Hauptseite Nähen lernen Quilten, Patchwork, Applizieren: Tools & Tipps

Quilten, Patchwork, Applizieren: Tools & Tipps

Von Sabine
Patchwork

Für Quilting, Patchwork und Applizieren benötigst du spezielles Näh-Zubehör. Wir stellen dir die Tools vor und erklären, wofür man sie braucht und wie man sie einsetzt. Im Beitrag erfährst du außerdem alles über die geheimnisvollen Begriffe, die Patchwork-Insider gerne benutzen.


Quilten, Patchwork, Applizieren – Unterschiede und Besonderheiten

Spätestens seit unserem Näh-Tripp in die USA bin ich voll infiziert! Alles, was mit Quilten und Patchworken zu tun hat, zieht mich magisch an. Die Farben, die Werkzeuge – und natürlich die herrlichen Möglichkeiten, die dieses Hobby mit sich bringt.

Seit dem Interview mit Pattern-Designerin Jill in Sedona steht für mich fest, dass Quilten und Patchwork eine Welt für sich ist. Mit eigenen Regeln und einer eigenen Sprache. Im Laufe meiner Recherche ist mir eines klar geworden:

Quilten ist nicht nur Näh-Kunst. Es ist Lebenseinstellung.


Es geht nicht nur darum, zu handarbeiten und seine Technik zu perfektionieren:

Jeder einzelne Quilt ist ein Ausdruck von Liebe, Empathie und dem Bewusstsein, dass diesem einen Quilt eine lange Tradition voraus gegangen ist. Es gibt Quilts, die zu caritativen Zwecken genäht werden, für Veteranen oder Familien in Not.

Es gibt Hochzeits-Quilts oder Patchwork-Decken, die eine Familiengeschichte nachvollziehen. Oder welche, die Darstellungen aus der Bibel zeigen; oder kostbare Weihnachts-Quilts, die nur zu den Feiertagen aus dem Schrank geholt werden.


Ein Quilt sagt: Du bist mir wichtig.

Ich nehme mir Zeit und gebe mir Mühe,

um etwas Wundervolles für dich zu machen


In den amerikanischen Südstaaten findet man oft auch Quilts, die die Geschichte der Schwarzen in Amerika nachvollziehen. Sie erzählen Geschichten oft über viele Generationen hinweg – von Sklaverei, dem Kampf um die Freiheit und Gleichberechtigung. Aber auch von glücklichen Momenten, blühenden Familien und Zuneigung.

In jüngerer Zeit findet man herrlich bunte, helle, luftige Quilts, die grafische Designs in intensive Farben zeigen; urige Granny-Decken mit zarten Blümchen-Mustern, Sprüchen oder Applikationen und vieles, vieles mehr.


Ein Quilt ist so individuell, wie der Mensch, für den er genäht ist.

Und wie der Mensch, der ihn näht


Und ganz gleich, wie ein Quilt gestaltet ist, traditionell oder modern, bunt oder in gedeckten Farben – immer ist er Ausdruck dafür, dass man sich Zeit nimmt, um für jemanden etwas Besonderes anzufertigen.

Das Nähen eines Quilts ist begleitet von Gedanken an denjenigen, für den man näht.

Quilting ist Auseinandersetzung, Beziehungs-Arbeit

Ob es um Glaubensfragen, Reflektion von Biografien, patriotische Gefühle, die Zuneigung zum Adressaten des Quilts oder die Beziehung der Farben und Muster zueinander geht: Während ich es nähe, beschäftige ich mich intensiv damit.

Und das auf besonders schöne, sorgfältige Weise.

Weil mich das Thema so interessiert hat, habe ich mich tiefer in das Thema hineinbegeben. Und herausgefunden, dass man auch die ganz spezielle Sprache lernen kann. Und dass die zum Teil kompliziert klingenden Begriffe oft eine ganz einfache Bedeutung haben.

Das hat mir etwas die Ehrfurcht genommen. Und ich habe mich getraut, tiefer in die Materiel einzusteigen. Dabei ist mir bewusst geworden, dass viele der Dinge, die wir auf SewSimple zeigen, ja auch Patchwork-Regeln folgen.


Übrigens habe ich bei meinen Recherchen ein wundervolles Buch gefunden, das ich dir an dieser Stelle gern zeigen möchte. Quilten ist nämlich keine amerikanische Domäne. Auch in Asien hat Patchwork Tradition.

Das Buch heißt Japanische Quilts und ist so ganz anders, als die Patchwork-Bücher, die ich kenne. Nicht nur
das Buch selbst, auch die Entwürfe kommen in gedeckten Grau-, Braun- und Beige-Tönen daher. Die Taschen
und Täschchen sind in fast meditativem Stil praktisch ausschließlich mit der Hand genäht.


Quilts – so geheimnisvoll wie das Leben selbst


Die fein komponierten Näh-Arbeiten wirken mehr, als sollten sie in einem Museum hinter Glas ausgestellt werden, nicht wie gewöhnliche Alltagsgegenstände.

Allein in diesem Buch zu blättern ist ein Genuss. Und ich freue mich jetzt schon auf die Herbstabende, an denen ich auf dem Sofa eingekuschelt mit einer duftenden Tasse Tee neben mir das ein oder andere Projekt auf Japanisch nähe!


Wenn du dich wie ich für das Thema Patchwork, Quilten und Applizieren interessierst, wirst du aber festgestellt haben, dass viele der Begriffe aus dem Englischen kommen.

In diesem Beitrag soll es darum gehen, dir einen Einblick in die Welt des Quiltens und Patchworkens zu geben. Gleichzeitig werde ich viele Fragen beantworten und Begriffe erklären. Damit du stressfrei und gut informiert in dein erstes Patchwork-Projekt einsteigen kannst.


Beginnen wir mit Grundbegriffen zum Thema Patchwork!


Was ist der Unterschied zwischen Patchwork und Quilten?

Patchwork ist das Zusammennähen verschiedener Stoffstücke zu Mustern.

Quilten bedeutet, dass mehrere Schichten (zum Beispiel: Quilt-Top und Vlies) zusammengenäht werden. Also: Eine Patchwork-Decke kann gequiltet werden. Muss sie aber nicht.

Typisch für das Quilting an sich ist, dass Quilt-Top und Volumenvlies mit gebogenen Sicherheitsnadeln zusammengeheftet werden. Diese Sicherheitsnadeln heißen Curved Safety Pins.

Manche Quilter bevorzugen auch Fixierspray oder Sprühkleber. Den hast du bei uns auch schon in vielen Anleitungen gesehen.

Ein Quilt kann aus Patchwork bestehen – muss er aber nicht. Man kann auch Decken aus einem einzigen Stoffstück quilten (was übrigens genial aussehen kann!).


Was ist ein Quilt-Top?

Mit Quilt-Top bezeichnet man die Oberseite eines Quilts.


Was ist Back Fabric?

Back Fabric meint den Stoff, der für die Rückseite eines Quilts (Quilt Backing) oder einer Patchwork-Decke ausgewählt wird. Meist ist das ein neutralerer Baumwollstoff, der gut mit den im Quilt-Top verwendeten Farben harmoniert.


Was ist Batting?

Gemeint ist die Vlies-Schicht zwischen Quilt-Top und Quilt-Backing, also ein Volumenvlies. Das kann aus Baumwolle, Soja, Polyester oder einem Mischgewebe bestehen. Alles über Vlies-Stoffe kannst du in diesem Blog-Beitrag nachlesen!


Welche Stoffe für Patchwork-Arbeiten?

Natürlich brauchst du vor allem erstmal Stoffe als Basis. Wenn du ein erstes Patchwork-Projekt planst, achte darauf, dass alle Stoffe die gleiche Qualität haben. Also von Stabilität, Material und Beschaffenheit möglichst übereinstimmen.

Das hat folgenden Hintergrund: Unterschiedliche Stoffe bringen auch unterschiedliche Eigenschaften mit, zum Beispiel was Dehnbarkeit, Bügeltemperatur, Waschbarkeit oder Restschrumpfung betrifft. Ein Patchwork-Kissen, das frisch genäht noch sehr hübsch aussieht, kann durch die falsche Material-Zusammensetzung nach dem Waschen völlig verzogen sein.

Welche Stoffe eignen sich für Patchwork und Quilten am besten?

Idealerweise Baumwoll-Webware aus 100% Baumwolle. Darauf sind praktisch alle Quilt- und Patchwork-Vorlagen und Schnittmuster ausgelegt.

Für den Anfang eignen sich preisgünstige Patchwork-Pakete, deren Farben aufeinander abgestimmt sind. So ergibt sich auch beim ersten Patchwork-Projekt gar nicht erst das Problem, dass unterschiedliche Stoff-Qualitäten unterwegs sind.

Wenn du ein kleinteiliges Patchwork-Projekt planst (wie zum Beispiel unsere Log Cabin-Topflappen), dann kannst du mit einem Stoffpaket starten, das viele kleine Stoffzuschnitte enthält. Meist gibt es diese Pakete aus unterschiedlichen Farbfamilien.

Das erste Stoffpaket in Grün/Türkis/Aqua enthält Stoffzuschnitte von 20 x 30 Zentimetern.

Wenn du zum Beispiel ein Kissen nähen möchtest, bietet sich ein Stoffpaket mit etwas größeren Zuschnitten wie dieses hier an:

Die meisten Patchwork-Muster arbeiten aber nicht nur mit bedruckten Stoffen – den so genannten Prints – sondern auch mit einfarbigen Stoffen – den so genannten Solids. Weiß ist dabei wohl der beliebteste Kombi-Stoff, weil es alle anderen Farben zum Leuchten bringt.


Was ist ein Pre-Cut?

Pre-_Cuts – das ist nichts anderes als vorgeschnittene Stoffstücke in unterschiedlichen Größen. Jelly Rolls, Charm Packs, Fat Quarters und so weiter sind Pre-Cuts.


Was ist ein Fat Quarter?

Fat Quarters sind vorgeschnittene Stoffstücke, meist 50 x 55 Zentimeter groß. Es gibt die Fat Quaters einzeln oder als aufeinander abgestimmtes Stoffset.

Nicht nur amerikanische Hersteller bieten Far Quarters an, es gibt sie zum Beispiel auch von Gütermann:

Links: Long Island

Mitte: Summer Loft

Rechts: Ring a Roses


Was ist ein Long Quarter?

Ein langes Viertel, sozusagen: Der Stoff wird in seiner ganzen Breite (auch hier wieder: meist 110 Zentimeter) zugeschnitten – auf 25 Zentimeter Länge.


Was ist eine Honey Comb?

Honey Comb bedeutet: Bienenwabe. Es handelt sich um ein sechs-eckig zugeschnittenes Stoffstück in Bienenwaben-Form, ein Hexagon. Man kann die Hexagons, umgangssprechlich auch “Hexies” wegen ihrer handlichen Größe sehr gut für Klein- und Kleinst-Patchwork-Arbeiten benutzen. Patchwork-Profis machen aber auch ganze Quilt-Decken daraus.

Es ist ein bisschen knifflig, die Hexies mit der Maschine zu nähen. Viele Patchworker bevorzugen hier das Nähen mit der Hand. Das kommt den Näh-Fans zugute, die am liebsten ihre Nähmaschine mitnehmen würden in den Urlaub. Hexies kann man ganz bequem einpacken und unterwegs, im Zug oder im Hotel zusammensticheln.

Weil die Honey Combs bei uns selten zu bekommen sind, gibt es Hexagon-Cutter in verschiedenen Größen. Damit wird das Hexie aus dem Stoff herausgestanzt.

So sieht ein  Hexagon-Cutter aus:

Manche Patchwork-Fans schneiden die Hexies lieber klassisch mit der Schere oder dem Mini-Rollschneider und einer Schablone aus. Meist gibt es die Hexagon-Schablonen, Templates genannt, mit mehreren Größen in einer Packung, so wie diese hier:


Was ist ein Layer Cake?

Layer Cakes sind ebenfalls quadratische Stoff-Zuschnitte, diesmal mit 10 Zoll (also Inches) Kantenlänge. Das entsprechicht 27,4 Zentimetern. Layer Cakes enthalten 42 Stoff-Quadrate, die zusammengenäht – abhängig von der Nahtzugabe – eine fläche von ca. 2,5 Quadratmetern ergeben.

Ein Layer Cake eignet sich sehr gut, um schnell große Projekte zu realisieren, zum Beispiel Patchwork-Decken oder Quilts.


Was ist ein Quilt-Sandwich?

Ein Quilt-Sandwich – das hört sich erstmal lecker an. Besteht aber aus Stoff. Und zwar von oben nach unten aus:

  • Quilt-Top
  • Batting
  • Quilt-Backing

Dabei ist es keineswegs so, dass man das nur bei Decken so nennen kann. Quilt-Sandwich kann auch ein Mug Rug (also ein Tassenteppich sein – eine Art Untersetzer, auf den eine Tasse und ein großer Cookie passt!) 🙂


Was ist ein Fabric Tin?


Was ist ein Preview-Pack?

Firmen, die spezielle Patchwork-Stoffe produzieren, wie zum Beispiel Benartex, bieten manchmal Abos für ihre Preview-Packs an. Das ist ein Set von Stoffzuschnitten einer neuen Kollektion, die noch nicht im Handel ist.


Was ist Quilt as you go?

Eine Quilting-Methode, mit der auch Anfänger erstaunlich schnell erstaunlich schöne Ergebnisse erzielen können. Die Stoffstücke werden gleichzeitig miteinander UND mit dem Vlies verbunden. Diese Technik haben wir zum Beispiel bei unserem Quilt für Anfänger verwendet.


Was ist Free Motion?

Free Motion ist ein anderes Wort für Freihand-Nähen. Dafür wird die Nähmaschine mit einem Freihand-Stickfuß ausgestattet, den es praktisch für jede Maschine im Handel gibt.

Anschließend wird – meist mit einem Quilting-Garn – freihändig ein Muster, ein Motiv oder einfach Linien gestickt.Dabei ist der Stoff-Transporteur versenkt. Die einzelnen Arbeitsschritte kannst du dir in diesem Video anschauen:

Man kann auch Muster und Linien mit der Schablone vorzeichnen und dann nachsticken. Als Vorlage eignen sich diese Quilt-Schablonen:


Was ist Binding?

Binding (gesprochen wird es “Beinding”) ist das Einfassen einer Patchwork-Arbeit mit Stoffstreifen. Bei gerundeten Kanten wird dabei auf Schrägband zurückgegriffen, also Stoffstreifen, die diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten wurden.

Bei geraden Kanten funktionieren auch im Fadenlauf zugeschnittene Stoffstreifen sehr gut. Das Binding kann mit der Nähmaschine oder per Hand durchgeführt werden und bildet meist den Abschluss des Arbeits-Prozesses.


Was ist ein Charm Pack?

Charm Packs sind quadratische Stoffzuschnitte von meist 10 bis 13 Zentimetern Kantenlänge . Die amerikanischen Charm Packs haben üblicherweise eine Seitenlänge von 5 Inches. Meist steht nur ein 5″ als Größenangabe. Ein Inch ist 2,54 Zentimeter lang.

Meist sind die Charm Packs mit einer Zickzack-Kante versehen. Das verhindert ein Ausfransen der Stoff-Ränder. Viele Charm Packs enthalten 42 Stoffquadrate.

Es gibt schöne Themen-Charmpacks, die dir die Sorge abnehmen, ob die zusammengestellten Stoffe denn auch wirklich miteinander harmonieren. Einer meiner Lieblings-Charm-Pack-Hersteller ist Moda. Die Packs haben dann auch noch so hinreißende Namen wie “Bread and Butter” oder

Links: Ein Charm Pack der bekannten Firma Kona in Pastell-Töne. 

Mitte: Bread’n’Butter von Moda.

Rechts: Sew Cherry von Riley Blake, ebenfalls 12,5 cm Kantenlänge

Es gibt auch Mini-Charm-Packs, die ebenfalls meist 42 Stoffzuschnitte enthalten, deren Seitenlänge aber oft nur 6,4 Zentimeter beträgt.


Was ist eine Jelly Roll?

Jelly Rolls werden auch manchmal Rollmöpse, Stoffschnecke, Design Roll oder Pinwheel genannt. Gemeint sind Stoffstreifen, die in unterschiedlichen Breiten angeboten werden. Üblicherweise sind die Streifen (abhängig von Hersteller) 3,8 – 6 Zentimeter breit und liegen 1,10 m – die gesamte Breite des Basis-Stoffes. Weil Patchwork-Stoffe oft nicht, wie andere Stoffarten 1,40 m breit gewebt werden, sind die Streifen entsprechend kürzer.

Jelly Rolls sind farblich und qualitativ aufeinander abgestimmte Stoffstreifen, die perfekt miteinander harmonieren und dem Näh-Projekt eine in sich geschlossene Farbgebung verleihen.

Aber auch Abstufungen und das Spiel mit Regenbogenfarben (zum Beispiel für Einhorn-Themen-Quilts!) sehen klasse aus. Die Stoffreste solcher so genannter Charm Packs kannst du hinterner noch super für Applikationen einsetzen!

Links ein Beispiel einer Jelly Roll aus Solids von Robert Kauffmann. 

Mitte: Die Stoffstreifen in der Jelly Roll von Tilda haben eine Größe von 6 x 110 Zentimetern, sind also um einiges breiter als die von Kona.

Rechts: Riley Blake’s Jelly-Roll-Streifen sind im Bittersweet-Mix ebenfalls 6 x 110 Zentimeter groß.


Freezer Paper – was ist das und wofür braucht man es?

Freezer Paper ist ein absolutes Must-Have unter Patchwork-Fans. Es wird benutzt, um Stoffe zuzuschneiden und Applikationen vorzubereiten. Besonders für Hexies und Paper Piecing ist Freezer Paper eine tolle Möglichkeit, auch mit kleinen Stoffstücken akkurat zu arbeiten.

Einen ausführlichen Artikel mit Infos rund um Freezer Paper, wo man es bekommt und wie man es auch selbst herstellen kann, findest du auf unserem Blog.

 


Was ist Schwedisches Schnittmuster-Papier?

Nicht nur aber auch fürs Patchworken: Das robuste Papier ist schön durchsichtig und erlaubt genaues Abpausen von Schnittmustern und Patchwork-Elementen. So sieht das kultige Swedish Tracing Paper aus.

Anders als Freezer Paper wird das Schweden-Papier nicht aufgebügelt sondern mit Nähgewichten oder Stecknadeln fixiert. Man kann es wie Stickpapier verwenden, kleben, beschriften, feststecken.

Es liegt schön flach – auch wenn es in Rollen daher kommt. Eine besondere Eigenschaft ist, dass es Bleistift sehr gut annimmt und gleichzeitig stabil und flexibel ist.


Applizieren –  wie geht das?

Traditionelle Quilts erzählen manchmal regelrecht Familiengeschichte. Sie sind kostbar und werden manchmal über viele Generationen weitergegeben. Meist bestehen die Geschichten aus Applikationen. Um diese haltbar zu machen und zu verhindern, dass Stoffränder ausfransen, nutzen viele moderne Patchworker für die Appli-Rückseite zum Beispiel Bügelvliese wie Heat’n’Bond oder Vliesofix

Dadurch haben die Applis gute Hafteigenschaften. Dennoch müssen sie mit einem geeigneten Appli-Stich rundum gesichert werden.

Wie Applizieren ohne Nähen funktioniert, zeigen wir dir in unserem Blog-Beitrag dazu.

 

      

Statt Bügelvlies benutzen manche Patchworker auch so einen Klebestift.

(Extra-Tipp: Der Klebestift kann auch – jenseits von Patchwork & Co zum Beispiel zum Einnähen von Reißverschlüssen genutzt werden – oder um Bänder und Deko-Elemente vor dem Nähen zu fixieren!)

Manche Patchwork-Fans sichern Applikationen lieber ganz herkömmlich mit Stecknadeln und verzichten auf Bügel-Einlagen.

Die Stecknadeln im Patchwork-Bereich sind für die speziellen Herausforderungen dieses Hobbys konstruiert.

Entweder haben sie sehr flache Köpfe (wie die Blumenkopf-Stecknadeln von Clover) oder Glasköpfchen, die Bügelhitze gut tolierieren. Meist sind sie sehr fein, gleiten gut in den Stoff und sind insgesamt länger als normale Stecknadeln. Nadel-Längen von 48 – 60 mm sind dabei recht gebräuchlich.

Sehr clever sind auch Gabelstecknadeln, die man bei uns leider nur selten bekommt:

        

 

Vier Tools, die in den Nähzimmern der Traditionalisten beheimatet sind, sind deshalb auch der Tisch-Nadeleinfädler, Quilting-Nadelnspezielles Quilting-Nähgarn und ein guter Quilting Fingerhut. Viele Quilter lieben Nähgarne aus weicher Baumwolle, weil sie finden, dass Polyester-Nähgarn Quilts steif macht.

 


Wie schneidet man Applikationen und Patchwork-Zuschnitte?

Applikationen werden mit einer Nahtzugabe, die meist 3 – 7 mm beträgt zugeschnitten. Viele traditionelle Patchwork-Fans falten die Nahtzugabe direkt wärend des Applizierens nach innen, besonders, wenn sie handgenähte Quilt-Tops bevorzugen.

Vor dem Zuschnitt wird der Stoff oft mit Sprühstärke vorbehandelt, um ihn leichter handhabbar zu machen.

Um die Nahtzugaben von Applikationen einzukürzen, gibt es ebenfalls ein cleveres Instrument, das bei uns weitgehend unbekannt ist. Es nennt sich Teller-Schere oder Applikations-Schere.

Patchwork-Teile müssen sehr genau zugeschnitten werden. Am besten funktioniert das mit einem Patchwork-Lineal oder einer Schablone und einer drehbaren Schneidematte.Dadurch wird nicht der Stoff sondern die Matte bewegt.

 

 

 

 

 

 

 

Sollen Kreise zugeschnitten werden, schwören manche Patchworker auf solche Kreisschneider. Sie haben einen stufenlos verstellbaren Dorn in der Mitte und einen Klinge außen, die den Stoff wie ein Rollschneider zerteilen kann.


Was ist ein Quilter’s Bias Bar?

Das ist ein wirklich sehr spezielles Instrument, das ich bis dato auch nicht gekannt habe. Also: Stell dir einen traditionellen Blumen-Quilt vor. Mit Blüten, Blättern und – Stengeln! Für solche besonderen Aufgaben wie Blumenstengel und feine Linien-Applikationen gibt es die Bias Bars. Der Stoffzuschnitt wird um das Metall-Teil gefaltet und mit Dampf gebügelt. Weil die Schienchen aus Metall sind, leiten sie die Bügelhitze besonders gut und der Stoff legt sich schnell in die gewünschte form.

Anschließend kann der Blumenstengel mit einem Applikations-Stich festgenäht werden. Die Quilter’s Bias Bars kommen in unterschiedlichen Breite und sehen so aus: 


Was ist ein Measuring Gauge und wofür braucht man sie?

Beim Patchworken kommt es auf Genauigkeit an. Zum Beispiel bei den Nahtzugaben. Da kann ein Millimeter mehr oder weniger entscheidend sein, ob sich die Nahtzugaben und Säume treffen – oder ob es schief und krumm wird.

Dieses geheimnisvoll aussehende kleine Instrument, eine Maß-Schablone,  soll also Ungenauigkeiten verhindern. Das kann es auf zwei Arten tun. Indem es am Stoff selbst eingesetzt wird – zum Beispiel um Nahtzugaben oder Säume auszumessen.

Oder indem es genutzt wird, um die Nähfußbreite der Nähmaschine einzustellen. Dafür wird das Füßchen der Messchablonde zwischen Nadel und Nähfuß-Kante geschoben. Genauer geht’s nicht.


Was ist ein Nesting Seam?

Ein Nesting Seam – der Traum eines jeden Patchworkers. Wenn du genau genug gearbeitet hast, “sitzen” die Säume perfekt ineinander. Aber nicht nur auf Genauigkeit kommt es dabei an, sondern auch darauf, ob die Nahtzugaben in die richtige Richtung zeigen.

Das “Verhaken” der Säume erreicht man auf zwei Arten:

  • Indem die Nahtzugaben beider Säume geöffnet und auseinander gebügelt werden oder
  • indem eine Nahtzugabe nach links und die andere nach rechts gebügelt wird.

Sobald man die Säume sanft gegeneinander reibt und ein “Einhaken” spürt, ist das Nesting perfekt. Jetzt schnell mit ein paar langen Stecknadeln fixieren und nähen. Great job!


Konnte ich dir die geheimnisvolle Welt des Quiltens und Patchworkens ein wenig näher bringen?

Oder sind Fragen unbeantwortet geblieben? Dann schreib mir gern deine Frage in den Kommentaren!


Vergiss nicht, uns bei Facebook zu liken!

Happy simple sewing,

deine Sabine


P. S.: Kennst du schon unsere Sammlung der coolsten Nähgeheimnisse?

P. P.S.: Hier verraten wir die Top Ten der beliebtesten Näh-Helfer!

Wie hilfreich findest du den Beitrag?

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl:

0 Kommentar

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Um unsere Webseite für dich optimal zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies findest du in unserer Datenschutzerklärung. Akzeptieren Datenschutz