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Plotten: Alles, was du wissen musst!

Von Sabine
Plotten Alles was du wissen musst

Plotten war für mich lange ein Buch mit sieben Siegeln. Um mehr darüber zu erfahren, habe ich Michaela von himmelblau + erbsengrün interviewt. Sie verrät uns alles, was du über’s Plotten wissen musst.


Plotten: Alles was du wissen musst!

Interview mit Michaela von himmelblau + erbsengrün

Alle Fotos auf dieser Seite sind ebenfalls von Michaela!


SewSimple: Michaela, du nähst ja nicht nur total viel, du verzierst auch deine selbstgenähte Mode gerne mit Plotterbildern. Zeigst du uns mal ein paar Beispiele?

Plotten: Alles was du wissen musst

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Plotten: Alles was du wissen musst

 

Was ist eigentlich Plotten? | Definition & Bedeutung

Der Begriff kommt ursprünglich aus der Seefahrt und bedeutet “grafische Darstellung”.

Im kreativen Bereich versteht man darunter das Anbringen von Konturen aus Vector-Grafiken auf verschiedenen Folien oder auf Papier. Diese Konturen werden anschließend ausgeschnitten.

Damit können herrliche Bügelbilder, Karten, Labels und vieles andere mehr erstellt werden.

Plotten: Alles was du wissen musst


Was gefällt dir am Plotten besonders?

Fast jedes Bild, egal ob Kinderzeichnung oder Foto, kann zu einer plotter-geeigneten Datei umgewandelt werden. Der Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt.

Durch die Vielzahl an Folien ist es auch möglich, diese Bilder auf verschiedensten Materialien anzubringen.

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Was braucht man zum Plotten?

Wahrscheinlich gibt es sehr viel mehr an Zubehör, als ich derzeit verwende.

In meiner Werkstatt sind:

  • Laptop
  • Plotter
  • viele verschiedene Folien

  • Zahnarztbesteck (zum Entgittern!)
  • ein Teigspachtel zum Übertragen/Feststreichen von Vinylfolie (es gibt auch wesentlich teurere Versionen, die aber denselben Zweck erfüllen)
  • ein Leuchtboard

So sieht ein Leuchtborad aus:

So sieht eine Transferpresse aus:

Außerdem natürlich unendlich viele Ideen, die ich alle noch umsetzen will! 🙂


Plotten: Alles was du wissen musst

Auf dem Foto trägt Michaela das Shirt Sedona, das sie mit einem tollen Ethno-Print verziert hat.

So cool!


Kannst du einen Plotter empfehlen?

Mein erster und bisher einziger Plotter ist der Silhouette Portrait 2.

Dieses Plotterchen ist sehr nett zu mir und macht keine Faxen.

So sieht er aus:

Wobei ich größentechnisch schon am Überlegen bin, mir die nächste Generation anzuschaffen.

Mein Wunschplotter sollte eventuell noch größere Motive ausgeben.

Ich schwanke noch zwischen dem Silhouette Cameo 3 und dem Plotter von Brother ScanCut CM 900.



Mit welchen Programmen arbeitest du?

Der Plotter arbeitet mit dem Sihouette Studio als Software auf dem Laptop.

Ich bereite teilweise noch mit Paint oder Inkscape die Dateien auf.

So sieht das dann am Laptop aus:

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Wofür benutzt du den Plotter?

Um Erinnerungen in die Gegenwart zu übertragen – zum Beispiel Zeichnungen meiner Kinder als Plott auf einem Shirt.

Um Kinder- und Erwachsenen-Kleidung mit verschiedenen Designs aufzuhübschen.

Für Deko: Zum Beispiel für beleuchtete Rahmen für Weihnachts-Deko, Polterbezügen, Glückwunsch-Designs oder Geschirr.

Aber auch für Beschriftungen oder Labels.

Arbeiten mit Papier, zum Beispiel um Schachteln oder Verpackungen zu verzieren kann man mit dem Plotter übrigens auch sehr gut. Thematisch ist das aber nicht so meins – ich arbeite lieber mit Stoff.

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Gibt es kostenlose Plotter Vorlagen zum Runterladen?

Viele so genannte Freebies schwirren im Netz herum. Sie sind, wie der Name sagt, frei und sofort als Plotterdatei zu verwenden. Es gibt auch einige Seiten, wo kostenlose Vector-Dateien heruntergeladen werden können. Diese kann man dann bearbeiten und weiterverwenden.

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Was ist der Unterschied zwischen einem Folienplotter und einem Schneideplotter?

Meines Wissens gibt es keinen Unterschied zwischen Schneide- und Folienplotter. Das Gerät hat als Werkzeug ein feines, tiefenverstellbares Messerchen eingebaut. Dieses Messerchen fährt Linien sowohl aus Papier, SnapPap oder Folien ab und schneidet das Motiv damit aus.

Man kann allerdings auch statt des Messerchens Stifte einbauen und mit dem Plotter zeichnen!

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Wie geht Plotten?

Der Arbeitsauflauf geht so:

  • Motiv überlegen
  • eventuell erst im Programm zeichnen oder aus der Bibliothek hochladen
  • Bild anpassen und fertigstellen
  • Plotter startklar machen
  • Plotter mit dem Laptop verbinden
  • Folie oder Papier einlegen
  • Plotter-Messer einstellen
  • Schneide-Einstellungen überprüfen
  • Plotterchen schneiden lassen

Wie wird das geplottete Motiv bearbeitet?

Bei Folien bedeutet “Entgittern”: Alle Teile (oft sind es winzige Teilchen!), die nicht zum Motiv gehören, müssen entfernt werden. Hierbei hat man zwei Möglichkeiten: Man kann sowohl negativ als auch positiv entgittern. Das heißt: Das Motiv entweder aus den ausgeschnittenen Teilen oder deren Rahmen darstellen.

Auf dem Foto entgittere ich gerade eine Eule von Fusselfreies. 🙂

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Nach dem Entgittern wird der Plott auf dem gewählten Untergrund entweder mit der Hitzetransferpresse aufgepresst – das ist ideal bei Textilien oder SnapPap) oder mittels Transferfolie geklebt.

Geplottete Motive aus Papier werden gefaltet, beklebt, bestempelt – ganz nach kreativer Idee!

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Worauf muss man beim Kauf eines Plotters achten?

  • Was möchte ich beplotten?
  • Welche Materialien möchte ich plotten?
  • Welche Größe sollen die Motive haben?
  • Mit welcher Software möchte ich arbeiten (Erfahrungsberichte)?
  • Wieviel Geld möchte ich beim Kauf anlegen?
  • Benötige ich Fachberatung?
  • Möchte ich selbst Plotts erstellen oder möchte ich Freebies nutzen?

Welche Folie braucht man zum Plotten?

Das kommt ganz darauf an, was man damit anstellen möchte!  🙂

Plotten mit Bügelfolien

Es gibt unterschiedliche Bügelfolien:

Flex: für Textilien aus Baumwolle, Polyester, Acryl.

Erhältlich in matt und glänzend.

Flock: leicht angeraut für dieselben Einsatzmöglichkeiten

Effekt: wie der Name schon sagt: Glitter, Hologramm, Metallic…

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Plotten mit Klebefolien

Vinyl, z. B. für Autoaufkleber oder für Deko, gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Effekten.

Beim Folienkauf finde ich es sehr wichtig, jederzeit auf gute Beratung zurückgreifen zu können, weil die Folien mit unterschiedlichen Einstellungen geschnitten und angebracht werden müssen.

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Gibt es Bearbeitungs-Programme für den Plotter?

Zu den Plottern gibt es die entsprechende Software. Beim Portrait 2 ist das z. B. das Silhouette Studio in der Basic, Design und Business Edition.

Die Basic Edition ist vorinstalliert, kann jedoch nur bestimmte Dateiformate öffnen und verwenden.

Ein Upgrade auf Design und Business ist möglich.

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Worauf muss ich beim Plotten achten?

Textilien sollten vorgewaschen werden. Das ist wichtig, damit die Imprägnierung (manchmal wird sie auch “Appretur” genannt) ausgewaschen ist. Sonst kann sich der Kleber nicht mit dem Textil verbinden.

Folie und Untergrund muss miteinander kompatibel sein, also: die richtige Folie für den gewünschten Stoff aussuchen.

Ein Entfernen der angebrachten Flex-Folie ist sehr nervenaufreibend. Das heißt: Position, Größe und Farbe des Plotts vor dem Anbringen unbedingt gut überlegen! 😉

Plotten Alles was du wissen musst

SewSimple: Liebe Michaela, vielen Dank für das informative Interview!


Ich habe ganz viel über’s Plotten gelernt und kann’s jetzt kaum erwarten, selbst damit loszulegen!

Happy simple sewing

Sabine


 P. S.: Du kannst Michaelas aktuelle Werke auf ihrem Blog bewundern. Oder folge ihr bei Facebook!

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4 Kommentare

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4 Kommentare

Sy Murri 29. April 2018 - 8:16

Gibt es auch Kurse, zB von Brother, die man besuchen könnte?

Antworten
SewSimple 29. April 2018 - 20:37

Hallo Sy, manchmal bieten Volkshochschulen oder Näh-Geschäfte solche Kurse an!

Antworten
Ivonne Schwiertz 3. Februar 2019 - 15:02

Eine kleine Ergänzung wünsche ich mir ( hoffe ich hab nix überlesen)- wie pflege und wasche ich beplottete Sachen?

Antworten
SewSimple 3. Februar 2019 - 17:03

Hallo Ivonne,
eine gute – und berechtigte Frage!
Waschen bei 30 – 40 Grad (bei den meisten Folien ist eine Waschtemperatur angegeben!) ohne Weichspüler.
Bügeln von links. 🙂
Liebe Grüße
Sabine

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