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Saum nähen: Diese 20 Säume musst du kennen

Von Sabine
Saum nähen

Säume nähen ist gar nicht schwer! In dieser Anleitung zeige ich dir, welche Saum-Arten es gibt und wie du auch als Näh-Anfänger schöne saubere Saumnähte hinkriegst.

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Saum nähen lernen: So geht’s ganz leicht!

Wer nähen lernen möchte, kennt das: Kaum geht es ans Nähen, da muss auch schon der erste Saum gemeistert werden. Kein Wunder: Säume sind das halbe Näh-Leben. Nicht umsonst haben unsere Großmütter viele, viele Stunden damit verbracht, die feinsten und unsichtbarsten Stiche für alle nur denkbaren Säume zu üben.

Ganz so schwer wollen wir es uns aber nicht machen, oder?

Säumen kann nämlich ganz easy sein. Aber hey, natürlich freue ich mich auch über einen schön geratenen Saum an meinem neuen Kleidungsstück. Denn daran zeigt sich, wie gut man sein Handwerk versteht.

Wenn mich meine Näh-Geschichte eins gelehrt hat: Du kannst die teuersten und coolsten Stoffe kaufen; wenn der Saum des genähten Teils lappig, wellig oder schief aussieht, wirkt das Ganze leider nur noch billig.

Dabei sind Säume ganz einfach zu nähen! Ich zeige dir hier im Blog-Beitrag, wie du die wichtigsten Saumarten wunderschön hin bekommst.

Vertrau mir einfach: Dein nächster Saum wird eine Wucht! 😉

Saum nähen

Was ist ein Saum und warum ist er wichtig?

Als Saum bezeichnet man im Allgemeinen die untere Kante eines Kleidungsstücks.

Das bedeutet: Jedes Kleidungsstück hat einen Saum, ob er bearbeitet ist oder nicht. Und diese Kante verdient unsere besondere Aufmerksamkeit und Hingabe.

Warum? Denk an den Hosensaum deiner Lieblings-Jeans! Säume werden strapaziert. Ein gut genähter Saum hält vielen Widrigkeiten stand. Er sorgt dafür, dass die Stoffkanten nicht ausfransen. Und so ganz nebenbei stabilisiert er auch noch die Form des Kleidungsstücks. Du siehst also: Säume nähen lernen macht Sinn! 🙂

Was ist eine Saumzugabe?

Jeder Saum benötigt eine Saumzugabe. Damit ist die Strecke zwischen Naht und Saumlinie gemeint.

Diese Saumzugabe muss beim Zuschnitt berücksichtigt werden. Wenn du einen längeren Saum benötigst, kannst du bei vielen Schnittmustern einfach mit dem Linieal eine Saumzugabe einzeichnen.

Was ist eine Saumlinie?

Die Saumlinie bezeichnet die Unterkante eines gesäumten Kleidungsstücks.

Saum nähen für Anfänger

Versteh mich richtig: Easy bedeutet nicht, dass du einfach so wild drauf los säumen kannst wie bisher! 😉 Genauigkeit spielt eine große Rolle, wenn man hübsche Säume nähen will.

Aber das ist im Zeitalter der Lineale und Textilmarker echt kein Ding, oder?

Saum-Näh-Tipps für deine ersten Versuche

  • Lerne dein Material kennen: Schau dir genau an, welche Herausforderungen der einzelne Stoff mit sich bringt. Und suche dir für den Anfang einen Stoff aus, der sich leicht verarbeiten lässt. Alles andere kann dich schnell entmutigen. Wähle zum Beispiel einen einfachen Baumwollstoff oder übe mit upgecyleten Jeans!
  • Lerne deine Nähmaschine kennen: Jede Maschine näht anders. Wenn eine Maschine möglicherweise anstandslos durch sieben Lagen Leder näht, macht sie vielleicht bei Nahtanfängen schlapp. Aber: Man weiß es nicht, bevor man es nicht ausgiebig getestet hat. Mach dich mit deiner Nähmaschine gut vertraut, dann kennst du ihre Möglichkeiten und Grenzen.
  • Mache einen Testlauf: Bevor du deinen ersten Saum an dein erstes Kleidungsstück nähst, teste alles unter den Bedingungen des Ernstfalls: Nähe den richtigen Stoff mit der richtigen Nadel und dem richtigen Faden mit dem Nähfußdruck, der das beste Ergebnis verspricht. Nicht schummeln! Es kann einen Riesen-Unterschied machen, wenn du einen Jeansstoff mit einer Jerseynadel nähst, weil du keine Lust hast, sie zu wechseln.
  • Mache den Testlauf immer: Damit nicht genug. Probiere vor jedem Saum an einem Probestück des vernähten Stoffs aus, ob die geplante Naht auch wirklich hält, was sie verspricht. Und war von Ober- und Unterseite. Falls nicht: Neuen Stich wählen und weiter probieren. Und tröste dich: Ich mache das ganz genauso. Willkommen im Club der schönen Säume! 😉

Dieses Zubehör benötigst du zum Saum nähen

Je nach Saum-Art kann das benötigte Material abweichen.

Ist ja logisch: Für einen Schrägbandsaum wirst du Schrägband benötigen. Ich sage dir im jeweiligen Teil der Anleitung, was genau für diese Saum-Art notwendig ist, okay?

Noch ein Wort zu empfehlenswerten Materialien

Lineal zum Säumen

Unverzichtbar beim Nähen von Säumen ist ein gutes Lineal, vorzugsweise aus Metall. Warum? Weil du dieses Lineal einfach in deinen Saum einlegen und darüber bügeln kannst. Das Metall nimmt die Bügelhitze auf und gibt sie an den Stoff weiter. Auf diese Weise nimmt der Stoff viel schneller Form an!

Beim Lineal hast du einige Auswahl, ich empfehle dir für kleine Kontrollen einen so genannten Seam Gauge, ein kleines Saum-Maß, das du mal schnell in den Saum einschieben kannst. So sieht das kleine Saummaß aus.

Klar, so ein Saum-Maß ist praktisch für kurze Säume, für mich allerdings nicht das Gelbe von Ei. Und zwar weil ich viel Kleidung nähe und entsprechend lange Säume nähe. Deshalb habe ich mir von Dritz einen großen Kantenformer aus Metall besorgt und mit meinen Lieblings-Saumbreiten markiert.

Die Dritz Saumlehre hat eine Inch-Skala, keine Zentimeter. Was meiner Begeisterung aber keinen Abbruch tut. Seit ich das Teil habe sind meine Säume um ein Vielfaches schöner geworden.

So sieht sie aus:

 

Es gibt auch von Prym ein Saumlineal-Set, das habe ich allerdings noch nicht getestet.

Zwillingsnadel

Du brauchst keine Covermaschine um traumhaft schöne Nähte zu nähen. Natürlich hilft es ungemein! Aber auch mit einer Haushalts-Nähmaschine kriegst du tolle Säume hin. Das Zauberwort heißt: Zwillingsnadel!

Eine Zwillingsnadel näht auf der Ober- und versäubert auf der Stoff-Unterseite. Und das in einem Arbeitsgang. Das ist perfekt für die meisten Stoffarten, besonders auch für Jersey, Sweat & Co.!

Obertransportfuß

Wo wir gerade davon sprechen: Für Jersey- und andere elastische oder rutschige und feine Stoffe habe ich noch einen echten Geheimtipp: Ein Obertransportfuß! Es sorgt dafür, dass der Stoff besonders gleichmäßig transportiert wird.

Das sorgt für schöne Nähte und verhindert Wellen im Jersey! Den Obertransportfuß gibt es für praktisch jede Nähmaschinen-Marke. Bei meiner Janome waren serienmäßig sogar zwei dabei: Ein schmaler und ein breiter Obertransportfuß, kurz auch OTF genannt. 🙂

Rollsaumfuß

Noch ein Wort zu den feinen Stoffen: Wenn du gerne Tuniken, Kleider, Schals oder Tücher nähst, ist ein Rollsaumfuß ideal. Es gibt ihn in verschiedenen Breiten für unterschiedlich breite Säume. So sieht das dann aus:

Wie du damit einen schönen Rollsaum nähst, zeige ich dir weiter unten in der Anleitung.

Saum nähen: Die 20 wichtigsten Saumarten und wie man sie näht

Einfach eingeschlagener Saum

Der einfach eingeschlagene Saum ist genau, was der Name sagt: Ein Saum, der einmal zur linken Stoffseite umgeschlagen und dann festgesteppt wurde.

Geeignet ist dieser Saum für Gewebe, das nicht ausfranst. Mantelstoffe, Softshell, Walkstoffe (meine Jacke Lovis wird zum Beispiel mit diesem Saum genäht) oder Filz sind nur einige Beispiele.

Variante 1: Offenkantiger Saum

Bügele die Saumzugabe zur linken Stoffseite um.

Saum nähen

Steppe sie von der linken Stoffseite knappkantig mit einem Geradstich (2,5 – 3,5 mm) fest.

Saum nähen

So sieht der offenkantig verarbeitete Saum aus:

Saum nähen

Variante 2: Einfacher Saum (versäubert)

Diese Variante eignet sich für Stoffe, die zum Ausfransen neigen und ist grundsätzlich die “sauberere” Technik.

Versäubere die Stoffkante mit der Overlock oder mit dem Overlockstich deiner Nähmaschine.

Bügele den Saum zur linken Stoffseite um.

Saum nähen

Steppe den Saum von links mit einem Geradstich knappkantig ab.

Saum nähen

So sieht es dann von links aus:

Saum nähen

Und so von rechts:

Saum nähen


 

Doppelt eingeschlagener Saum

Er wird manchmal auch gesteppter Saum genannt. Der doppelt eingeschlagene Saum ist eine sehr einfache Näh-Variante, weil er nicht versäubert werden muss.

Falte die Saumzugabe 2 mal 1 cm nach innen um.

Saum nähen

Fixiere die Saumzugabe mit Stecknadeln oder Stoffclips.

Saum nähen

Steppe die Saumzugabe knappkantig mit einem Geradstich von der linken (oder, wenn du etwas sicherer geworden bist!) von der rechten Seite ab.

Saum nähen

So sieht der doppelt eingeschlagene Saum von links aus:

Saum nähen

Und so von rechts:

Saum nähen


Rollsaum nähen

Rollsäume sind perfekt für Volants, Rüschen, Tuniken oder Kleider. Aber auch Schals und Tüchern geben sie einen schönen Abschluss. Der Saum wird nicht eingeschlagen sondern mit einem engen Stich, der die Stoffkante umhüllt, eingefasst.

Es gibt viele Arten, einen Rollsaum zu nähen. Er wird übrigens manchmal auch abgekurbelter Saum genannt.

Variante 1: Rollsaum mit der Overlock nähen

Stelle deine Overlock auf Rollsaum um. Du kannst wählen zwischen kleiner und großer Stichlänge. Von dieser Einstellung hängt ab, wie dicht und fest der Saum wird.

Saum nähen

Mit großer Stichlänge sieht der Overlock-Rollsaum so aus:

Saum nähen

Mit kurzer Stichlänge sieht er so aus:

Saum nähen

Du kannst auch die Stichbreite justieren. Die Naht solltest du unbedingt an einem Probestück testen. Und zwar so lange, bis sie so ist, wie du sie dir vorstellst.

Variante 2: Rollsaum mit der Nähmaschine nähen

Auch mit der Nähmaschine kannst du einen Rollsaum nähen. Du kannst die Stoffkante mit einem kurzen, weiten Zickzack einfassen. Dabei trifft die Nadel jeweils in und neben den Stoff:

Saum nähen

Das Ergebnis ist allerdings nicht wirklich hübsch:

Saum nähen

Viel besser sieht ein eingeschlagen genähter Rollsaum aus. Dafür benötigst du 1 cm zusätzliche Nahtzugabe.

Die Nahtzugabe wird 1 cm zur linken Stoffseite umgebügelt.

Saum nähen

Stelle einen weiten, kurzen Zickzackstich ein:

Saum nähen

Nähe die Nahtzugabe entlang dem Stoffbruch mit dem Zickzackstich an. Der Stoff trifft wie im ersten Beispiel auf der einen Seite in den Stoff, auf der anderen Seite eben den Stoffbruch.

So sieht es von der linken Seite aus:

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Kürze die Nahtzugabe bis kurz vor der Naht ein.

Saum nähen

So sieht der Saum von der rechten Seite aus:

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Variante 3: Rollsaum mit dem Rollsaumfuß nähen

Die schnellste und eleganteste Rollsaum-Variante.

Dafür benötigst du jetzt deinen Rollsaumfuß.

Saum nähen

Falte oder bügele den Saum passend zum Rollsaum zur linken Stoffseite um.

Schiebe den mit der rechten (schönen) Stoffseite nach unten liegenden Stoff mit einer Ecke der Saumzugabe in den Führungskringel (dafür gibt es sicher einen Fachbegriff, wer weiß ihn?) des Rollsaumfüßchens.

Saum nähen

Nähe den Saum mit einem schmalen Zickzack ab.

So sieht es dann aus:

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Wenn du als Unterfaden ein Nähgarn in Stofffarbe wählst, ist der Stich schön unauffällig.


Saum mit der Hand nähen

Es gibt viele Arten, ein Kleidungsstück mit einer Hand-Naht zu säumen. Ich zeige dir einen schnellen Hohlsaum. Er wird mit einem überkreuzten Blindstich fixiert, der von der rechten Stoffseite nicht zu sehen ist. Perfekt für feine Hosen, Röcke oder Kleider.

Du brauchst Nadel & Faden. Ich verwende für Handnähte gerne schönes Baumwoll-Garn, aber ein Allesnäher funktioniert natürlich genauso gut.

Bügele den Saum doppelt zur linken Stoffseite um.

Halte den Stoff so, dass die gefaltete Saumzugabe auf der linken Seite ist (für Linkshänder vermutlich anders herum).

Beginne im Saum und führe den Blindstich wie auf dem Bild aus:

Saum nähen

Dabei sticht die Nadel durch einen oder beide Lagen der Saumzugabe.

Unmittelbar über dem Stoffbruch der Saumzugabe stichst du durch ein Fädchen der Stoffrückseite. Auf keinen Fall die Nadel komplett durch den Stoff ziehen.

Saum nähen

So sieht die fertige Naht dann von links aus:

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Und so von rechts:

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Zwillings- oder Covernaht nähen

Für diese einfach eingeschlagene Naht benötigst du entweder eine Zwillingsnadel oder eine Covermaschine. Wie das Nähen mit der Zwillingsnadel genau funktioniert zeige ich dir in einem separaten Beitrag.

Falte die Saumzugabe zur linken Stoffseite um.

Saum nähen

Nähe den Saum von rechts mit der Zwilllingsnadel oder mit der Cover ab.  Dabei führst du die Kante des eingeschlagenen Saums an den Nadeln entlang.

Saum nähen

So sieht es dann von der linken Stoffseite aus:

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Und so von rechts:

Saum nähen

Übrigens: Wenn du die dekorative Cover-Naht von der Unterseite auf der Vorderseite haben möchtest, nähst du diese Naht von der linken Seite. Das sieht zum Beispiel an der Schulternaht von Raglan-Pullis super aus!

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So sieht dann die Vorderseite aus:

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Eingefassten Saum nähen

Für diese Saum-Variante benötigst du ein Schrägband in der Länge deines Saums. Die Breite des Schrägbands bestimmst du selbst.

Variante 1: Einfach eingefassten Saum nähen

Das Schnittteil wird ohne Nahtzugabe zugeschnitten, da das Schrägband die Stoffkante nur einfasst.

Beginne mit dem Einfassen auf der linken Stoffseite.

Stecke das Schrägband bündig an die Stoffkante.

Saum nähen

Nähe das Schrägband mit einem Geradstich in der ersten Falz ab. Das ist die Falte, die direkt neben der Stoffkante liegt. Auf dem Foto oben steckt die pinkfarbene Stecknadel genau in der ersten Falz.

Saum nähen

So sollte es jetzt aussehen:

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Lege das Schrägband um die Stoffkante herum.

Saum nähen

Saum nähen

Stecke es mit Stoffclips fest und nähe es mit einem längere Geradstich (z. B. 3,5 mm) knappkantig von rechts an.

Saum nähen

So sollte es jetzt aussehen:

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Variante 2: Eingeschlagener Schrägband-Saum

Du kannst den eben genähten Saum auch eingeschlagen nähen. Von der Oberseite ist trotzdem nur eine Naht sichtbar.

Falte die versäuberte Nahtzugabe zur linken Stoffseite um.

Saum nähen

Steppe das Schrägband knappkantig von der linken Stoffseite mit einem Geradstich fest.

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So sieht es jetzt von der linken Stoffseite aus:

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Und so von rechts:

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Falschen Saum nähen

Der falsche Saum, auch Fake-Saum genannt, ist ein echter Näh-Hack!

Wann kommt er zum Einsatz? Ganz genial: Wenn du zu wenig Stoff für einen richtigen Saum hast! Er sieht aber mindestens genauso gut aus, deswegen lohnt es sich, ihn zu kennen!

Du benötigst dafür einen 5 – 6 cm breiten Stoffstreifen, der mit der Farbe des Oberstoffes harmoniert. Er sollte nicht zu fest oder dick sein, damit er nicht aufträgt.

Ein feiner Viskose- oder Leinenstoff ist oft ebenso gut geeignet wie ein dünner Baumwollstoff.

Wichtig: Der Streifen sollte dieselbe Elastizität besitzen wie der Oberstoff.

Stecke den Stoffstreifen bündig rechts auf rechts an die Stoffkante des Kleidungsstücks.

Saum nähenNähe den Stoffstreifen mit einer Nahtzugabe von 1 cm mit einem Geradstich an.

Saum nähen

So sollte es jetzt aussehen:

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Bügle die Nahtzugaben auseinander.

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Versäubere den Stoffstreifen mit Overlock oder Zickzackstich.

Falte den Stoffstreifen zur linken Stoffseite um. Bügle ihn so, dass er von rechts nicht mehr zu sehen ist.

Saum nähen

Steppe den Stoffstreifen anschließend von der linken Stoffseite knappkantig mit einem Geradstich fest.

Saum nähen

So sieht der Fake-Saum von links aus:

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Und so von rechts:

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Geklebter Saum

Die schnellste aller Möglichkeiten: Bügle die Saumzugabe zur linken Stoffseite um.

Für diesem Saum benötigst du ein doppelseitiges Saumvlies in der Länge deines Saums.

Saum nähen

Lege das Saumvlies an die obere Kante der Saumzugabe und bügele alle drei Lagen entsprechend der Herstellerangabe des Saumvlieses fest.

Saum nähen

Saum nähen

Fertig! So schnell kann’s gehen! Das Saumvlies verhindert, dass die Stoffkante ausfranst.

Allerdings ist dieser Saum nicht so haltbar wie genähte Säume. Für Vorhänge und Co. kann er jedoch super eingesetzt werden.


Runden Saum nähen

Runde Säume stellen für viele Näh-Fans eine besondere Herausforderung dar: Wenn ein Schnittmuster aufgesetzte Taschen vorsieht, geben viele auf. Völlig grundlos übrigens. Runde Säume sind echt nicht schwer!

Du brauchst dafür eine Pappschablone in der Form der Rundung, Nadel & Faden sowie das Bügeleisen.

Schneide den Stoff mit 1 cm Nahtzugabe zu.

Saum nähen

Ziehe einen verknoteten Faden innerhalb der Nahtzugabe um den Zuschnitt, die obere Kante bleibt wie sie ist.

Saum nähen

Ziehe den Faden ein wenig zusammen und lege die Schablone passgenau ein.

Saum nähen

Bügele die Rundungen.

So sieht es von der rechten Stoffseite aus:

Saum nähen

Jetzt kannst du z. B. die Tasche knappkantig aufsteppen.

Saum nähen

Saum nähen


Dekorativen Saum nähen

Statt eines umgefalteten Saumes kannst du sehr gut auch den Saum mit Borten, Litzen, Bändern oder Ähnlichem verzieren.

Es empfiehlt sich, den Saum vor dem Aufnähen einer Borte zu versäubern.

Saum nähen

Saum nähen

Die Borte wird so aufgenäht, dass der Oberstoff von der rechten Seite aus nicht mehr zu sehen ist.

Saum nähen

Anschließend kannst du die Unterkante der Borte von der linken Stoffseite aus mit einem Geradstich aufnähen.

Saum nähen

Wende das Schnittteil und nähe die Oberkante der Borte von der rechten Seite aus an.

Saum nähen


Jersey-Saum nähen: So geht der SewSimple-Blitz-Saum!

Viele der gezeigten Säume kannst du wunderbar auch für Jersey einsetzen.

Hier habe ich aber noch einen Tipp für dich, wie du den schnellsten Jersey-Saum überhaupt nähen kannst!

So sieht er am fertigen Kleidungsstück aus:

Säume nähen

Es ist meine Lieblings-Saum-Methode, wenn ich mal wieder zu ungeduldig für alles andere bin.

Du kannst ihn mit einem Stich deiner Wahl nähen: Perfekt sind Zwillingnaht, 2er- oder 3er Covernaht. Aber auch ein Zickzackstich ist möglich.

Zeichne die Saumlinie (also die Linie, an der die Saumzugabe nach links eingeschlagen wird) mit einem Trickmarker auf die rechte Stoffseite.

Jersey-Saum nähen

Falte die Saumzugabe bis zur Markierung zur linken Stoffseite um und steppe sie von rechts mit der Covermaschine oder mit einer Zwillingsnaht fest.

Während des Nähens kannst du mit dem Finger erspüren, ob die Saumkante noch an der richtigen Stelle liegt. Denn nur dann wird sie sauber von der Naht bedeckt.

Jersey-Saum nähen

Gut, oder? 😉 Funktioniert natürlich auch prima bei Ärmelsäumen…

Jersey-Saum nähen


Saum mit Beleg nähen

Das ist ein besonders feine Methode, die ich dir in meiner separaten Anleitung zum Beleg nähen Schritt für Schritt erkläre.

Sie eignet sich sehr gut für lässige Shirts, Tuniken oder Kleider. Zum Beispiel für mein Schnittmuster Roosmarei:

Säume nähen

Beleg nähen


Stufensaum nähen

Eine super lässige und schnelle Methode, Shirts und Pullis nicht nur zu säumen: Du verpasst ihnen auch noch einen richtig coolen Look durch den Stufensaum.

Benötigt werden nur zwei Stoffstreifen aus elastischem Stoff.

Die genaue Anleitung wie man einen Stufensaum näht, findest du hier auf dem Blog.

Säume nähen

Säume nähen

Säume nähen


Säume nähen

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Schreib mir gerne in den Kommentaren, wie dir meine Anleitung gefallen hat.

Happy simple sewing,

deine Sabine

Die häufigsten Fragen auf einen Blick beantwortet

Saum nähen ohne Overlock oder Covermaschine, wie geht das?

Sehr schön werden Säume, wenn du sie einfach mit einem Zierstich oder mit der Zwillingsnadel absteppst. Vorab kannst du die Stoffkante mit einem Versäuberungsstich, z. B. mit Zickzack versäubern.

Wie kann man ganz besonders schnell einen Saum nähen?

Du kannst den SewSimple-Blitz-Saum nähen: Zeichne die doppelte Breite des Saumes an, falte die Stoffkante bis zur Markierung und steppe sie dort fest.

Saum nähen bei Jersey: Worauf muss ich achten?

Das Wichtigste ist: Dehne den Stoff nicht. Das gelingt zum Beispiel gut mit der Covermaschine. Aber auch der Obertransportfuß in Verbindung mit der Zwillingsnadel macht superschöne Säume bei Jersey.

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85 Kommentare

Karola 26. Juni 2020 - 14:19

Hallo Sabine,
mir geht es ähnlich wie Monika. Ich habe nach Jahren der fast vollständigen Abstinenz, Ende letzten Jahres wieder angefangen zu nähen – und zwar, weil Taschen mich fasziniert haben und es fast zur Sucht wurde. Dann kamen die Masken… und jetzt nähe ich wieder Kleidung. Ich nähe auf meiner alten Pfaff und mit einer geerbten Overlock… Ich frische mein Wissen gerade – auch über dein Portal – wieder auf und habe deshalb interessiert dein “Saum-Spezial” gelesen. Wenn ich früher Seidentücher oder feine Kleiderstoffe zart gesäumt habe, habe ich das oft mit einem Säumerfüßchen gemacht – aber mit Geradstich!!! Probier das doch mal aus – ich tue es parallel – das Ergebnis war immer besonders zart. Meine alte Maschine hat ausserdem einen Saumstich (Geradstich mit einzelnen Zickzackstichen) mit dem man den umgebügelten Saum so nähen kann, dass er rechts ähnlich wie die “handgenähten” Varianten aussieht (ich mache gerne alles mit der Maschine, weil es schneller geht… bin manchmal eher faul…)
Näht alle weiter mit Freude und ohne Stress…
Liebe Grüße von Karola

Antworten
Sabine 28. Juni 2020 - 16:11

Vielen Dank für den Hinweis, Karola! 🙂

Antworten
Helga 26. Juni 2020 - 9:32

Hallo Sabine,
Ich habe mit 15 ein bisschen genäht, im VHS-Kurs die ersten Schritte gelernt. Das war aber immer eher so, dass ich genäht habe, was meine Lehrerin mir gesteckt hatte. Ein bisschen ausbessern oder Gardinen nähen war alles, was ich dauerhaft behalten habe. Seit einem Jahr habe ich es wirklich für mich entdeckt, jetzt ist ein verwaistes Kinderzimmer mein Nähzimmer geworden und ich liebe es, mal was anderes auszuprobieren. Ich mag deine Tipps, weil sie tolle Ideen liefern. Auch dieser Beitrag hier ist wieder große Klasse! Danke dafür!
Liebe Grüße Helga

Antworten
Sabine 28. Juni 2020 - 16:12

Danke für das schöne Kompliment, Helga.
Toll, dass du zum Nähen zurückgefunden hast. 🙂

Antworten
Monika 25. Juni 2020 - 20:54

Hallo, liebe Sabine,
Ich habe erst vor einigen Wochen wieder angefangen zu nähen nach vielen Jahren der Abstinenz und bloßen Reparaturen und ich freue mich über deine genialen Nähanleitungen und Tipps. Vielen Dank für die viele Arbeit die sicherlich dahinter steckt
Ganz liebe Grüße aus Belgien

Antworten
Sabine 26. Juni 2020 - 6:27

Hallo Monika,
toll, dass du das Nähen wieder-entdeckt und SewSimple gefunden hast.
Lieben Dank für das schöne Kompliment. 🙂

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