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Näh-Wissen: Französische Naht nähen – so geht’s!

Von Sabine
Französische Naht

Französische Nähte machen bei manchen Näh-Projekten wirklich Sinn! Wir sagen dir, wofür sich eine Französische Naht eignet, bei welchen Stoffen du sie einsetzen kannst und wie auch Anfänger sie ganz einfach nähen können!


Französische Naht, das klingt geheimnisvoll und aufregend – das Gegenteil ist aber der Fall. Die Naht ist eher praktisch und wirklich einfach. Und vor allem lässt sie sich wunderbar für das ein oder andere Näh-Projekt einsetzen, bei dem du bisher mit offenen Kanten zu kämpfen hattest.


Was ist eine Französische Naht?

Nichts anderes als eine Naht in der Naht. Sie wird doppelt genäht. Dadurch hast du auf der linken Stoffseite eine sauber vernähte, geschlossene Stoffkante. Auf Englisch heißt die Naht übrigens “French Seam” – in manchen Schnittmustern für Kleidung wirst du vielleicht über den Begriff stolpern…


Sind Französische Nähte dasselbe wie Biesen?

Es sieht ähnlich aus, das stimmt. Biesen werden auf der rechten Stoffseite genäht. Also abgemessen, von rechts abgesteppt und dann meistens in eine Richtung umgelegt und festgenäht. Biesen kommen oft am Ausschnitt von Blusen zum Einsatz, wo sie die Weite regulieren helfen und damit die Passform verbessern.

Französische Nähte finden sich oft in Ärmeln von Blusen aus zarten, durchscheinenden Stoffen. Aber auch bei Strickstoffen macht sich so eine versäuberte Naht hervorragend! Denk mal an tolle Cardigans, bei denen man gar keine flatternden Nahtzugaben mehr sieht! 😉


Für welche Stoffe eignet sich die Französische Naht?

Sie lässt sich besonders gut für feine Stoffe wie Seide, Cupro, Chiffon, Viskose oder auch Leinen verwenden. Aber auch Taschen aus Baumwolle, Cord oder Jeans lassen sich mit der Französischen Naht professionell nähen.


Wofür verwendet man eine Französische Naht?

Sie wird überall dort eingesetzt, wo offene Kanten stören oder auffallen könnten, zum Beispiel in den Seitennähten feiner Blusen und Tuniken.

Auch bei einlagig genähten Schals und Loops verbergen stilvoll eventuelle Nähte, wenn du sie mit einer Französischen Naht nähst.


Was muss man beachten?

Wichtig ist, dass du keine zu stabilen Stoffe mit der Französischen Naht verarbeitest. Dadurch können unschöne Wülste entstehen, die anschließend auftragen.

Außerdem musst du beachten, dass die Französische Naht mehr Nahtzugabe benötigt. Insgesamt braucht die Naht, wie ich sie dir in diesem Beitrag zeige, 1,5 Zentimeter Nahtzugabe.


Was braucht man für eine Französische Naht?


Anleitung: Französische Naht nähen


  • Lege die beiden Stofflagen links auf links aufeinander und fixiere sie mit Stecknadeln.

Französische Naht


  • Nähe die Stoffkante füßchenbreit mit einem Geradstich ab.

Französische Naht


Französische Naht


  • Jetzt schneidest du die Nahtzugabe bis auf 2 – 3 Millimeter zurück.

Französische Naht


  • Bügele die Naht auseinander.
  • Bei mir kommt da direkt wieder mein Mini-Bügeleisen und das selbstgebaute Bügelbrett zum Einsatz, das ich direkt neben der Nähmaschine parke! Echt eine Arbeitserleichterung, wenn du mich fragst!

Französische Naht


Französische Naht


  • Anschließend den Stoff rechts auf rechts aufeinander stecken und die Naht sauber ausbügeln.

Französische Naht


  • Nun wird die Nahtkante 1/2 Zentimeter breit mit einem Geradstich abgenäht.

Französische Naht


  • Nochmal bügeln und: fertig!

Französische Naht


Französische Naht


Damit hast du eine von beiden Seiten schöne Naht mit einer sauberen, unauffälligen Nahtzugabe.


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Happy simple sewing,

deine Sabine

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3 Kommentare

Livia Leichner 18. September 2017 - 20:29

Meine Oma hat immer holländische Naht dazu gesagt , meine ich zu erinnern

Antworten
Inge Modder 23. Januar 2018 - 19:23

Super erklärt..danke …werde es das nächste mal ausprobieren

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SewSimple 23. Januar 2018 - 20:04

Dankeschön, Inge! 🙂

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