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Mit dem Nähen aufgehört: 5 typische Abbrecher-Schicksale

Von Sabine
Mit dem Nähen aufgehört

Du hast mit dem Nähen aufgehört und findest keinen neuen Einstieg? In diesem Beitrag erfährst du die häufigsten Gründe, das Nähen aufzugeben. Und wie du es schaffst, trotzdem weiterzumachen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine billige Maschine kann Geld sparen. Aber auch Nerven kosten: Unzufriedenheit mit der Nähmaschine ist der häufigste Grund, mit dem Nähen aufzuhören. Lieber auf Qualität achten
  • Überforderung mit den genähten Projekten kann den Spaß nachhaltig verderben. Deshalb ist es wichtig, Anleitungen auszuwählen, die deiner Erfahrungsstufe entsprechen
  • Keine ausreichende Anleitung: In deinem Umfeld kann dir nähtechnisch niemand weiterhelfen? Macht nichts, es gibt Online- und Nähkurse!
  • Ein häufiger Grund, das Nähen an den Nagel zu hängen, ist die Angst vor Fehlern und Materialverschwendung
  • Du weißt nicht, wo du anfangen sollst, weil das Thema so unüberschaubar ist? Da helfen dir meine Tipps und Links

Einmal mit dem Nähen aufgehört: Da ist es schwer, wieder einen Einstieg zu finden. Schaut man sich einmal um, begegnen einem immer mehr Nähbegeisterte, die sich einen Großteil ihrer Kleidung selber schneidern. Aber damit nicht genug! Diese Enthusiasten nähen Taschen und Täschchen, Kissen, Decken und 1000 andere tolle Dinge für Familie, Freunde und sich selbst.

Eigentlich logisch, dass diese Näh-Künstler der Stargast auf jeder Party sind, oder? 😉 Wer möchte nicht so ein schönes, handgenähtes Täschchen ergattern?

Wie sieht es mit dir aus? Gab es einen Punkt in deiner Näh-Karriere, an dem du dich vollkommen entmutigt und demotiviert vom Nähen abgewendet hast? Tröste dich, so ein Näh-Blues passiert den meisten irgendwann.

Und die Gründe sind immer wieder die gleichen. In diesem Beitrag verrate ich dir, was Näh-Fans zum Abbrechen bewegt. Und mit welchen Tricks & Tipps man trotzdem weitermachen kann.

5 Gründe, mit dem Nähen aufzuhören (und was du dagegen machen kannst!)

Die Gründe, das Nähen aufzugeben, sind sehr individuell. In einigen Punkten wiederholen sich die Geschichten häufig. Woher ich das weiß? In den Kommentaren hier auf SewSimple, bei Instagram, Facebook und unzähligen eMails erzählen mir Näh-Fans immer wieder, wie sie irgendwann den Anschluss verloren haben.

Für all diese Menschen, die ihr Näh-Schicksal mit mir teilen (und möglicherweise auch für dich?) kommen hier meine Tipps zum Thema Näh-Abbruch.

Nr. 1: Billige Nähmaschine

Der häufigste Grund für einen rasanten Start mit jähem Ende: eine billige Nähmaschine. Natürlich ist klar, warum viele sich gerade zu Anfang entscheiden, eher vorsichtig an die Sache ranzugehen und ein günstiges Modell zu kaufen.

Es kann ja immer noch sein, dass das Nähen “nicht dein Ding” ist. Und dann steht so eine teure Maschine womöglich unbenutzt herum. Außerdem weiß man ja als Anfänger gar nicht, welche Funktionen man überhaupt braucht. Und was beim Nähmaschinen-Kauf wichtig ist.

Dann ist es soweit: Die Nähmaschine ist aufgebaut, der Stoff liegt bereit. Und du sitzt verkrampft und mit hochgezogenen Schultern davor und schnallst erstmal gar nichts. Ein paar Stiche, vielleicht auch ein paar Nähte. Dann kommt der erste Garnwechsel (schwierig, schwierig!) und der erste Nadelbruch. Und dann ist für viele erstmal Sabbat.

Was du dagegen tun kannst?

  1. Lass dich im Fachgeschäft beraten: Erfahrene Fachhändler finden mit dir heraus, welche Nähmaschine für dich geeignet ist. Und deine Angst, dass dir was “aufgeschwatzt” wird. Die Händler vor Ort wissen sehr genau, dass nur wiederkommt, wer zufrieden ist.
  2. Lege einen finanziellen Rahmen fest, dem du dem Händler nennen kannst. Dann hat er Spielraum, sich etwas für dich zu überlegen.
  3. Finde heraus, welche Projekte du künftig nähen möchtest. Das hat einen Einfluss darauf, welche Funktionen deine Nähmaschine braucht.
  4. Im Zweifelsfall rate ich eher zu einer guten gebrauchten Nähmaschine als zu einer billigen neuen. Viele Händler bieten generalüberholte Nähmaschinen an, die bezahlbar sind, trotzdem aber eine gute Qualität mitbringen.
  5. Teste verschiedene Modelle unterschiedlicher Hersteller. So kannst du abspüren, was sich gut und richtig für dich anfühlt.
  6. Überlege, ob du dir zunächst eine Nähmaschine ausleihen kannst. Manche Online-Angebote sind wirklich günstig. Und du gehst damit praktisch kein Risiko ein, weil du die Maschine immer wieder zurückgeben kannst.
  7. Näh-Virtuosen kommen manchmal auch mit billigen und billigsten Nähmaschinen klar. Aber so richtig Spaß macht das meist auch ihnen nicht.
  8. Lass dir vom Händler eine Einweisung in die wichtigsten Funktionen geben und frage nach, ob du dich bei Unklarheiten melden darfst.
  9. Auch sehr gute Nähmaschinen müssen nicht unfassbar teuer sein. Meine Juki ist für rund 800 Euro ein phantastisches Anfänger-Modell und näht so gut wie alles. Speziell auch dehnbare Stoffe meistert sie so genial, dass du praktisch keine Overlock benötigst. Lies dazu gerne mal meinen Juki Erfahrungsbericht.

Nr. 2: Projekte sind zu schwierig

Ich kann’s echt verstehen: Schaut man sich auf Instagram oder Pinterest um, findet man Tausende und Abertausende tolle Näh-Projekte, die man unbedingt umsetzen möchte. Aber hey: Vorsicht bei der Projekt-Auswahl!

Viele Näh-Projekte sind für Anfänger einfach nicht geeignet. Speziell bei Kleidungs-Schnittmustern solltest du schauen, ob sie wirklich anfängertauglich sind. Die meisten Designer erwähnen das in der Produktbeschreibung.

Ganz schlimm sind oft klassische Papierschnittmuster mit einer unüberschauberen Anzahl von Linien, Pünktchen und Strichen. Das bringt dich zum Aufhören, noch bevor du richtig angefangen hast.

Aber auch das Nähen von Taschen und anderen kleinen Sachen hat so seine Tücken: Reißverschlüsse, Abnäher, Ecken, Säume oder Steppnähte. Es gibt so viele Näh-Ideen (und so viele Materialien!), die Anfänger dazu bringen können, das Handtuch zu schmeißen.

Was du dagegen tun kannst

  1. Such dir Projekte aus, die explizit für Anfänger geeignet sind. Eine große Zusammenstellung von einfachen Sachen, die man gerade als Einsteiger gut bewältigen kann, findest du hier bei SewSimple.
  2. Wenn du Kleidung nähen möchtest, versuch es mal mit einer ganz einfachen Wickeljacke oder einem Jersey-Rock. Gerade zum “Reinkommen” ist das genial, weil du damit sehr schnell tolle Ergebnisse erzielst. Und das motiviert weiterzumachen.
  3. Geh es langsam an und nutze deine Motivation: Wenn du zum Beispiel zum Schluss mit einer schönen, weichen Kuscheldecke belohnt wirst, die du von A bi Z selbst gezaubert hast, motiviert das tausendmal mehr als ein schwieriges Projekt, das in der Tonne landet.
Mit dem Nähen aufgehört

Nr. 3: Bedienungsanleitung nicht gelesen

Ein Lapsus, der auch Profis immer wieder passiert. Egal ob neue Maschine oder bereits erprobtes Schätzchen: Die Bedienungsanleitung deiner Maschine(n) sollte dein bester Freund sein.

Na klar, einige Funktionen kann man intuitiv “mitnehmen” und anwenden. Aber für speziellere Einstellungen und Features brauchen auch Profis mehr Informationen. Ob es nun darum geht, die richtige Spracheinstellung zu finden oder alle Optionen deiner Maschine kennen zu lernen.

Oft ist es aber so, dass man eine Maschine gebraucht kauft. Oder sie sogar geschenkt bekommt. Und keine Bedienungsanleitung dabei ist. Was dann?

Was du dagegen tun kannst

  1. Setz dich mit dem Hersteller der Nähmaschine in Verbindung. Viele Hersteller haben Websites, von denen du die Bedienungsanleitung deiner Nähmaschine kostenlos herunterladen kannst.
  2. Gelingt das nicht, schicken dir manche Händler auch kostenlos die Bedienungsanleitung als PDF zu.
  3. Stell dir vor, die Bedienungsanleitung wäre ein DIY-Krimi: Lies sie mit Ruhe, Interesse und Genuss. Sie wird dich einige Jahre begleiten.
  4. Wende beim Lesen die neuen Funktionen an einem Probestück an. Dann hast du beim ersten Einsatz unter “Echt-Bedingungen” kein Lampenfieber, weil du sie schon mal kennengelernt und gemeistert hast.

Nr. 4: Angst vorm Näh-Versagen

Was kann nicht alles schiefgehen: Die Nadel bricht ab, die Maschine geht kaputt, man sticht sich mit Stecknadeln…und der gute Stoff, den man womöglich auch versemmelt!

All das sind sicher Gründe. Aber keine Hinderungsgründe. Fehler passieren. Ohne Fehler gibt’s keinen Fortschritt. Also näh weiter. Und liebe den Prozess. 🙂

Was du gegen die Angst vorm Versagen tun kannst

  1. Man kann im Näh-Bereich wirklich alles lernen. Nadeln lassen sich ersetzen. Schau dir einfach die Bedienungsanleitung mal in Ruhe an. Darin ist meist sogar bebildert beschrieben, wie so eine Nadel ausgetauscht wird. Lernen musst du es so oder so, denn Nadelbruch gehört irgendwie auch dazu… 😉
  2. Keine Angst davor, die Maschine zu schrotten. Nähmaschinen sind robuste kleine Helferlein, die so schnell nichts übel nehmen. Lerne sie besser kennen, indem du sie regelmäßig reinigst und pflegst. Sie wird es dir mit Langlebigkeit und Treue vergelten. Und so ganz nebenbei erfährst du, wie sie aufgebaut ist und funktioniert.
  3. Besorg dir hochwertiges Zubehör, das nicht so leicht kaputt geht. Ich habe dir eine Einkaufsliste für Näh-Anfänger zusammengestellt, die du nur ausdrucken musst. Dann kann’s losgehen mit dem Shopping.
  4. Besorg dir günstigen Stoff zum Üben. Sehr gut eignen sich Baumwolle oder Canvas. Damit kannst du schon viele kleine Projekte umsetzen. Und einfach Nähte und Maschinen-Einstellungen üben. Denn was du schon ausprobiert hast, lässt dich nicht zurückschrecken.
  5. Günstige Stoffe findest du zum Beispiel bei Ikea. Nimm dir immer mindestens 1 Meter Stoff mit. Dann hast du genügend Material um Säume, Knopflöcher, Schneidetechniken zu proben. Das macht Spaß, du wirst sehen!
  6. Stoff- und Restepakete (findest du oft auch in Stoff-Outlets!) sind eine gute Möglichkeit, deine Fähigkeiten an diversen Materialien auszuprobieren. Oft sind Nicki, Organza, Jerseys und Kunstleder in den Paketen enthalten. Lies dir meine Tipps zu den jeweiligen Materialien durch. Das funktioniert prima mit der Suchmaske auf der Blog-Startseite.
  7. Mach dir klar: Es ist nur Stoff! Im Zweifelsfall kannst du immer noch Spültücher und Waschlappen draus machen.
  8. Entsorge Stoffreste und daneben gegangene Projekte umgehend, dann erinnern sie dich nicht an deine Fehler. Sie haben ihren Zweck erfüllt: Du hast dazu gelernt. 🙂
Mit dem Nähen aufgehört

Nr. 5: Keine Orientierung im Näh-Dschungel

Hast du dich auch schon mal gefragt: Wo soll ich eigentlich anfangen? Kann ich gut verstehen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Deshalb sind gerade die Tipps unter Nr. 4 auch so wichtig: Entscheidend ist nicht, wie gut du deine erste selbst gestellte Näh-Aufgabe meisterst. Entscheidend ist, was du draus lernst.

  1. Überfordere dich nicht, setz dir kleine Ziele. Näh eine erste Naht auf einem Blatt Papiert. Versuche anschließend an einem Stück Stoff aus ausrangierter Kleidung ein paar gerade Nähte. Dann vielleicht mal einen Zierstich.
  2. Schau dir an, wie Garn und Material miteinander wirken. Oder teste mal einen Saum. Beobachte, wie sich Stoff und Nähte durch Bügeln verändern. Gib dir Zeit und mach alles in Ruhe.
  3. Schreib deine Erfahrungen in ein Näh-Tagebuch. Mach dir Skizzen, klebe Fotos ein, sammle Ideen. Überlege dir, mit welchem Thema du einsteigen möchtest.
  4. Suche dir einen Nähkurs in deiner Nähe. Darin lernst du viele Basics und hast die Möglichkeit, direkt nachzufragen, wenn etwas nicht klappt.
  5. Keine Zeit für Nähkurse? Dann probier es doch mal mit einem Online-Workshop bei Makerist. Dort findest du ganz viele nach Themen geordnete Anfänger-Kurse, die du dir anschauen kannst, wann immer du Zeit und Lust hast!
  6. Leg einfach los. Dein eigenes, ganz spezielles, individuelles Näh-Thema wird dich finden, wenn du ihm die Chance bietest, dich auf sich aufmerksam zu machen. Das heißt: Einfach weiternähen und alles ausprobieren.

Haben dir meine Tipps weitergeholfen?

Schreib gerne in den Kommentaren von deinen Erfahrungen mit dem Näh-Blues!

Happy simple sewing,

deine Sabine

Mit dem Nähen aufgehört

Häufig gestellte Fragen

Wie bekomme ich wieder Lust zum Nähen?

Such dir ein ganz einfaches Projekt, das dir im Alltag richtig fehlt, zum Beispiel eine tolle Einkaufstasche oder ein gemütliches Kissen. Das motiviert und macht Lust, weiterzumachen.

Wie lerne ich meine Nähmaschine besser kennen?

Hilfreich ist es, einen Fachhändler in der Nähe zu haben, der dir eine Einweisung in der die Maschine gibt. Lies auch die Bedienungsanleitung gründlich durch und probiere parallel die einzelnen Funktionen an Stoffstücken aus alter Kleidung aus.

Wie kann ich nähen lernen?

Das funktioniert zum Beispiel in einem Näh-Café oder einem Näh-Kurs wunderbar. Hier bist du mit vielen Gleichgesinnten zusammen und ihr könnt euch gegenseitig motivieren und unterstützen. Außerdem kannst du direkt vor Ort Fragen stellen. Online-Kurse sind eine gute und preiswerte Alternative.

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21 Kommentare

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21 Kommentare

Ingrid Pfeifer 2. Juli 2020 - 23:46

Hallo Sabine,
wieder einmal ein toller Beitrag 👍. Bin seit Mitte Dezember 2019 auf deiner Seite dabei und muss sagen, daß ich jeden Newsletter (wenn manche auch nur quer) gelesen habe und sie alle sehr informativ und lehrreich finde (auch ‘ne alte Kuh lernt immer noch dazu). Ich bin 59Jahre alt und habe im Alter von ca. 10 Jahren angefangen zu nähen. Meine Mutter war Schneiderin und sie besaß eine Pfaff 230 Schrankmaschine (habe ich heute noch, ich denke, sie funktioniert auch noch, muss sie nur mal wieder ausgraben). Hatte gut 26 Jahre eine einfache Nähmaschine von Privileg (Quelle), mit der ich alles, aber auch wirklich alles genäht habe, selbst Leder, die sich aber vor knapp 2 Jahren leider in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hat. Dann fand ich vor ca. 1,5 Jahren noch eine fast baugleiche Necchi von meiner Mutter. Bei der riss dann aber ständig der Oberfaden. Jegliche Einstellungen halfen nicht. Da hätte ich dann beinahe den Näh-Blues bekommen. Aber mein Motto: “Aufgeben, oder, Geht nicht, gibt’s bei mir nicht”. (Alles was geht, repariere ich auch selbst. Kleiner Tipp an alle, die das auch machen, bzw. versuchen wollen: wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich das auch wieder richtig zusammen gesetzt bekomme, fotografiere ich jeden Schritt mit meinem Handy, hat schon oft geholfen!)
Dann kaufte ich mir Anfang 2019 eine Overlock (wollte mal was ‘professionelles’). Kann damit leider aber nur Seitennähte, Rollsäume, und wie sagt man, Wellensäume herstellen und keine “normale” Flatnaht, bzw Blindstich. (Mal wieder nicht gründlich recherchiert!!!, hat ja auch nur 230€ gekostet, aus heutiger Sicht muss die ja auch nicht viel können bei dem Preis) Ausserdem hab ich mit der echt ein Problem mit Jersey. Habe alle Einstellungen ausprobiert, aber bekomme das mit dem Andruck nicht hin (zweifel, zweifel, das Nähstück wird immer wellig, feste Stoffe super, ist übrigens ein W6 Wertarbeit N454D, falls jemand auch die Maschine besizen sollte und mir diesbezüglich Tipps geben kann, sonst wird sie verkauft und ich kaufe mir was Vernünftiges!)
Wie du in deinem Beitrag schreibst, Näh-Schule, habe ich vor Ort, wird aber wg. Corona bis auf weiteres kein Kurs angeboten.
Es gibt heute ja leider kaum noch einfache Maschinen ohne Programmautomatik. Also musste noch was “Einfaches” her. Anfang des Jahres hatte ich mir dann eine Toyota-Nähmaschine (SuperJeans, mit “4,5-Sterne-Rezensionen) ) gekauft, die angeblich durch 12(!!!) Lagen Jeans nähen könnnen sollte. Wow…. Blah, blah…, (sie schaffte noch nicht mal 3 Lagen, 2 Nadeln gehimmelt!) . Diese wurde dann ganz schnell wieder verpackt und mit einer entsprechenden Rezension an den Verkäufer zurückgeschickt. Ja, ja, da hätten andere Leute sehr wahrscheinlich den Blues bekommen, ich beinahe auch.
Mein Sohn wurde 1992 geboren und ich habe damals sehr viel für uns und auch Freunde und deren Kinder genäht. Brauchte da nur Geradeaus, Zick-Zack, Knopfloch. Zierstiche habe ich nie genutzt. (Ich vermisse meine Privileg😥)
Im Oktober 2018 wurde dann mein Enkelkind geboren und ich freute mich, nähmässig wieder loslegen zu können (hab noch die alten Burda-Hefte Baby und Kleinkind/Sommer und Winter von 93/94). Dann kam das Desaster mit meiner Privileg und der Necchi (s.o.) und erstmal Stillstand. (Ein Fast-Blues)
Vor gut 2 Monaten bekam ich von einem Freund eine Pfaff 230 Automatik (von 1959) geschenkt, ich liebe sie, weil sie so leise schnurrt und nicht so einen Lärm macht wie die neuen – man hört sie kaum😊. Aber leider hat auch diese Maschine durch die Automatik den Nachteil, daß man den Andruck des Nähfüsschen nicht einstellen kann. (Vielleicht gab es in den 60er jahren noch keine, bzw. nicht so viele Elastikstoffe, in der Anleitung der Maschine sind jedenfalls keine aufgeführt). Auch hier wurde mein Jersey wellig. Egal, werde sie trotzdem behalten. (Meine Tante!, 75 Jahre alt, näht auch immer noch sehr viel, sie wurde ganz neidisch, als ich ihr meine Errungenschaft präsentierte, O-Ton: die wirst aber nicht weggeben, oder) Meine Suche ist noch nicht zu Ende.
Also Näh-Mädels (evtl. auch Jungs?) getreu meinem Motto ‘ Aufgeben, bzw. Geht nicht, gibt’s nicht’ : Ich wünsche euch allzeit a happy sewing time.
Ich hoffe ich habe mit meinem langen Beitrag nicht den Blog gesprengt, aber das musste ich einfach mal loswerden.
Lieben Gruß aus Köln

Antworten
Sabine 3. Juli 2020 - 7:16

Hallo Ingrid, du hast sooo recht. Ohne eine gescheite Maschine macht es echt keinen wirklichen Spaß.
Teuer muss sie nicht sein. Aber gut! 🙂
Ganz lieben Dank für Kommentar & Kompliment: Ich freu mich sehr!

Antworten
Bianca Schoeps 3. Juli 2020 - 12:17

Guten Tag Ingrid,
Tipp zur W6 454D: 90er Stretch-Nadeln, Stichlänge auf 3 und evtl das Differenzial anpassen. Bei mir läuft sie für Jersey wie geschmiert.
Ich hoffe ihr werdet noch warm miteinander.
LG Bianca

Antworten
Angela 2. Juli 2020 - 14:39

Wenn mich bei einem größeren Objekt die Lust verlässt (wie letztens bei einem Krimmermantel) nähe ich zwischendurch
etwas “Kleines” – wie z. B. die Patchwork-Topflappen von Dir ;-)) das ist die totale Motivation, weil ich dann stolz bin, “schnell” etwas
gezaubert zu haben…dann überkommt nich (meistens) die Lust, das angefangene Objekt fertig zu machen…Bei mir hilft’s
Liebe Grüße und…bleib gesund

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 14:52

Guter Tipp, Angela!

Antworten
Kirsten Rundel 2. Juli 2020 - 13:18

Liebe Sabine, deine Ratschläge sind wie immer meistens hilfreich. Richtig ärgerlich finde ich immer wieder, das Schnittmuster als für Anfänger geeignet deklariert werden, natürlich auch als Verkaufsargument, wer kauft schon ein kompliziertes, und es vor dem Kauf kaum eine Möglichkeit gibt, diese Aussage für sich zu überprüfen. Oft zeigt es sich dann auch erst im Prozeß, das das Projekt eigentlich für Anfänger nicht geeignet ist. An meinem Schrank hängen noch zwei solche “Leichen”, ein Sommerkleid und eine Hose und warten auf die Fertigstellung. Der Frust ist vorprogrammiert, wenn etwas wortreich als anfängertauglich bejubelt wird, man scheitert und sich dann als total doof fühlt. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, es ist nicht alles easy peasy

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 14:51

Hallo Kirsten,
das kann ich gut verstehen.
Schnittmuster-Designer haben oft sehr unterschiedliche Kriterien, nach denen sie den Schwierigkeitsgrad von Projekten beurteilen.
Wer Schnittmuster macht, denkt oft: Oh, das ist doch einfach. Das kann jeder.
Oft geht es aber in vor allem erst einmal darum, den gesamten Arbeitsablauf nachzuvollziehen. Nicht die einzelne Naht macht das Projekt schwierig.
Es ist das Verstehen der Abläufe und Zusammenhänge.
Als Schnittmuster-Macher bleibt man da aus meiner Sicht nur am Ball, indem man sich regelmäßig Feedback einholt.
Und zwar genau von dem Personenkreis, für den man den Schnitt (eben auch!) macht.
Wenn Anfängertauglichkeit Verkaufsmasche wird, durchschauen das die meisten Nutzer ohnehin sehr schnell und kaufen dort nicht mehr.
Ich denke, dieser drohende Vertrauensverlust ist vielen Machern gar nicht klar.
Ich find’s wichtig, dass du dir Zeit für einen Kommentar genommen hast, vielen Dank dafür.
Liebe Grüße
Sabine

Antworten
Sandra Schian 2. Juli 2020 - 11:04

Das Dilemma mit der frustrierenden Anfängermaschine kenne ich auch – ich hatte mir vor einigen Jahren mal eine einfache Maschine gekauft, aus den bekannten Gründen: wer weiß, ob ich dabei bleibe etc. Wegen der Nervmaschine wäre ich beinahe nicht dabei geblieben! ;o) Dann kam Corona und das Masken nähen, und ich habe wieder Lust aufs Nähen bekommen. Aber jetzt mußte eine “richtige” Maschine her, und jetzt wußte ich auch, was ich brauche (und was nicht, sticken z.B. interessiert mich null): einen oberen Stofftransport, regelbare Geschwindigkeit, Ausweichen auf Handkontrolle statt Fußpedal, veränderbare Nadelposition. Habe ich alles (und noch mehr) in einer Pfaff Passport 3.0 gefunden und bin wunschlos glücklich. Fazit: es lohnt sich wirklich, eine etwas teurere Nähmaschine zu kaufen. Ganz abgesehen von den ganzen Gimmicks nähen die etwas besseren Maschinen nämlich auch etwas besser, wodurch man gleich wieder viel mehr Lust aufs Nähen bekommt. Mein allererstes Jersey-Projekt überhaupt ist fast fertig (ein einfaches T-Shirt), und es hat wunderbar geklappt.

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 14:53

Sehe ich ganz genauso, Sandra.
Der Trick ist, dass man da schon Bock hat, sich an die Maschine zu setzen, nur um sie arbeiten zu sehen. 🙂

Antworten
Heikens Christine 1. Juli 2020 - 20:39

Vielen Dank Sabine für die Hinweise. Abgebrochen habe ich nicht mit nähen, aber meine Nähmaschine etwas defekt gemacht. Habe aber heute gleich im Fachgeschäft zugeschaut wie die Maschine in Takt gebracht wurde.wieder was gelernt. Selbst ist die Frau. Früher hatte ich für meine Tochter genäht, jetzt nähe ich für Babies,meinen Urenkel .Freunde. es macht wirklich Spaß. Habe im Keller einen tollen Tisch, wo dtei Maschinen auf mich warten. Danke für deine Beiträge.

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 5:50

Hallo Christine,
ich glaube, das passiert so ziemlich jedem mal: Irgendwas an der Maschine zu schrotten.
Ganz einfach aus Unwissenheit. Geht mir auch nicht anders. Und jedesmal lernt man wieder was dazu. 😉

Antworten
Kerstin 2. Juli 2020 - 7:25

Hallo ihr lieben schön erklärt für mich nichts neues bin ja Polster -Dekorationsnäherin seit über 35 Jahren mit Maschinen habe ich kein Problem repariere meine selber lg an alle

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 14:54

Ah, das würde ich auch gerne können, Kerstin! 🙂

Antworten
Roswitha Miller 1. Juli 2020 - 19:18

Hallo Sabine.
Danke für deine Tipps für den Wiedereinstieg.
Grundsätzlich finde ich alle deine Tipps hervorragend und es ist motivierend.
Du machst das ganz toll. In jedem deiner Worte kann ich deine Nähleidenschaft nachempfinden.
Danke dir von Herzen für die Arbeit, die du dir machst um deine Ideen an die Leute zu bringen. Bin immer wieder begeistert.
Liebe Grüße aus dem sonnigen Ungarn

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 5:53

Ich freu mich sehr über das schöne Kompliment, Roswitha.
Toll, wenn dir meine Tipps weiterhelfen. 🙂

Antworten
Karin 1. Juli 2020 - 19:18

Liebe Sabine, deinen Artikel finde ich wieder großartig. Ich mag deinen Blog und auch deine Schnittmuster sehr gerne. Aber etwas stört mich schon länger, und das muss ich jetzt mal loswerden. Warum sind deine vorgeschlagenen Zubehörartikel immer bei Amazon verlinkt? Es gibt so viele andere Anbieter. Ich möchte dort einfach nicht bestellen. Liebe Grüße

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 5:55

Hallo Karin,
ich finde es gut, dass du mir so eine ehrliche Rückmeldung gibst.
Du hast absolut Recht: Amazon ist nicht das Maß aller Dinge.
Wann immer ich einen Artikel bei Hemmers finde, verlinke ich gerne dorthin.
Manche “Näh-Spezialitäten” gibt es eben nur oder am einfachsten bei Amazon. 🙂

Antworten
Martina 1. Juli 2020 - 19:05

Bei meinem Anfängernähkurs (vor ungefähr 25 Jahren) haben wir auf den dort vorhandenen Maschinen genäht. Bei meiner hatte ich den totalen Unterfadensalat – nichts ging mehr. Während die anderen die ersten Nähte machten, musste ich also mit meinen nicht vorhandenen Kenntnissen alles auseinander nehmen, sauber machen und wieder zusammen bauen. Die Kursleiterin meinte zu mir, dass ich jetzt ja wenigstens schon mal wüsste, wie die Maschine gesäubert würde. Ich bin total frustriert nach Hause gegangen. Aber meine Maschinen sind seitdem immer sauber und gut gepflegt. Und die Einstellung, dass ich aus jedem (misslungenen) Projekt etwas lerne… 😊 Bei „Nähkrisen“ hilft mir das, und eine kleine Pause, tatsächlich weiter.

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 5:56

Hallo Martina,
ich finde, dass das schon eine Menge ist, was du dann gelernt hast.
Die Maschine zu kennen ist das A und 0.
Und sie in so einem geschützten Rahmen auseinander zu nehmen und kennenzulernen, das ist das Beste, was einem Anfänger passieren kann.
Zu den Nähten bist du ja dann später sicher trotzdem gekommen. Und noch viel weiter, wie ich vermute. 😉

Antworten
Betty 1. Juli 2020 - 19:02

Jaja, die Nählust ist mir in all den Jahren, in denen ich nähe, auch schon mal etwas abhanden gekommen. Wo ich früher Kostüme, Mäntel u gefütterte Jacken nähte, hate ich plötzlich keine Lust mehr auf Schnitte, die mehr Zeit als einen Nachmittag erforderten. Es endete mit Hosen u Röcken der einfachsten Art. Bis ich mich mal an den Kopf fasste u mich fragte, ob’s noch geht, oder was…
Habe bei einem individuellen Nähkurs mitgemacht. Nur 3 Teilnehmerinnen – das war’s!

Antworten
Sabine 2. Juli 2020 - 5:58

Toll, wenn es wieder gefunkt hat, Betty!
Wobei auch ganz einfache Schnitte richtig gut sitzen und aussehen können.
Sie erfordern sogar von der Direktrice oft besonders viel Fingerspitzengefühl. 🙂

Antworten

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