Nahttrenner im Test: Ich habe für dich die beliebtesten Nahttrenner getestet. Schau dir jetzt die Ergebnisse an und entdecke meine Empfehlungen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ich habe 6 der beliebtesten Nahtauftrenner für dich getestet und stelle dir die Vor- und Nachteile der einzelnen Nahttrenner im Vergleich vor
- Ich zeige dir, was man eigentlich alles mit einem Nahttrenner machen kann und warum er ein so wichtiges Zubehör zum Nähen ist
- Ich kann mir mein Näh-Leben ohne Nahttrenner nicht mehr vorstellen (und empfehle immer lieber mehr als nur einen zu haben, da diese ja gerne auf unbestimmte Zeit verschwinden :D)
- Nahttrenner liegen preislich meist zwischen 2-15 Euro
Richtig gut auftrennen: Alles über Nahttrenner
Was wäre ich ohne meinen Nahttrenner?
Es ist natürlich so, dass der Nahttrenner keinen besonders guten Ruf hat. Zu Unrecht, wie ich finde, denn dieser kleine Nähhelfer ist ein wahres Allround-Talent. Jeder hofft natürlich ihn so wenig wie nur möglich benutzen zu müssen (wenn es darum geht, die zuvor genähten Nähte wieder auftrennen zu müssen).
Aber mal ganz ehrlich: Keiner der näht, möchte ihn missen, denn er ist wirklich unersetzlich und garantiert in jedem Nähzimmer zuhause. :)

Denn an dem Sprichwort: "Wer nähen will muss trennen können" ist leider wirklich etwas dran. :)

Was ist ein Nahttrenner?
Ein Nahttrenner (engl. stitch unpicker) besteht meist aus einem Kunststoffgriff der vorne mit einer scharfen gegabelten Spitze versehen ist.
Am Gabelkopf befindet sich eine lange, scharfe Spitze und eine etwas kürzere Spitze mit einer roten runden Kugel. Diese soll verhindern, dass der Stoff eingeklemmt oder gerissen wird.
Nahttrenner werden auch manchmal Pfeiltrenner oder Nahtreißer genannt.
Zwischen den beiden Spitzen sitzt eine kleine gebogene Klinge, die die Naht sauber auftrennen soll.

Wozu brauche ich einen Nahttrenner?
Du fragst dich jetzt vielleicht, warum du einen Nahttrenner brauchst.
Das ging mir am Anfang ganz genau so. Als ich mit dem Nähen anfangen wollte und mir meine erste Nähmaschine gekauft habe schaute ich nach Tipps für die nötige Grundausstattung für Anfänger. Dabei bin ich immer wieder über den Begriff "Nahttrenner" gestolpert.
Ich wusste wirklich nicht, was ich damit anfangen sollte - und vor allem war mir damals gar nicht klar, wie oft ich ihn in Zukunft benutzen würde.
Ich muss gestehen: Mir sind am Anfang echt jede Menge Nähfehler passiert. Aber ich versuche es positiv zu sehen, denn aus den Fehlern habe ich natürlich gelernt. Denn Aufgeben war für mich keine Option.
Diese Tipps und Tricks für die besten Näh-Hacks haben mir übrigens sehr geholfen, mich als Anfänger ans Nähen heranzutrauen.
Wofür kann ich einen Nahttrenner benutzen?
Wenn du denkst, dass man mit dem Nahtauftrenner nur Nähte und Säume auftrennen kann, dann liegst du falsch.
Du kannst ihn für Folgendes benutzen:
- Um Nähte aufzutrennen

- Zum Öffnen von Knopflöchern

- Du kannst ihn statt einer Nähahle benutzen (eine Nähahle ist ein spitzes, stilettoartiges Werkzeug, mit dem man den Stoff sehr präzise unter den Nähfuß schieben kann)

- Auch als Fadentrenner benutze ich ihn, wenn ich Knöpfe oder Kleidungsetiketten von gebrauchter Kleidung abtrennen möchte

Wie benutze ich einen Nahttrenner?
Du kannst diverse Nähte, wie z.B. einen Geradstich, einen Overlock-Stich der Nähmaschine (auch genannt Fake-Overlock-Stich) oder eine Overlock-Naht mit dem Nahttrenner auftrennen.
Das funktioniert bei nahezu allen Materialien und Stoffen, wobei einige natürlich empfindlicher sind als andere.
Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, je nachdem was für eine Naht du hast und wie viel du auftrennen möchtest.
Es kann ziemlich nervig sein, Nähte mit einer sehr kleiner Stichlänge aufzutrennen. Alles ab einem Stich von 3,0 lässt sich deutlich besser öffnen als engere Stiche.
Grundsätzlich gehst du beim Auftrennen der Nähte so vor, dass du zuerst von außen zwei bis vier der kleinen Schlaufen durchtrennst um erst einmal einen offenen Anfang zu haben.

Dann kannst du deinen Stoff umdrehen und den nun losen Faden herausziehen. Das solltest du nicht zu schnell machen, damit sich das Nähgarn gut lösen kann.
Anschließend kannst du die Fadenreste abzupfen, mit dem Fadenradierer wegradieren oder auch mit der Fusselrolle entfernen.
Immer wieder wird empfohlen, die Kugelspitze nach unten und die längere scharfe Spitze nach oben zu halten, damit der Stoff nicht beschädigt wird.
Ich muss zugeben, dass ich die Angewohnheit habe, die längere Spitze nach unten zu drehen - und bis jetzt habe ich mir den Stoff mit dieser Methode auch noch nicht kaputt gemacht. Wenn ich ihn umdrehe habe ich sonst das Gefühl, nicht den optimalen Winkel zum Auftrennen zu erwischen.
Wenn du ein größeres Stück auftrennen möchtest, kannst du dein Nähprojekt vor dich hinlegen, den Nahttrenner mit der einen Hand ansetzen und mit der anderen Hand den Stoff mit etwas Druck festhalten. So kannst du den Nahttrenner einmal wie eine Schere durch die zu öffnende Naht schieben. Das macht sogar richtig Spaß, probiers mal aus :).

Trenn-Tipp: Die Dritte Hand
Auftrennen kann wirklich nervig sein. Es funktioniert aber ganz gut, wenn du den Stoff unter Spannung setzt, indem du das eine Ende fixierst.
Dafür bietet sich der Trick mit der Dritten Hand geradezu an!
Lege den Stoff unter den Nähfuß. Senke Nähfuß und Nadel.

Jetzt kannst du den Stoff spannen und die Naht in einem Rutsch auftrennen.



Worauf kann ich beim Kauf eines Nahttrenners achten?
Es gibt sehr viele Nahttrenner auf dem Markt, da kann man schon mal mit der Qual der Wahl überfordert sein.
Deshalb beschäftige ich mich in diesem Beitrag mit der Frage: Was ist eigentlich ein guter Nahttrenner und was macht macht ihn aus?
Mir ist wichtig, dass der Nahttrenner einen Verschluss hat, damit man sich nicht, wenn man ihn gerade nicht benutzt, verletzt. Den Deckel kann man bei Benutzung bei vielen Nahttrennern auf das hintere Ende klicken, sodass man ihn nicht versehentlich verlegt und außerdem eine praktische Griffverlängerung hat.

Bei Amazon habe ich kleine Täschchen entdeckt, die gleichzeitig als Schutzhülle dienen, und in denen neben den Nahttrennern noch anderes Nähzubehör wie eine Fadenschere, eine Trimmschere, ein Maßband und Stoffclips dabei sind.
Auch toll sind Sets, die aus mehreren unterschiedlich großen Nahttrennern bestehen, wie z. B. dieses hier von Kissral . Da ja immer mindestens einer gerade nicht auffindbar ist (bei mir jedenfalls:) ), hat man so praktischerweise immer einen Ersatz griffbereit. :)
Es gibt auch Nahttrenner mit integrierter Lupe und Licht, das kann sehr sinnvoll und angenehm sein, gerade wenn es um kleine und filigrane Näharbeiten geht die aufgetrennt werden müssen.
Es gibt tatsächlich auch schnurlose elektrische Nahtauftrenner mit denen man bei Näh- und Stick- Arbeiten die Nähte, Säume usw. auftrennen kann.
Das haben wir persönlich noch nicht ausprobiert, denken aber, dass es vielleicht eher für größere Firmen und sehr umfangreiche Näharbeiten geeignet ist als für den Hausgebrauch.
Auch gibt es Nahttrenner mit einer Einfädelhilfe auf der Rückseite - auch sehr praktisch, falls man häufig mal mit der Hand näht wie z. B. beim Quilten.
Was kostet ein Nahttrenner?
Die meisten Nahttrenner liegen preislich zwischen 2 und 15 Euro.
Von nahezu allen bekannten Marken aus dem Schneiderbedarf gibt es Nahttrenner zu kaufen, die natürlich etwas mehr kosten als die von eher unbekannten Marken. Häufig ist es aber auch so, dass die bekannten Marken (wie z. B. diese hier von Gründel) ein preisgünstiges und ein teureres Modell haben.
Es heißt aber ganz und gar nicht, dass die günstigen Nahttrenner nicht gut sein können. Ich benutze auch sehr gerne die Nahttrenner eher unbekannter Marken, die es z. B. bei Amazon günstig im Set gibt.
Auch die ergonomischen Nahttrenner gibt es günstig im Set, besonders gut gefällt mir dieses hier.
Auch bei Tchibo, DM, Rossmann und Co. gibt es immer mal wieder Aktionen, in denen Nahttrenner und anderes Nähzubehör im Angebot ist. Es lohnt sich auf jeden Fall auch immer mal, sich das anzuschauen.

Kann ich meinen stumpf gewordenen Nahttrenner auch schärfen?
Ja, das geht tatsächlich. Einen geliebten und oft benutzten Nahttrenner, der aber stumpf geworden ist, kann man auch schärfen.
Dies funktioniert mit Stahlwolle oder Schleifvlies.
Der SewSimple Nahttrenner Test
Da der Nahtauftrenner in der Grundausstattung zum Nähen natürlich nicht fehlen darf, hat SewSimple für dich sechs beliebte Nahttrenner getestet und diese anhand von 1-5 Sternen bewertet.
Ich habe die Nahttrenner auf Herz und Nieren geprüft. Folgende Punkte habe ich mir angeschaut:
- Handhabung
- Funktionalität
- Verpackung
- Verarbeitung
- Schärfe der Klinge
Clover weiß
Der weiße Profi-Nahtauftrenner von Clover hat eine schöne Größe (nicht zu groß und nicht zu klein) und liegt gut in der Hand.
Verpackt ist er in eine Kunststoffschale, die auf einem Packdeckel geklebt ist.

Beim Testen war die Klinge schön scharf und hat die Nähte im Handumdrehen aufgetrennt.

Er hat keinen Deckel, was wiederum einen Punkt Abzug gibt, denn so ein spitzes Teil sollte lieber verschlossen werden wenn er mal nicht im Einsatz ist.

Durch seine gummierten Rillen am oberen Ende des Griffs wird das Abrutschen verhindert.

Preislich liegt der Nahttrenner von Clover ca. 6 Euro.
Der Profi Nahttrenner von Clover in weiß bekommt 4 von 5 Sternen
Dritz Small Ergonomic Seam Ripper
Der Small Ergonomic Seam Ripper von Dritz macht schon beim Auspacken eine wirklich gute Figur.

Er kommt in einer Verpackung aus Pappe daher, einzig die Hülle für den Nahttrenner ist aus Kunststoff. Dafür bekommt er schonmal einen Stern.

Der Nahttrenner von Dritz hat einen weichen, gummierten Griff und liegt angenehm in der Hand.

Er hat eine ergonomische Form, die das Arbeiten, besonders bei belasteten Händen (z. B. durch Arthritis oder Karpal-Tunnel-Syndrom), erleichtern sollen.

Das Griff-Ende ist ebenfalls gummiert, allerdings etwas härter. Das bewirkt, dass man zwar Fäden aus dem Stoff radieren kann, die Fadenreste aber nicht kleben bleiben, was ich als sehr angenehm empfinde.
Seam-fix Nahttrenner mit Fadenradierer gibt es übrigens von vielen verschiedenen Marken.

Die Spitze sowie die Klinge sind sehr scharf, sodass er die Nähte ganz geschmeidig auftrennt. Ein Deckel ist vorhanden.

Der Nahttrenner von Dritz liegt preislich bei ca. 10 Euro, was im Gegensatz zu den anderen etwas teurer ist.
Der Small Ergonomic Seam Ripper von Dritz macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck.
Er bekommt 5 von 5 Sternen
Prym Love (klein)
Der Nahttrenner von Prym Love in klein, sieht sehr ansprechend aus und liegt durch sein ergonomisches Design und die Griffmulden sehr gut in der Hand.
Im Vergleich zu den anderen 5 Nahttrennern ist in der Verpackung am wenigsten Plastik enthalten.

Die Schnittkante der Gabelung und die Spitze sind etwas stumpfer als bei den anderen Nahttrennern im Test.

Der Nahttrenner von Prym hat eine kleine Kerbe am oberen Rand des Griffs an dem man ein Band befstigen kann. So kann man sich den Nahttrenner um den Hals hängen und muss nicht mehr danach suchen :).
Wenn man den Nahttrenner um den Hals trägt muss man vorher allerdings die Kappe aufstecken, ansonsten besteht wirklich Verletzungsgefahr.

Die Anleitung für die Befestigung des Bands ist dabei, das Band selbst aber leider nicht.
Ich halte das für eine nette Idee aber nicht ganz praxisnah - was tut man z.B. bei großen Nähprojekten? Dann nimmt man ihn eben doch ab. Vor allem müsste das Band mindestens 1 Meter lang sein, dass man den Trenner auch nutzen kann.

Preislich liegt der Nahttrenner bei ca. 4,50 Euro.
Der Prym Love Nahttrenner bekommt 3 von 5 Sterne
Clover Seam Ripper
Der Clover Nahttrenner hat eine angenehme Größe und liegt durch den hinten gerundeten Griff gut in der Hand. Er ist allerdings niocht so ergonomisch geformt wie z.B. der Nahttrenner von Prym Love.

Die Verpackung besteht leider aus sehr viel Plastik, was wir schade finden.

Auf den ersten Blick sieht der Griff nach echtem Holz aus, was wir sehr ansprechend finden. Aber leider besteht er aus Kunstoff in Holz-Optik.

Die Klinge sieht identisch wie die vom weißen Clover Nahttrenner aus und ist ebenfalls sehr scharf.

Preislich liegt dieser Nahttrenner bei ca. 6,50 Euro.
Der Clover Nahttrenner in Holz-Optik bekommt von uns 4 von 5 Sternen
Sullivan's USA Precision Seam Ripper
Der Sullivan's USA Precision Seam Ripper wird zusammen mit einer Ersatzklinge und einer Knopfloch-Stanze geliefert.
Die Verpackung besteht auch wieder aus der schon bekannten Kombi aus Plastik und Papier.

Wenn die Klinge stumpf ist kann man sie tauschen. Wie das funktioniert ist gut auf der Rückseite der Verpackung beschrieben.

Der Plastikgriff wirkt erstmal nicht sehr hochwertig. Er ist sehr schmal und nicht ergonomisch geformt. Dadurch liegt er nicht so angenehm in der Hand wie die restlichen Trenner im Test. Der Griff ist am oberen Ende geriffelt, wodurch ein Abrutschen verhindert wird.

Beim seitlichen Auftrennen von einzelnen kleinen Nähten muss man sehr aufpassen, den Stoff nicht zu erwischen und zu zerschneiden.

Das Schneiden beim Durchziehen der Naht hat mit diesem nahttrenner mit Abstand am besten funktioniert, da die Klinge scharf wie ein Skalpell ist.
Die runde, drehbare Schneidematte von Prym Love, die du hier im Hintergrund siehst, ist übrigens Sabines neueste Errungenschaft und ihr ganzer Stolz (ich glaube ich brauche sie nun auch ganz dringend!).

Beim Aufstecken der Kappe muss man sehr aufpassen, sich nicht zu stechen oder zu schneiden.

Der Sullivan's USA Precision Seam Ripper bekommt 4 von 5 Sternen von uns.
Madeira seam-fix
Der Madeira seam-fix ist zwar in recht viel Plastik verpackt, wirkt insgesamt aber ansprechend und gut verarbeitet.

Er ist robust und hat zwei unterschiedlich geformte Fadenradierer an beiden Enden. Davon ist einer spitz und der andere geriffelt. Auf der Rückseite der Verpackung wird die Handhabung der beiden Fadenradierer gut verständlich erklärt.

Er ist der größte Nahttrenner in unserem Test und liegt sehr angenehm in der Hand.

Die Verschlusskappe lässt sich gut öffnen und schließen. Im geöffneten Zustand lässt sich die Kappe durch den zweiten Fadenradierer allerdings nicht aufstecken - deshalb besteht die Gefahr, dass diese im Laufe des Arbeitsprozesses verschwinden könnte.

Die Klinge ist sehr scharf und trennt die Nähte super auf.
Der Nahttrenner von Madeira bekommt 5 von 5 Sternen von uns.

Fazit und Testsieger: Welcher Nahttrenner ist am Besten?
Ich habe zwei klare Gewinner die in unserem Test durch die angenehme Handhabung, das ergonomische Design, den dazugehörigen Fadenradierer und natürlich die Schärfe der Klinge "herausstachen".
Mir hat der seam-fix Nahttrenner von Madeira und der Small Ergonomic Seam Ripper von Dritz mit Abstand am Besten gefallen.
Meine beiden Gewinner-Nahttrenner haben eine angenehme Größe, sind robust, gut verarbeitet und fühlen sich angenehm in der Hand an.
Außerdem sind beide sehr scharf, was natürlich ein wichtiges Kriterium für uns ist. Beide Trenner sind aus meiner Sicht empfehlenswert. Und zwar sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.
Welches weitere unverzichtbares Nähzubehör es neben dem Nahttrenner noch gibt, kannst du dir in diesem Beitrag gerne anschauen.
Happy simple sewing
deine Sabine

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