersammlung und schuf mir eine Schneidervorratskammer, die sich sehen lassen kann….und kurz danach einen neuen Arbeitstisch im ehemaligen Kinderzimmer und den dringenden Rat zu neuen Gerätschaften. Jetzt kann ich aus dem Vollen schöpfen und zwischen Overlook und Normalomaschinchen hinundherwechseln… Ein Traum !!
Hier und jetzt auf diesem Wege einen Dank an alle Herzensmänner und Gemahlsgatten und Kerle, die uns lieben und unterstützen !! Und an alle, die uns fordern !!
Antje

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Sabine 28. April 2019 - 22:00

🙂 Schönen Gruß an den Mann deines Herzens: Eine großartige Investition! 😉

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Antje 28. April 2019 - 7:00

Liebe Sabine, es ist Sonntag früh um 4:00, der Flohmarkt noch nicht offen und Dein Blog lädt ein zum Schmöckern.
Was für schöne Geschichten hab ich hier gelesen !
Meine ersten Näherfahrungen hab ich mit der uralten aber wunderschönen Singer-Tret-Nähmaschine meiner Großmutter aus dem Jahr 1910 gemacht…. ein Rock für die Disco aus Bettlaken und Spitze für meine Freundin und mich…. wir waren 15 und es waren die 80er Jahre. Wir fanden uns so cool. Wenn wir die Bilder heute sehen, grinsen wir uns an…
Dann lange Zeit gar nichts.
Bis ich zu Ostern 2015 im Fernsehen einen Bericht über den Stadtteil Friedrichshagen hier bei uns in Berlin sah und darin eine nette ältere grauhaarige Dame kennenlernte, die ihre Leidenschaft fürs Quilten und Patchworken so überzeugend darbot, das ich mit großen Augen in den Fernseher starrte und sagte : “Das will ich auch !” Der Mann meines Herzen meinte nur ” Mach doch”
2 Wochen später sah ich auf meinem sonntäglich besuchten Flohmarkt eine nette ältere grauhaarige Dame…… kann es denn sein ?? Ich traute mich…” Sie werden entschuldigen, sind Sie nicht… und machen Sie nicht…und kann ich bei Ihnen lernen..? Dreimal Ja, Austausch von Emailadressen und 2 Wochen später saß ich glückstrahlend und aufgeregt und staunend ob der Stoffpracht bei Edel in der Wohnung und nähte meinen ersten Topflappen. Was heißt hier Topflappen – Kunst in der Küche !!! Es war so toll, aus gaaaaanz vielen alten Stöffchen etwas gaaaanz schönes zu machen.
Zu Hause die eingestaubte 25 Jahre alte Nähmaschine – die für die Gardinen 🙂 – rausgekramt, die versteckten Rolltücher und alten Bettwäscheteilchen aus alten Zeiten gebügelt und losgelegt.
Patchworkdecken ! Ein Traum ! Jeder bekam eine, ob er wollte oder nicht.
Für die Silberhochzeit ein Jahr später mit dem Mann meines Herzens habe ich zusammen mit Edel 18 Patchworkdecken in 4 Monaten genäht – so als Gastgeschenke. Die staunenden Gesichter und funkelnden Augen der Gäste zu sehen war so toll !
Meine Tochter meinte – nachdem sie die gefühlte 20. Decke bekam – ich sollte doch jetzt mal Kindersachen nähen für meine zwei zum Niederknieen entzückenden Enkelmädchen. Babyhöschen, winzig kleine Ärmel einfassen, oh jeh. Aber wer hätte das gedacht – es geht. Es macht sogar genauso viel Spaß wie patchen und quilten. Die beiden Mäuse sind von oben bis unten eingenäht, verlangen ständig Nachschub, haben sehr eigene Vorstellungen von Stoff und Farbe und Muster – 2,5 und 5 Jahre !! – und erzählen jedem , das ihre Nonna aaaaaaalles alleine für sie näht. Und die, nämlich ich, Nonna, platzt vor Stolz.
Wenn ich an der Nähmaschine sitzte, fällt alles ab. Der Arbeitstress, aller Ärger, die Traurigkeit, das meine Enkelmädchenn so weit weg wohnen. Es ist unglaublich, wie dieses Rattern und fusseln und das Geräusch eines Rollschneiders beruhigen.
Und das Hin und Herlesen in Deinem Blog lässt mich oft lächeln !! Danke !!
Wenn ich mich jetzt noch an Knopflöcher und Reissverschlüsse traue ( Gottseidank gibt es wunderbare Druckknöpfe und Bänder usw. ), dann gibt es wirklich kein Halten mehr……
In diesem Sinne herzliche Berliner Grüße, weiter so und Danke für die vielen Inspirationen !!!!!
Antje

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Sabine 28. April 2019 - 8:06

Hallo liebe Antje,
wenn ich deinen Bericht lese krabbelt mir eine Gänsehaut rauf und wieder runter: sooo schön!
Mit wie viel Herz und Leidenschaft du nähst. Das ist echt anrührend!
Übrigens sind meine Enkelmädchen genauso alt wie deine. 🙂
Und sie lieben nicht nur Klamöttchen in Pink, mit Regenbögen, Wölkchen und Einhörnern sondern auch Täschchen. Und zwar jede Menge!
Ich kann dir also nur empfehlen, dich mal zu trauen. Deine Süßen werden sich riesig freuen!
Für Angsthäschen und Anfänger habe ich extra Dillie entwickelt, bei der ich jeden Schritt ganz genau erkläre.
Ganz lieben Dank für’s Erzählen und viele Grüße
Sabine

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Sabine 23. Februar 2019 - 10:26

Hallo Sabine, ich bin heute morgen auf deinen Block gestoßen, weil ich die letzten Wochen wieder meine Nähmaschine aus der hinteren Ecke gezogen habe und auf der Suche nach schönen Dingen zum Nähen. Ich nähe mit Hingabe kleine Täschen. Ich finde deine Geschichte von den Anfänger deiner Nähleidenschaft so schön. Bei mir ist es ähnlich. Meine ersten Nähanfänge sind schon mindestens 20 Jahre her. Meine damalige Schwiegermutter meinte, es würde mal Zeit für eine eigene Nähmaschine. An ihrer Maschine habe nur so Reparaturarbeiten an Arbeitshosen usw. gemacht. Wie gesagt, es wurde mir eine Nähmaschine gekauft. Mein erstes Projekt war eine Bluse zum Fasching als Pirat, mit Rüschen usw. Dort wo ich meinen Stoff gekauft habe,hätte ich auch die Möglichkeit unter ihrer Anleitung das ganze zu bewerkstelligen.Es hat mir Spaß gemacht und das Ergebnis fand ich für mein erstes Projekt ganz gut. Aber mehr wurde nicht daraus, wie einmal im Jahr mir ein Faschingskostüm nähen. Bis dass dann auch einschlief und die Maschine in die Ecke gestellt wurde. Im September letzten Jahres sah ich auf SWR bei Kaffee oder Tee einen tollen Bericht, Kosmetiktäschen selbst nähen. Davon war ich so begeistert, dass ich mir den Stoff und das Zubehör dazu bei Butinette bestellt habe und ganz erwartungsvoll darauf gewartet habe. Ich aber noch ganz viel andere Ideen im Kopf hatte. Ich bastele sehr gerne, und mache Origami. Das ist so zusagen mein Ausgleich zu Familie, Job und Alltag. Die Nähsachen kamen und wurden mal neben der Nähmaschine abgelegt. Es kamen dann Monate, mit Krankheit in der Familie usw.
Um Weihnachten wurde viel gebastelt und alles in unserem Esszimmer. Danach musste ich alles wieder zusammenräumen, bis zum nächsten Tag. So könnte das nicht weitergehen. Und so beschloss ich, unser Büro/ Gästezimmer umzugestalten. Meine Lebensgefährte half mir und zusammen haben wir das Zimmer umgestaltet, meinen Kinderschreibtisch verschenkt, im Ikea einen neuen Tisch mit einer 2m Arbeitsplatte gekauft, viele Schubladen für Kram rein zu machen. Und so bin ich dann mal endlich zu meinem Stoff gekommen, die Nähmaschine entstaubt und wieder zum Leben erweckt. Habe in mir bekannten Stoffgeschäften und Internet gestöbert, mir Stoffe gekauft und jetzt muss mein Mann ( Lebengefährte ist ein blödes Wort) mit meinen anfänglichen Ergebnissen zurecht kommen. Es macht mir riesigen Spaß mich an die Nämaschine zu setzten und zu nähen. Mache im nächsten Monat in meinem Stoffgeschäft vor Ort einen Workshop, ich sauge alle Tipps wie ein Schwamm auf. Auf deine Frage zurück zu kommen, braucht die Welt noch einen Nähblock, ja, ich finde deinen Blog super, auch für mich als Anfänger, hat man auch ein Erfolgserlebnis. Auch die Geschichten von jedem , finde ich schön. Deinen Mut, etwas Neues zu machen finde ich klasse.
Weiterhin viel Spaß beim Nähen und Glück.

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SewSimple 23. Februar 2019 - 11:52

Hallo liebe Sabine, so eine schöne, anrührende Geschichte. Wie toll, dass du letztendlich einen schönen Platz für dein Hobby gefunden hast.
Im Haus genauso wie im Leben. 🙂

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Hanne Pichota 15. Januar 2019 - 15:23

Hallo Sabine,
ich verfolge schon seit einiger Zeit Deine Beiträge auf Facebook. Ich nähe und stricke seit 56 Jahren. Mit 15 habe ich angefangen. Zwischendurch hatte ich 2 mal Brustkrebs mit allem drum und dran. Mein Höhpunkt in meiner Nähkariere war, daß ich an einer Fördrschule sechs Jahre kreatives Gestalten unterrichtet habe. Hat sehr großen Spaß gemacht, da man auch “unlustige” Schüler zu einem Erfolg verhelfen konnte. Das absolut Highlight war ein Wettbewerb von Gütermann. Unsere Schule hat dafür den 2. Preis erhalten mit dem Projetk “Bewegliche Bilder”. So, und nun werde Ribbon patch ausprobieren. Material ist genug vorhanden.

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Ulli 31. August 2018 - 21:22

Liebe Sabine, Danke für Deinen lieben Kommentar!
Entschuldigt die „Fehler“ das kommt davon wenn man mal soeben mit dem iPad mini schreibt und eine Lesebrille braucht……und Licht wär auch nicht schlecht gewesen ? jetzt muss ich erst mal die Tracht fertig stellen und dann kommen die Kosmetiktäschchen dran. Das ideale Geschenk für 4 Nichten zum Nikolaus. Leider hab ich nur immer am WE ein paar Stunden Zeit zum nähen! Lieben Dank! Schönes Wochenende !
Liebe Grüße
Ulli

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Ulli 31. August 2018 - 19:46

Hallo! Gerade dachte ich, ich bin erst ein paar Minuten auf Deiner Seite……aber nein es sind bereits 1 1/2 Stunden. Schön geschrieben, nette und gut umzusetzende Ideen.
Ich nähe nun seit knapp 35 Jahren, oder länger hm…. egal.
In der Schule hasste ich die Handarbeitsstunden, egal ob Stricken – meine Schals hatten Ränder wie Schlangenlinien in wenn sich meine Mama erbarmt hatte, sah man diese 10 cm die sie gestrickt hat klar und deutlich. Nähen war eine noch größere Katastrophe….. wir mussten eine Schürze aus kariertem Baumwollstoff mit der Hand nähen. Das war die wahre Folter und grenzte schon an Körperverletzung und Nötigung!
Meine Großeltern stammten aus dem Sudetenland ab und hatten hier in Bayern nach ihrer Flucht wieder eine Maschinenstickerei aufgebaut. Wunderschöne Sachen wurden mit der Dampariermaschine gezaubert, vor allem mein Opa war ein Künstler an der Maschine. Meine Oma war gelernte Schneiderin und hat diese wunderbare gestickten Teile zu herzlichen Abendkleidern zusammengenöht und Pailletten, Kordeln und Perlen von Hand aufgestickt. Damals war damit kein Geld zu machen denn die Billigläden und versandkataloge hielten Einzug und so könnten sie nur mehr schlecht als recht „überleben“.
Das Enkelkind -ich – hat sich für das Alles in kleinster Weise interessiert. Schade aber es warballes andere interessanter als das.
Ich habe Arzthelferin gelernt, mittlerweile Praxismanagerin einer großen orthopädischen Praxis.
In meiner beruflichen Anfangszeit hatte ich eine Freundin, ebenfalls Arzthelferin, ebenfalls Mittwochnachmittag frei, die Nähte. Nach dem Kaffeetrinken gingen wir immer zu Karstadt und sie hat sich Stoffe gekauft. Nachdem ich ja die große Leuchte in Handarbeit in der Schule war, hatte ich nicht das Interesse zu nähen, aber der Neid – Ja der Neid – auf die ganzen Sachen, die sie sich genäht hatte wuchs von Mal zu Mal. Sie meinte nur: solange du es nicht versuchst kannst Du nicht wissen ob es mittlerweile etwas für Dich ist. Mach was Einfaches für den Anfang.
Ok ich versuchte es, was einfaches, super ich wusste sofort ich möchte mir die damals angesagten und teuren Röcke nähen, die aus einer abgeschnittenes Jeans mit Stoff rundrum, nähen. Nur….. ich hatte die Jeans nicht gerad angeschnitten, sondern vorne und hinten mittig zu einem Spitz, sodass ich den Stoff anpassen musste, weil er sonst an den Seiten ja viel kürzer gewesen wäre. Ich hab Stunden , ohne jegliche Näerfahrung, auf einer uralten Viktorianähmaschine damit verbracht und ich hab es geschafft.
Weiter ging es mit Burda Super Easy Schnitten. Mein erste Flugreise mit einem Koffer voll Hosen und Röcke mit Gummizug angetreten und ich war sowas von stolz.
Ich habe mir alles selber beigebracht und nie einen Nöhkurs besucht.
Am Wochenende hab ich meine Nöhmaschine Pfaff Tiptronic, mit der ich über 18 Jahre genäht habe, gecrasht.
Am Montag hab ich mir die Brother innovis gekauft, damit mein aktuelles Nähprojekt ein Trachtenmieder, handgerechter Rock mit Schürze vollendet werden kann.
Seit diesem Jeansrock vor Jahrzenten habe ich nie wieder aufgehört zu nähen. Und so wie ich es sehe, muss ich mich jetzt mal an Kosmetiktäschchen wagen, denn die find ich echt toll!
Liebe Grüße Ulli

Antworten
SewSimple 31. August 2018 - 20:29

Hallo liebe Ulli,

was für eine wunderschöne und bewegende Näh-Geschichte. So toll, dass du sie hier mit uns teilst.
Ja, du kannst wirklich stolz auf dich sein – es ist gar nicht leicht, sich als Autodidaktin durch die Basics des Nähens zu wurschteln.
Das war einer der Gründe, warum ich mit diesem Blog gestartet bin.
Wenn du noch neu im Kosmetiktaschen-Nähen bist, empfehle ich dir unsere Kosmetiktasche Dillie.
Das ist eine Basic-Tasche mit super ausführlicher Anleitung – eben speziell für Anfänger.

Liebe Grüße
Sabine

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Sandra 20. August 2018 - 20:29

Hallo zusammen,

ich muss sagen, dass ich die Kommentare nicht hätte lesen sollen – einige haben mir echt die Tränen in die Augen getrieben. Ich finde es schön, wie solche “Kleinigkeiten” Menschen helfen, aus ihren Tiefen wieder heraus zu kommen und wünsche euch alles Gute.

Ich bin eher durch Zufall sowohl zum Nähen als auch auf deinen Blog gestoßen. Mein Mann näht seit vielen Jahren für unser Mittelalter-Hobby und bisher fand ich das immer irgendwie doof. Bis zu dem Zeitpunkt, als mein Mann vom Mittelalter zum Cosplay gekommen ist -also das möglichst detailgetreue Darstellen von Comic- oder Film- bzw. Romanfiguren. Unser Sohn war natürlich sofort total begeistert und hat sich verschiedene Kostüme gewünscht. Nur leider kann mein Mann aufgrund seiner Krankheit (Multiple Sklerose) nicht mehr wirklich gut mit allen Stoffen nähen. Und weil fertige Kostüme kaufen zum einen wirklich teuer ist und zum anderen man nicht alles findet, was Junior so vorschwebt, muss jetzt halt die Mama ran und das Nähen lernen. ^^ Eine Freundin ist mir da sehr behilflich und auf deinem Blog hab ich schon den einen oder anderen hilfreichen Tipp gefunden. 🙂

Ich freue mich auf weitere interessante und hilfreiche Geschichten.

Liebe Grüße
Sandra

Antworten
SewSimple 20. August 2018 - 21:59

Hallo liebe Sandra, dass du deine Geschichte mit uns teilst ist so großartig! Danke dafür!

Antworten
Eva 13. Juli 2018 - 18:11

Liebe Sabine,
vielen Dank für “Deine” Geschichte (und danke an alle Anderen, die sich hier geäußert haben)! In meiner Familie wurde immer viel genäht, einige Familienmitglieder haben das sogar zum Beruf gemacht. Aber ich war immer das Kind mit den zwar wunderschönen aber eben völlig unmodernen Kleidern, als alle Hosen und Parka hatten… Ich fand die Kleider so toll und hab’s trotzdem gehasst. Und um das Nähzimmer meiner Oma habe ich daher immer einen großen Bogen gemacht.
Heute würde ich was dafür geben, so ein eigenes Zimmerchen zu haben! Irgendwann haben die Gene nämlich dann doch zugeschlagen und die erste Maschine vom Discounter ist hier eingezogen. Das erste Nähprodukt war ein Prinzessinnenkleid aus Faschingssatin, für eine Anfängerin eine Katastrophe, aber wenn ich die Bilder von meiner Kleinen damals sehe, könnte ich vor Stolz immer noch juchzen. Alles andere als perfekt, aber von mir mit meinen Händen gemacht – und sie war so glücklich.
Heute nähe ich am liebsten Taschen, hab mir auch eine Stickmaschine gegönnt und schaffe mir so langsam die Freiräume, die mir gut tun. Ohne das Nähen, das “Kruschteln” in meinen Stoffschätzen, ohne die vielen lieben Menschen mit ihren tollen Ideen im Internet und in der echten Welt würde mir was fehlen, das ist in einem Tag voller Pflichten das einzige, was wirklich nur MIR gehört, mein Ding! Andere machen Yoga, ich stöpsele die Nähma ein! Der Rest der Familie verdreht die Augen, wie ich damals bei meiner Oma – aber nachdem meine inzwischen große Tochter gerade dabei ist, ihr eigenes, sehr kreatives Talent zu entdecken, kommt hier langsam auch das Verständnis. Die Gene eben! Nur Kleider bekommt keiner mehr von mir genäht – aber wer weiß, vielleicht traue ich mich da eines Tages auch noch dran. Meine Oma irgendwo da oben wird dann leise lachen!
Liebe Grüße Eva

Antworten
SewSimple 13. Juli 2018 - 20:40

Hallo Eva, so eine schöne Geschichte – vielen, vielen Dank für’s Teilen!
Ich lese da auch Parallelen zu meinem eigenen Näh-Werdegang raus.
Übrigens war ich lange überzeugt, dass ich NIEMALS was Selbstgenähtes tragen würde.
Taschen, Kosmetiktaschen. Bis ich mich irgendwann dabei erwischte, erste Entwürfe für Shirts zu zeichnen.
Inzwischen bin ich so verwöhnt, dass ich am liebsten NUR noch selbst genähte Shirts und Blusen trage.
Nichts anderes sitzt und passt so gut – noch dazu aus handverlesenen Stöffchen.
Ich LIEBE es und kann gar nicht begreifen, wie ich so lange auf diesen Genuss verzichten konnte. 🙂

Lieben Grüße
Sabine

Antworten
Jenny Kettler 2. Juli 2018 - 19:23

Hallo liebe Sabine!
Wieviel Zeit ist vergangen und was ist alles in der Zeit geschehen? Mir hat deine Story die Tränen in die Augen getrieben. Und wie du dich verändert hast!
Ich wünsche dir ganz viel Glück! …dein Blog ist wirklich spitze, ich lese überall von dir (dein Sohn hat es drauf mit Google und so), ich muss jetzt mal anfangen zu prahlen, dass ich dich auch „in echt kenne“, quasi inside 😉
Und dann muss ich bald auch mal mehr Zeit für dieses tolle Hobby finden…
Ganz liebe Grüße, Jenny

Antworten
SewSimple 4. Juli 2018 - 5:01

Hallo Jenny,

DAS ist ja krass! Vielen, vielen Dank für deinen lieben Kommentar! 🙂
Und echt gar nicht so einfach, im vollgepackten Alltag Zeit für die “schönen Dinge des Lebens” zu finden.
Geht mir auch oft so… 😉
Aber es lohnt sich – spätestens, wenn man bei der nächsten Geburtstagseinladung ein echtes Unikat verschenken kann!

Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Barbara Seidl 30. Juni 2018 - 12:11

Hallo Sabine,
Ich musste schmunzeln über deine “Nähgeschichte”. Sie könnte auch von mir geschrieben sein.
Meine Mutter war zwar keine gelernte Schneiderin, aber sie hat das Nähen geliebt. Meine ersten Kleidchen waren kurz nach dem Krieg aus Fallschirmseide. Handgenäht.
Bis vor 3 Jahren konnte ich nicht mal einen Faden in ein Nadelöhr fädeln. Eine absolute Mangelbegabung. Trotzdem wollte ich endlich mal etwas von Anfang bis Ende selbst machen. Deshalb hab ich mich bei einem Nähkurs angemeldet und vorsichtshalber als Mangelbegabung geoutet.
Seitdem nähe ich. Danke Petra.
Keine Klamotten. Nur, was mir wirklich Freude macht. Von Anfang bis Ende.
Dein Blog gefällt mir, weil ich deine Erklärungen super verständlich finde.
Am liebsten sind mir natürlich Videos.
Danke Sabine, dass du mich unwissentlich gut unterstützt hast, etwas zu nähen, bis es fertig ist.
Liebe Grüße
Barbara

Antworten
SewSimple 30. Juni 2018 - 17:27

Hallo Barbara, das freut mich so sehr! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Nähgeschichte hier auf dem Blog zu teilen.

Antworten
Helma Benke 22. Juni 2018 - 21:51

Hallo Sabine und alle Schreiberinnen,
eure Nähgeschichten zu lesen war echt sehr anregend.
Ich habe mir kurz nach meiner Pensionierung – nach 40 Jahre Grundschullehrerinnen-Leben- eine neue Nähmaschine gekauft. Danach hat mich das Nähfieber erwischt und lässt mich nicht mehr los.
Endlich sieht man/frau mal am Abend, was man geschafft hat im Gegensatz zur Arbeit in der Schule.
Ich nähe jetzt seit ca. einem Jahr vor allem praktische Sachen. Natürlich hab ich früher schon mal genäht als die Kinder klein waren, aber eher nur Flicken auf die Löcher in den Hosen.
Inzwischen hat mein Mann mir auch eine Website (www.fra.ubenke.de) gemacht, ich einen Reisegewerbeschein erworben und verkaufe meine genähten Sachen auf Märkten. Das macht so viel Spaß und ich als Pensionärin habe keine Langeweile mehr. Den Erlös spende ich für eine Familie in Bangladesh, die ich durch einen Flüchtling kennenlernte.
Also ich kann nur bestätigen: Das Nähen ist wie eine Therapie. Mich rettet es vor der Ruhestand-Langeweile.
Liebe Grüße an alle Näherinnen

Antworten
SewSimple 23. Juni 2018 - 7:29

Hallo Helma,

wie toll, wenn man mit dem Hobby noch was Gutes tun kann.
Ich finde dein Engagement klasse und wünsche dir weiterhin viel Spaß und Erfolg mit deinem Projekt.
Danke, dass du deine Nähgeschichte mit uns geteilt hast.
Mir fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich die Richtungen sind, aus denen wir kommen.
Und wie groß dann doch wieder die Ähnlichkeiten. 🙂

Liebe Grüße
Sabine

Antworten
Renate Streubel 11. Juni 2018 - 13:52

Hallo Sabine,
ich finde es toll, was Du bisher schon alles auf die Beine gestellt hast. Ich selber habe erst letztes Jahr mit dem Nähen angefangen, da ich nicht mehr stricken kann wegen meiner Halswirbelsäule. Das tat am Anfang echt weh, da ich ein absoluter Fan vom Stricken und kreativen Sachen bin, aber was soll ich machen. Ich habe immer gesagt, zum Nähen bin ich zu blöd, aber dann habe ich mich mal richtig hingesetzt und siehe da, jetzt kann ich auch schon einiges Nähen. Ich habe schon länger einen Dawanda-Shop und gehe auch mit meinem Lebensgefährten zu Künstler- und Handwerksmärkten oder Weihnachtsmärkten mit meinen Sachen. Wir haben einen Shop für Kinder, wo wir selbstgemachte Uhren, Genähtes, Schmuck für Kinder und schöne andere Dinge. Es macht echt tierisch Spaß und ich habe schon viel auch von Deiner Seite und Videos gelernt. Ich bin einfach zu blöd, um eine Anleitung nur vom Schriftlichen her zu begreifen. Da packe ich mir manchmal ans Hirn. Aber wenn ich es dann auf Youtube sehe, dann geht es auf einmal ganz einfach. Also passt. Vielen Dank für Deine tollen Anleitungen und weiter so. Ich werde weiterhin auf Deiner Seite schauen. Habe jetzt übrigens auch eine gute Seite für Stoffeinkäufe, die ich leider viel zu häufig mache, gefunden. Sie heißt Stoff-Flausen. Sehr schöne, auch ausgefallene Stoffe, die ich ja immer suche.
Also machs gut und bitte noch ganz viel Input. Mich würde mal das Herstellen eines eigenen Schnittmusters interessieren.

Liebe Grüße Renate

Antworten
SewSimple 11. Juni 2018 - 18:46

Hallo Renate, 1000 Dank für die vielen Anregungen! Und vor allem, dass du dir die Zeit für ein ausführliches Feedback nimmst.
Toll, wie sich dein Hobby entwickelt hat – das Geniale ist ja, dass es immer weitergeht, weil man bei jedem Projekt was dazu lernt.
Auch – und vor allem, wenn man es vermurktst (ich spreche aus Erfahrung).
Liebe Grüße und alles Gute für dich,
Sabine

Antworten
Mina 15. Mai 2018 - 9:35

Hallo Sabine und ihr anderen tollen Kommentatorinnen 🙂
durch mein Großmütter hing ich immer schon an irgend einer Nadel: Häkel- Strick oder Sticknadel. Am schlimmsten hatte mich das Sticken erwischt. Ganze Wochenenden konnte ich durchsticken. Anfang der 2000er stand ich ohne Oma’s da und bekam eine tolle Stick- und Nähmaschine,mit der ich gaaaanz langsam Kurven nähen konnte. Warum? Ich hatte mich in Schweden mit dem Tildavirus infiziert und hier besonders die Engel und Tiere ins Herz geschlossen. Über meine beste Freundin bin ich dann zum Patchwork gekommen – seit dem hänge ich an der Nadel, und finde immer neue Dealer, mit Stoff für mich (so sagt es mein Lieblingsehemann)
Und dann kam das große K in mein/unser Leben. Zuerst staubte meine NäMa ein, bis ich mich aus meiner Starre gekämpft hatte. Kämpfen ist auch weiter angesagt, doch meistens mit den Stoffen und den vielen schönen Ideen, die ich auf deiner und anderen Seite entdecke 🙂 Dafür ein supergroßes Danleschön!!!

Antworten
SewSimple 15. Mai 2018 - 19:02

So eine schöne Geschichte, danke, dass du uns daran teilhaben lässt, Mina!
Wir haben ja vieles gemeinsamt – Tilda war für mich auch mal eine ganz wichtige Inspirationsquelle (und ist es heute manchmal immer noch!).

Liebe Grüße, Sabine

Antworten
Eva 26. April 2018 - 6:30

Ich habe als Teenager mal aus afrikanischem Stoff mit ein Top und eine Hose genäht. Beides ist mir gut gelungen, aber meine große Schwester hatte mir dabei etwas geholfen und ich wäre allein nicht damit klar gekommen. Beides ist fertig geworden, habe ich auch getragen, aber noch mehr nähen? Nein danke, war anstrengend genug. Dann bin ich mit meinem Mann ins Ausland gezogen. Da ich nach Japan ausgewandert bin, dachte ich sofort, oh je, hier finde ich nie was passendes zum Anziehen! Ich bin zwar klein und relativ schlank, aber Brust und Po sind doch anders gebaut. Jedenfalls kam bald eine Nähmaschine ins Haus. Ich stürzte mich sofort auf ein Shorts-Schnittmuster, aber ich habe nicht ordentlich gearbeitet, und das Ding somit nie getragen. Trotzdem juckte es in den Fingern und ich fing mit Utensilos und Kissenbezügen an. Dann kam ich auf Taschen, die habe ich geliebt zu nähen! Denn alles war gerade, jedenfalls meine Modelle, und herrlich zu nähen. Erst als ich mein Töchterchen bekommen habe, hatte ich Lust Kleidung zu nähen. Und als die Kleine in den Kita kam und ich endlich mehr Zeit für mich hatte, kaufte ich mir sofort eine Overlock. Darauf entstanden im Nu zwei Shirts, die zwar nicht perfekt sind, die ich aber immer noch trage. Mittlerweile nähe ich mehr und mehr, für’s Töchterchen und auch für mich. Es macht so Spaß! Nur die Zeit dazu zu finden, ist manchmal schwierig, denn wenn man sich dran setzt, braucht es ja doch etwas. Trotzdem, ein wunderschönes Hobby und es gibt noch so viel zu lernen und entdecken!

Antworten
SewSimple 26. April 2018 - 17:25

Hallo Eva, was für eine wundervolle Nähgeschichte.
Danke, dass du sie hier teilst.
Genau das macht mir auch total viel Spaß: Es ist noch Luft nach oben.
Es gibt so viele Möglichkeiten – das finde ich sehr spannend.
Schön, dass es dir ähnlich geht.

Ganz liebe Grüße, Sabine

Antworten

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