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Stoffe markieren: Nähzubehör, Tipps und Tricks

Von Sabine
Stoffe markieren

Es gibt viele Arten, wie man Stoffe markieren kann. In diesem Beitrag stelle ich dir verschiedene Möglichkeiten vor. Außerdem gibt’s Tipps, Tricks und Hinweise zum Thema Stoff markieren.


Warum sollte man Stoffe markieren?

Eine gute Frage! Ja, eigentlich kann man doch einfach drauflos nähen, oder?

Aber: Wann immer Stofflagen genau aufeinander treffen sollen, benötigen wir Markierungen, die Orientierung geben und sicherstellen, dass das fertig genähte Teil auch wirklich aussieht, wie es aussehen soll.

Dafür ist es wichtig, die Markierungen, Passzeichen und Abnäher vom Schnittmuster auf die jeweiligen Stoffteile zu übertragen.


Kleiner Exkurs: Was sind Passzeichen?

Weil ich schon mehrfach danach gefragt wurde – und es an dieser Stelle ganz gut passt:

Passzeichen findest du als kleine Querlinien auf professionellen Schnittmustern. Sie sind oft an den langen Linien der Schnitte zu finden.

Zum Bespiel an den Beinlängen von Hosenschnitten oder Röcken. Diese Passzeichen werden auch manchmal Querzeichen genannt.

Sie sollten auf den Stoff übertragen werden. Genau wie eine “normale” Markierung.

Warum ist das so? Während des Nähens – besonders bei größeren Teilen – können sich die einzelnen Stoffschichten verschieben. Mit markierten Passzeichen stellst du sicher, dass auch lange Nähte passgenau gelingen.


Jersey markieren – eine spezielle Herausforderung!

Wer gerne mit Jersey näht, kennt es sicher: Beim Markieren verrutscht der Stoff oder dehnt und beult sich. Das gilt für Stecknadeln, aber auch für Trickmarker & Co.

Ich habe neulich im Stoffladen den Kreidestift von Clover entdeckt. Klar, dass der direkt mit musste!

Seitdem setze ihn gerne – aber nicht nur – für Jersey ein. Für Baumwoll-Webware funktioniert er auch toll.

Das Coole ist, dass der Stift mit feinem Kreidepulver gefüllt ist, das er beim Zeichnen und Markieren in einer nadelfeinen Spur abgibt. Lässt sich leicht entfernen und ist gerade für dehnbare Stoffe (z. B. auch für Strick) sehr praktisch.

So sieht der Stift aus:

Den Stift gibt’s in verschiedenen Farben (weiß, gelb, rosa, blau), ebenso das Kreidepulver, das man einfach nachfüllen kann:

(Muss ich extra erwähnen, dass ich den Stift in Pink habe?) 🙂


Stoffe markieren mit Seife

Ein Tipp, der noch aus der “guten alten Zeit” stammt. Statt Schneiderkreide, die schwer zu bekommen war, benutzte man angespitzte Seife oder Seifenreste.

Wenn also die Seife zu klein zum Waschen war, lies man sie trocknen. Dann hatte man scharfe Kanten, mit denen sich herrlich klare Markierungen – vor allem auf dunklen – Stoff zeichnen ließen.

Wurde die Kante stumpf, wurde entweder mit einem Küchenmesser nachgeschärft (und die Seifenbrösel zum Wäschewaschen verwendet) oder man gab die stumpf gewordene Seife nochmal zum Händewaschen frei, bis die Kanten wieder nachgeschärft waren.

Viele Näh-Profis nutzen auch heute noch Seifenreste, um ihre Stoffe umweltschonend und preiswert zu markieren.

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Stoffe markieren mit Doppel-Markierer

In Schneidereien nimmt man für solche Aufgaben einen Doppel-Markierer. Er wird auch manchmal Kreide-Rädchen genannt.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Das eine Rädchen fährt am Schnittmuster entlang, während das zweite Rädchen im vorher eingestellten Abstand die Nahtzugabe markiert.

Und hier kommt jetzt der Kreidestaub zum Einsatz, der sich im Kreideschärfer gesammelt hat! Mit diesem feinen Kreidestaub lässt sich die Patrone preiswert wieder befüllen.

Das Parallel-Kopierrad ist auch eine super Sache, wenn du Taschenschnitte vergrößern oder ein Schnittmuster abnehmen möchtest.


Säume markieren mit dem Rockabrunder

Wenn du oft Röcke nähst, kennst du die Herausforderung, gleichzeitig den Rock zur Probe zu tragen und zu markieren. Geht eigentlich gar nicht.

Wenn du ein Helferlein hast, ist das genial.

Ansonsten empfiehlt sich die Anschaffung eines Rockabrunders.

Er wird auch manchmal Kreidepuster genannt.

So sieht er aus:Mit dem kleinen Ballon pustest du in der gewünschten Höhe Kreidespuren auf den Rock. Super praktisch. Und du brauchst nicht einmal ein Helferlein (obwohl Nähen zu zweit auch viel Spaß macht!).


Stoffe mit Knipsen markieren

Eine sehr gute und einfache Möglichkeit, Stoffe zu markieren, sind Knipse. Das sind kleine Kerben, die mit einer spitzen Schere innerhalb der Nahtzugaben ca. 3 – 4 Millimeter tief in den Stoffrand geschnitten werden.

Ich benutze Knipse gern für Näh-Aufgaben, bei denen mich alles andere stören würde.

Der Vorteil: Du den Knips siehst du die Markierung von beiden Seiten. Toll, um zum Beispiel Reißverschlüsse mittig in Taschen einzunähen!

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Stoffbruch durch Bügeln markieren

Einfach – aber effektiv: Um zum Beispiel eine aufgesetzte Tasche mittig aufzusetzen, bügele ich gern beide Teile und richte die so markierten Stoffbrüche aneinander aus:

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Stoffe markieren mit dem Falzbein

Ein Falzbein ist auch so ein Retro-Tipp, der zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist. Falzbeine sind nämlich super, um Nahtzugaben zu öffnen, Kanten zu glätten oder Linien zu markieren.

Falzbeine werden aus Kunststoff, Bambus, Holz oder Knochen hergestellt.

So sieht ein Falzbein aus Bambus aus:

Und so ein Falzbein aus Knochen:

Hölzerne Falzbeine bestehen meist aus Buchsbaum, weil es besonders hart und haltbar ist:

Früher wurden Falzbeine meist aus Bein, also Knochen hergestellt, daher der Name.

Ich benutzen mein Falzbein aus Kunststoff sehr gerne zum Quilten. Dafür führe ich die scharfe Seite des Falzbeins am Patchwork-Lineal entlang und drücke die Klinge des Falzbeins in den Stoff. Anschließend kann ich beim Nähen den Einkerbungen folgen:

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Stoff markieren mit Markierstift

Je nach Beschaffenheit des Stoffs benutze ich unterschiedliche Markierstifte. Den klassischen Trickmarker hast du in meinen Anleitungen schon ganz oft gesehen.

Was mir daran nicht so gut gefällt, ist die Schrubberei nach Vollendung des Näh-Projekts. Allerdings muss gesagt werden: Die Markierungen verschwinden nach ein paar Tagen von selbst.

Aber ehrlich gesagt: Ganz oft nähe ich Sachen, die ich direkt verschenken will. Da möchte ich nicht erst noch Tage warten, bis das neue Täschchen trocken oder der Marker verschwunden ist.

Aus meinen Anleitungen kennst du auch den wegbügelbaren Frixion, der eigentlich bei jedem unserer Näh-Projekte zum Einsatz kommt. Im Grunde ist der Frixion einfach nur ein ausradierbarer Kugelschreiber; von Haus aus also gar nicht für den Gebrauch in der Nähwerkstatt gedacht (außer vielleicht, um einen Einkaufszettel für den nächsten Besuch auf dem Stoffmarkt zu schreiben).

Irgendein findiger Mensch hat aber rausgefunden, dass diese Art Stifte einfach genial ist, um Stoff zu markieren.

Der Frixion ist einfach super praktisch, weil er beim Kontakt mit dem heißen Bügeleisen sofort verschwindet und nicht, wie der Trickmarker erstmal mit einem feuchten Tuch entfernt werden muss.

Mein Tipp: Statt den Stift wegzubügeln kann man den Frixion auch einfach mit dem heißen Föhn wegpusten. Damit erreicht man sehr gut auch unzugängliche Stellen, an denen das Bügeleisen scheitert. 🙂


Stoffe markieren mit Kreidestift

Jetzt ist ein neuer Stern am Markierungs-Himmel aufgetaucht. Der Koo-i-noor-Stift. Der Name ist dem Persischen entlehnt und heißt soviel wie „Berg des Lichts“. Für einen Kreidestift vielleicht etwas übertrieben.

Immerhin: Das Teil macht einen vertrauenserweckenden Eindruck auf mich – und auch die inneren Werte überzeugen: Der Koo-i-noor-Stift an sich ist eigentlich nur die Halterung für feine Kreideminen, die in 6 Farben mitgeliefert werden. Hergestellt wird er von der Firma Hardtmuth, der auch Edel-Versand Manufactum seit vielen Jahren sein Vertrauen schenkt. So sieht der Koo-i-noor aus:

Ich hatte erst ein bisschen Bedenken, ob sich der Kreidestift auch gut wieder entfernen lässt. In der Hinsicht bin ich einfach durch die Erfahrung mit dem Wegbügelstift ein bisschen verwöhnt.

Inzwischen habe ich es aber ausprobiert und siehe da: Entfernen lässt sich so eine Markierung mit Kreidestift ganz einfach mit einer Kleiderbürste oder mit einem Microfaser-Tuch. Ein Spülschwämmchen funktioniert übrigens auch gut. 🙂

Inzwischen gibt’s den Stift auch im Doppelpack mit Ersatzminen.


Stoffe markieren mit Stecknadeln

Eine sehr einfache Möglichkeit, Stoffe zu markieren. Besonders gut eignen sich Stecknadeln, um Bündchen passgenau in Kleidung zu platzieren. Aber auch Abnäher lassen sich prima mit Stecknadeln markieren und befestigen.


Stoffe markieren mit Bleistift

Für nicht zu dunkle Stoffe eignet sich ein weicher Bleistift in 5B oder 6B sehr gut. Er haftet prima am Stoff. Allerdings solltest du nur die linke Seite mit Bleistift markieren: Das Graphit braucht einige Wäschen, bis es verschwunden ist.


Stoff markieren mit Schneiderkreide

Eine bewährte und preisgünstige Art um vor allem Kleidungsstücke vor dem Vernähen zu markieren.

Ein Vorteil der Schneiderkreide ist, dass sie preisgünstig und einfach in der Handhabung ist. Sie hält sehr lange, wird aber relativ schnell stumpf. Und dann wird’s schwierig mit der Genauigkeit.

Echte Profis verzögern das Stumpfwerden der Kreide (oder verhindern es sogar komplett!), indem sie die Kreide beim Zeichnen verkanten. Also immer ein bisschen anschrägen. Auf diese Weise formt sich die Kreide wie eine Klinge.

Falls dir dafür noch die Übung fehlt, hilft ein Kreideschärfer.

Im Grunde ist das eine Kunststoff-Schachtel mit Klingen, über die die schmale Seite der Kreide gezogen wird. Der feine Kreidestaub sammelt sich am Boden und kann anschließend für befüllbare Kreidestifte verwendet werden.

Das Profi-Gerät findet sich vor allem in Schneidereien – und in Näh-Zimmern, in denen viel Kleidung genäht wird.

 


Helfen dir meine Tipps weiter?

Lasse mir gerne einen Kommentar da 🙂

Happy simple sewing,

deine Sabine

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2 Kommentare

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2 Kommentare

Ulrike Heiderich 6. Februar 2019 - 21:14

Bin neugierig, warum hast du deinen Quilt mit der Ovi umrandet???
Liebe Grüße,
Ulli

Antworten
SewSimple 6. Februar 2019 - 22:32

Hallo Ulli, du meinst bestimmt die Boxy Bag! Kennst du die noch nicht? 😉

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