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Quilt nähen: Anleitung für eine Patchwork-Decke (super für Anfänger)

26.11.2016 von Sabine Schmidt

Quilt nähen: Anleitung für eine Patchwork-Decke (super für Anfänger)

Quilt nähen: Eine selbst genähte Patchworkdecke ist etwas ganz Besonderes. Mit meiner Anleitung kannst du ganz einfach einen Quilt nähen –  du wirst staunen, wie schnell das geht!

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In diesem Beitrag erfährst du, wie du schnell und unkompliziert einen Quilt nähen kannst
  • und welche Stoffe sich besonders eignen
  • Ich verrate dir unter anderem Tipps zum Schnellschneiden, zur Garnfarbe und zum Rollschneider
  • Du brauchst kein Schnittmuster zum Quilt nähen
  • Nähzeit: 1 Nachmittag
  • Nählevel: Anfänger

Warum sollte ich einen Quilt selber nähen?

Ein selbst genähter Quilt ist ein wertvolles und sehr persönliches Geschenk. Bei der Zusammenstellung der Stoffe kannst du deiner Phantasie freien Lauf lassen. Natürlich solltest du auch die individuellen Vorlieben des Beschenkten berücksichtigen, damit der Quilt auch gerne genutzt wird.

Auch bei der Wahl der Rückseite kannst du den geplanten Einsatz der Decke in deine Überlegungen einbeziehen. Soll der Quilt als leichte Sofadecke genutzt werden oder als sommerliche Bettdecke? Dabei kannst du nicht nur die Dicke des Rückseitenstoffes sondern auch seine Materialzusammensetzung anpassen.

Vielleicht kennst du ja schon meine Anleitung mit der du eine ganz einfach Patchworkdecke nähen kannst?

Lesetipp: Du bist herzlich eingeladen, dir auch unsere ausführlichen Beiträge über Patchwork und Quilten anzuschauen. :)

Quilt nähen einfach und schnell

An so einen selbst genähten Quilt kommt kein Kauf-Quilt ran, versprochen! Denn du bestimmst, welche Farben, Muster, Motive er haben wird. 

Du kannst auch, wie in meinem Fall, ein Thema wählen. Bei mir sind es die Naturfilme. Igel, Stockenten, Blaumeisen, Fernseher - alles tummelt sich im Blaugrün des Quilts. Herrlich!

Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit dem Thema Patchwork und Quilten, weil ich es einfach so spannend finde. Schau mal hier rein, um die Unterschiede zwischen Quilten, Applizieren und Patchwork zu lernen. Alleine die Tools und das Zubehör: so geheimnisvoll und praktisch!

Übrigens: Bevor ich mich an eine Steppdecke getraut habe, habe ich erstmal süße Tischsets genäht. Zum Üben sozusagen. Denn alle Techniken, die du für eine Patchworkdecke brauchst, tauchen auch bei Tischsets auf!

Wenn du die Stoffstreifen nicht selbst zuschneiden möchtest, kannst du auch eine fertige Jelly Roll nehmen. Was ist überhaupt so eine Jelly Roll und wie näht man damit? Das verrate ich dir in meinem Blogbeitrag Nähen mit Jelly Rolls. Der Kissenbezug, an dem ich dir die Näh-Technik zeige, ist übrigens ein schöner Begleiter für die Patchworkdecke! :)

Eingefasst ist die Decke in ein schlicht getupftes Schrägband, das ich selbst gemacht habe.

Und weil er so schnell geht, nenne ich diesen Quilt auch "Halb-Tagesdecke". ;)

Welche Stoffe eignen sich für einen Quilt oder eine Patchworkdecke?

Am besten geeignet sind feste, gewebte Stoffe aus

Denke daran, dass ein Quilt unter Umständen häufig gewaschen wird. Zum Beispiel, wenn du ihn als Babydecke nähen möchtest. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Stoffe gut waschen lassen. So ein Quilt ist nicht unbedingt schwierig zu nähen. Aber wegen der langen Nähte und der großen Materialmenge ist er schon ein etwas anspruchsvolleres Projekt.

Daher empfehle ich dir, hochwertige Baumwoll-Stoffe zu verwenden. Sie sehen auch nach zig Wäschen noch super aus und sind ganz einfach zu verarbeiten.

Für die Rückseite empfehle ich dir einen Stoff, der sich weich und angenehm anfühlt. Richtig toll funktioniert zum Beispiel ein schöner Baumwoll-Fleecestoff oder, ganz klassisch: ein weicher Flanell. Die Farben der Rückseite sollten gut zum Quilttop passen.

Lies hier mehr über das Nähen mit Baumwollstoffen.

Das Schrägband zum Einfassen kannst du übrigens ganz einfach selber machen. Wie das geht, erkläre ich dir in meiner Anleitung Schrägband selber machen.

Welche Vliese eignen sich zum Quilten und Patchworken

Bei der Auswahl der Vliese solltest du vorab überlegen, wie dein Quilt eingesetzt werden soll. Nähst du einen Babquilt, ist davon auszugehen, dass er häufig gewaschen werden muss. Folglich solltest du ein Vlies verwenden, das sich gut waschen und ggf. auch schnell trocknen lässt. Möchtest du eine Einlage ohne künstliche Fasern, bieten sich Soja-, Baumwoll- oder Wollvliese an.

Mein Tipp: Wirf mal einen Blick in unseren Beitrag Stoffe und Vliese für Patchwork, darin erfährst du alles, was du zum Thema wissen musst

Lesetipp: Stoffe verstärken

Stoffe für einen Quilt zusammenstellen

Die Stoffe für einen Quilt zusammen zustellen, macht großen Spaß. Die Auswahl an Mustern und Farben ist riesig. 

Fällt es dir schwer, dich zu entscheiden oder bist dir unsicher, was zusammen passt, kannst du ein fertiges Stoffpaket kaufen. 

Folgende Überlegungen können dir die Entscheidung erleichtern:

  • Wie wäre es mit einem Themenquilt, zB. einem Blumenquilt?
  • Oder du bevorzugst bunt und farbenfroh?
  • Gibt es einen besonderen Anlass, wie einen Geburtstag oder die bevorstehende Rente?

Tipp: Nähst du eine Patchworkdecke aus Stoffresten, habe ich einen Tipp für dich, bei dem du dir das Grübeln beim Auswählen der Stoffe sparen kannst. Lege alle in Frage kommenden Stoffstücke in eine große Kiste und nehme dir ohne großes Nachdenken ein Stück Stoff und vernähe es.  

Stoffe mit Richtung

Haben die Muster oder Objekte auf deinem Stoff eine Richtung? Überlege vorab, ob du das beim Anordnen der Stoffe berücksichtigen willst.

Waschen und Bügeln der Stoffe

Stoffe wie Baumwolle und Leinen gehen beim Waschen unterschiedlich stark ein. 

Neu gekaufte Stoffe wasche ich, bevor ich sie in meinen Stoffschrank einsortiere. So kann ich gleich mit dem Nähen loslegen, wenn ich ein neues Projekt beginne. Außerdem siehst du beim Waschen, wenn Stoffe ausbluten.  

Tipp: Verliert der Stoff auch nach mehrmaligem Wasche Farbe, solltest du ihn nicht in einem Quilt, der gewaschen werden soll, verarbeiten.

Streifen ruckzuck schneiden

Suchst du nach einer Schnellschneidemethode?

Dann lege deinen Stoff doppelt oder zu einem Viertel. So schneidest du mit einem Schnitt gleich mehrere Lagen Stoff.

Tipp: Wichtig dabei ist eine gut funktionierende Klinge am Rollschneider.

Lesetipp: Lies hier alles über Rollschneider!

Welche Nähmaschinennadel zum Quilt nähen?

Du kannst für dieses Projekt ganz simple Universal-Nähmaschinennadeln verwenden. Am besten in Stärke 80 - 90, damit sie gut mit den vielen Stofflagen zurecht kommt.

Viele Quilt-Fans schwören auf Titanium-Nadeln, die besonders gehärtet sind. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Nadeln eine hervorragende Haltbarkeit haben. Sehr empfehlenswert.

Auch sehr geeignet, besonders wenn du Fleece vernähst, sind Anti-Glue-Nadeln. Sie sind besonder beschichtet und gleiten ganz leicht durch die verschiedenen Stofflagen. Ebenfalls getestet und für sehr tauglich empfunden. ;) Du kannst sie als ganz "normale" Nähmaschinennadeln nutzen.

Zum Absteppen sind Steppnadeln phantastisch. Sie sind ausgesprochen scharf und zaubern hinreißende Steppnähte. Steppnadeln sind übrigens auch zum Tasche nähen ein echter Geheimtipp.

Mit welcher Garnfarbe nähen?

Verarbeitest du in deinem Quilt Stoffstreifen aus unterschiedlichen Farben, eignet sich als Garnfarbe mittelgrau oder ein dunkles beige.

So kannst du ganz entspannt alle Stoffstreifen mit dem gleichen Garn nähen und der nervige Fadenwechsel entfällt.

Tipp: Direkt mehrere Unterfadenspulen vorbereiten, so dass dir zwischendurch der Faden nicht ausgeht.

Welches Zubehör brauche ich zum Quilt nähen?

Fazit: Quilt nähen ist schwer? Nee, schon fertig! :)

Der gesamte Quilt dauert bei geübten Näher*innen circa einen halben Tag und macht total viel Spaß. Und er ist ein wundervolles Geschenk für einen lieben Menschen. Viele Quilts und Patchworkdecken werden in Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Eine wundervolle Tradition, die du mit deinem selbst genähten Quilt lebendig halten kannst.

Wenn du eine Frage zum Quilt-Nähen hast, schreib mir gerne einen Kommentar.

Happy simple quilting

deine Sabine

Häufige Fragen

Können auch Nähanfänger einen Quilt nähen?

Auf jeden Fall! Wenn du gerade nähen kannst, bekommst du diesen Quilt locker hin.

Wo kann man Patchworkstoffe kaufen?

Mittlerweile gibt es viele Stoffgeschäfte mit einem großen Angebot an Patchworkstoffen. Da kannst du die Stoffe vor Ort anschauen und anfassen. Oder du kaufst sie in einem Onlineshop und bekommst alles bequem nach Hause geliefert. 

Kann man einen Quilt aus abgelegter Kleidung nähen?

Ja, klar und das ist dann auch besonders nachhaltig. Zudem ist es eine besondere Erinnerung an liebe Menschen oder besondere Ereignisse, bei dem das Kleidungsstück getragen wurde. 

Schritt-für-Schritt Anleitung

Nähanleitung: Quilt nähen für Anfänger

  1. Schritt
    • Schneide 7,5 cm breite und möglichst lange Stoffstreifen für das Schrägband zu, mit dem du den Quilt einfassen willst.
    • Nähe die Streifen rechts auf rechts im rechten Winkel zueinander fest, schneide den überschüssigen Stoff ab.
    • Bügele das Band einmal in der Mitte und lege es zur Seite.
  2. Schritt
    • Du brauchst mehrere Stoffstreifen in der Breite deiner Decke
    • Wenn du Streifen für den Quilt zuschneidest, wirkt es dynamisch, wenn die Stoffstreifen verschieden breit sind.
    • Besonders abwechslungsreich ist es, wenn ein Stoffstreifen aus 2 oder 3 Stoffstücken besteht.
    • Diese nähst du zu einer ausreichend langen Bahn zusammen.
    • Nähe die Stoffstreifen für den Quilt in einem rechten Winkel zueinander rechts auf rechts zusammen.
    • Tipp: Stichlänge beim Nähen 2,5-3 cm.
    • Schneide den überschüssigen Stoff ab und bügele die Nahtzugaben auseinander.
  3. Schritt

     

  4. Schritt
    • Beginne damit, den ersten Stoffstreifen am oberen Rand der Fleece-Decke festzunähen, damit später nichts verrutscht.
  5. Schritt
    • Lege dann den nächsten Streifen rechts auf rechts darauf und nähe ihn fest.
    • Jeden aufgenähten Stoffstreifen solltest du gleich von rechts bügeln.
    • Dabei den Stoff nicht dehnen.
    • Durch das Bügeln wird die Naht schön flach und es hilft dir auch den nächsten Streifen gerade anzunähen.
  6. Schritt
    • Nach dem Bügeln streichst du den zuletzt angenähten Stoffstreifen vorsichtig mit der Hand glatt.
    • Dann heftest ihn mit ein paar Stecknadeln fest.
    • Jetzt kommt der nächste Streifen dran.
    • Achte darauf, die Decke nicht zu ziehen oder zu dehnen.
    • Tipp: Wenn es dir schwer fällt, die Decke gleichmäßig zu nähen, kannst du Latexhandschuhe anziehen.
    • Damit hast du viel mehr Grip.
  7. Schritt
    • Wenn der Quilt vollständig mit Stoffstreifen bedeckt ist, kannst du die offenen Kanten mit Schrägband einfassen.
    • Dafür schneidest du den überstehenden Stoff zurück.
    • Dann kannst du den Quilt mit Schrägband einfassen.
    • Hier findest du die genaue Anleitung dafür und vielleicht eine Inspiration, was aus den übrig gebliebenen Stoffstreifen noch werden kann :)
    • Fang auf der linken Seite an, beginne aber erst ein paar Zentimeter hinter dem eingeschlagenen Anfang des Schrägbands.
    • Später steckst du dort das Endstück hinein und nähst alles zusammen fest.
  8. Schritt

     

  9. Schritt

     

  10. Schritt
    • Von der rechten Seite mit einem 3,5er-Geradstich fest steppen.
    • Wie die Ecken gefaltet werden, kannst du dir in dieser ausführlichen Anleitung zum Nähen einer Patchworkdecke anschauen.
  11. Schritt

    Dass sich der Admiral-Schmetterlink (Foto oben) während des Shootings zum Quilt-Nähen niedergelassen hat, war sicher nur Zufall! ;)

  12. Schritt

     

  13. Schritt

     

  14. Schritt

     

  15. Schritt

     

  16. Schritt

     

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