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Wolldecke nähen: Schön, schnell, einfach!

Von Sabine
Wolldecke nähen

Wolldecke nähen: Du wünschst dir eine Wolldecke, die zu deinem Zuhause passt? Mein Tipp: Einfach selber nähen! In dieser Anleitung erfährst du, wie es ganz schnell und einfach geht.

Wolldecke nähen

Wolldecke selber nähen: So geht’s super easy!

Wie cool ist das denn? Eine wunderschöne Wolldecke ganz einfach selber nähen? Warum bin ich da nicht schon früher drauf gekommen?!

Schöne Decken machen dein Zuhause wohnlich und verbreiten, locker über eine Sofalehne oder einen Sessel drapiert, sofort eine wundervolle Gemütlichkeit.

Leider bekommt man nicht immer die Decke, die in Größe, Farbe und Material genau den eigenen Bedürfnissen entspricht.

Wolldecke nähen: Die Wahl des richtigen Materials

Ich suchte nach einer Alternative zu den üblichen “Plastik-Wolldecken”. Und musste dabei feststellen, wie teuer fertige Decken aus Baumwollfleece sind.

Also habe ich mich bei Hemmers umgeschaut und bin mehr als fündig geworden! Die Auswahl an Baumwollfleece ist riesig. Und nicht nur das. Es gibt den kuschelweichen Stoff dort auch in verschiedenen Qualitäten.

Die Basis-Version ist ein Baumwollfleece mit 20% Polyester-Anteil. Der Kunstfaser-Anteil sorgt dafür, dass die Decke schön formstabil ist.

Zusätzlich gibt es auch noch Baumwollfleece in Bio-Qualität, die sich unfassbar weich anfühlt. Aus ihr habe ich schon einige Babysterne genäht. Daher wusste ich, was für ein tolles Material das ist.

Entschieden habe ich mich für die Variante in grau-mint, weil sie gut zu meiner Einrichtung passt. Für meine Tochter habe ich ein Bio-Baumwollfleece in Hellgrau ausgesucht. Sie kauft gerade ein neues Sofa, da sollte es eine neutrale Farbe sein. 🙂

Mein Tipp: Lass dir das Fleece direkt akkurat auf die richtige Länge zuschneiden, das nimmt dir Arbeit ab!

Warum sollte man Wolldecken selber nähen?

Erstens natürlich, weil es Spaß macht! Eine kuschelige Decke, die hübsch eingefasst wird, ist ein schnelles und einfaches Näh-Projekt, das in einem Nachmittag geschafft ist.

Zweitens: Weil du Farbe und Material ganz nach deinen Wünschen auswählen kannst. So hast du eine ganz individuelle Wolldecke, die zu dir und deinem Zuhause passt.

Drittens: Für Sondergrößen zahlt man üblicherweise extra. Beim Material auch, na klar! Allerdings kann ich bei Hemmers das Baumwollfleece in 10-Zentimeter-Schritten ordern. Und kann mir so eine Decke in der Größe meiner Wahl schneidern. Für einen Bruchteil dessen, was ich sonst für eine XXL-Decke bezahlen würde.

Viertens: Weil es ein unglaublich schönes Gefühl ist, sich in eine Decke zu kuscheln, die man selbst entworfen und genäht hat! Dieses Gefühl kennst du nicht? Dann nichts wie ran an die Maschine! 🙂

Wolldecke nähen: Trag’s mit (Ein-)Fassung! 😉

Das Material an sich ist schon ein Highlight. Ein richtiger Hingucker wird daraus, wenn die Decke eine schöne Einfassung bekommt. Ich habe mich dabei für Patchwork-Stoffe entschieden, die mit dem Farbschema meines Wohnzimmers harmonieren.

Du kannst aber auch einfach Stoffreste deiner Wahl oder Uni-Stoffe oder fertiges Schrägband nehmen. Wenn es Schrägband sein soll (was total okay ist!), wähle ein möglichst breites. 3 cm gefaltet, also 6 cm ungefaltet sollten es schon sein.

Darum sollte das Schrägband etwas breiter sein

Zunächst mal haben wir es nicht mit einem einlagigen Baumwollstoff sondern mit einem Fleece zu tun. Das ist von Haus aus etwas voluminöser. Damit das Schrägband gut um die Stoffkante gefaltet werden und sauber abgesteppt werden kann (denn das ist die halbe Miete!), braucht es ein etwas breiteres Schrägband.

Hinzu kommt, dass ein schmales Schrägband optisch bei einem so großen Näh-Projekt leicht untergehen kann. Mit einer breiten Einfassung setzt du das Gesamtkunstwerk gut in Szene! 😉

Wolldecke nähen: Anleitung

Achte darauf, Baumwolllfleece und Baumwollstoffe vor der Verarbeitung zu waschen.

Warum du das tun solltest: Beide Materialien können beim Waschen etwas schrumpfen. Damit das nicht bei der ersten Wäsche passiert und die Decke sich dadurch verzieht, wasche die Stoffe vorab. Dann bist du auf der sicheren Seite. 🙂

Wolldecke selber nähen: Benötigte Materialien

Für die selbst genähte Kuscheldecke benötigst du folgende Materialien:

Ich verwende übrigens Patchworkstoffe aus einer Serie, die farblich miteinander harmonieren. Meine Klimt-Stoffe habe ich von Patchworkstoffe Anne Deus im hessischen Weinbach. Eine gute Adresse, wenn man außergewöhnliche amerikanische Prints liebt!

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Die Stoffstreifen müssen nicht, wie bei Schrägband, diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten werden.

Wir wollen nur gerade Kanten einfassen, daher ist es vollkommen ausreichend, die Streifen entweder entlang des Fadenlaufes oder im rechten Winkel dazu zu schneiden.

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Lege die Enden der Stoffstreifen rechts auf rechts aufeinander.

Markiere eine Diagonale von Ecke zu Ecke.

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Nähe die diagonale Markierung von Ecke zu Ecke ab.

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Schneide die Nahtzugabe bis auf 1 cm zurück und falte sie auseinander.

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Verbinde die vorgeschnittenen Stoffstreifen zu einem ausreichen langen Band.

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Bügle die Nahtzugaben auseinander. Falte den Stoffstreifen längs links auf links und bügle ihn.

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Lege den Stoffstreifen mit den offenen Kanten bündig an die Kante der Decke.

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Lass einen ca. 25 cm langen Streifen unvernäht und beginne mit dem Festnähen des Stoffstreifens. Wähle dafür einen längeren Geradstich, z. B. 3,5 mm.

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Nähe bis 1 cm vor der Ecke und vernähe dann.

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Hebe den Nähfuß. Falte den Stoffstreifen nach rechts, sodass er eine Diagonale zur Ecke bildet.

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Falte ihn jetzt nach links, sodass der Stoffstreifen genau bündig zur noch nicht genähten Kante liegt.

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Drehe den Stoff und beginne die Naht in der Ecke.

Nähe auf diese Weise einmal um die gesamte Decke herum.

Am Ende lässt du ca. 20 cm unvernäht.

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Führe die Enden zusammen und markiere, wo sie sich treffen.

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Lege die Stoffstreifen aufgefaltet rechts auf rechts aufeinander und verbinde sie an der Markierung.

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Schneide die Nahtzugaben zurück und öffne sie.

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Falte den Stoffstreifen wieder links auf links, lege ihn bündig an die Kante und nähe ihn vollständig fest.

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Wende die Decke. Falte den Einfassstreifen zur anderen Seite um. Stecke ihn mit Stoffclips fest.

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Steppe den Streifen gleichmäßig knappkantig mit einem längeren Geradstich (z. B. 4 mm) fest.

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Nähe bis kurz vor der Kante, lass dabei die Nadel im Stoff und den Nähfuß gesenkt.

Wenn du zur Ecke kommst, lege den Streifen in Verlängerung der bereits genähten Seite.

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Falte dann die noch nicht genähte Seite sauber um. Die Ecke soll jetzt eine schöne diagonale Falte aufweisen.

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Nähe weiter bis zur Ecke. Die Nadel soll mit einem Stich die diagonale Falte fassen. Halte an, drehe den Stoff und nähe weiter bis zum Ende.

Fertig ist deine neue selbst genähte Kuscheldecke!

Diese wundervollen Decken sind übrigens auch ein besonderes Geschenk für besondere Menschen… 😉

So sieht die selbst genähte Wolldecke aus!

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Der weichen Baumwollfleece wird übrigens beim Waschen etwas fester und wärmt dadurch ganz herrlich!

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Passt perfekt zu meinem Hocker, den ich mit Kreidefarbe in Grau-Mint gestrichen habe.

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Gefällt dir meine neue Kuscheldecke mit dem edlen Rand? Dann näh dir doch auch eine!

Natürlich freue ich mich auch über einen Kommentar von dir. Erzähl mir, wie dir diese Anleitung gefällt. 🙂

Happy simple sewing,

deine Sabine

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8 Kommentare

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8 Kommentare

Birgit 12. Februar 2020 - 19:00

Liebe Sabine eine tolle Anleitung für ein einzigartiges Unikat. Ich brauche eine Sommerdecke fürs Sofa. Nur ein dünner Baumwollstoff ist zu wenig, zu warm darf sie aber auch nicht sein. Hast du da vielleicht einen Materialtipp für mich?

Antworten
Sabine 12. Februar 2020 - 19:37

Hallo Birgit,
wie wäre es denn mit einem schönen Waffelpique?
Der hat eine tolle Haptik, interessante Optik und hält dank der Waffelstruktur auch noch schön warm! 🙂
Liebe Grüße
Sabine

Antworten
Wolf 8. Februar 2020 - 9:48

Hallo Sabine,
gute anleitung. ABER eine Wolldecke ist aus Wolle vom Tier nicht Baumwolle. Schade, das die Sprache immer mehr ein Zufallstreffer wird.

Antworten
Sabine 8. Februar 2020 - 14:37

Hallo Wolf, vielen Dank, da hast du mir jetzt was zum Nachdenken gegeben. 🙂

Antworten
Hanne 12. Februar 2020 - 22:52

Warum heißt es dann Baumwolle? Baum-Wolle? Baum-Woll-Decke?
Man kann auch Wortklaubereien übertreiben.

Deine Idee ist spitze, Sabine, vor allem die Umrandung, auf die Idee wäre ich nie gekommen, das anders als die herkömmlichen Schrägbänder zu formen. Einfach, aber genial. Danke!

Antworten
Sabine 13. Februar 2020 - 5:57

Vielen Dank, Hanne! 🙂

Antworten
Natalie 5. Februar 2020 - 15:19

Hallo, liebe Sabine. Ich hatte erst vor kurzem deine Anleitung für eine Patchworkdecke entdeckt und mir die Ausführung für die Sommerferien vorgenommen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Aber erst bei dieser Anleitung ist mir klar geworden, WIE einfach die Einfassung mit dem Schrägband ist. Ich hatte nämlich gedacht, man müsste, wie sonst, beide Kanten nach innen bügeln, was viel mühsamer ist. Was hast du immer für geniale Ideen! Mal sehen, vielleicht probiere ich diese Decke als Vorübung. Decken kann man nie genug haben.

Antworten
Sabine 5. Februar 2020 - 18:12

Das sehe ich ganz genauso, Natalie!
Und ich liebe es, Decken und Kissen schön aufeinander abzustimmen! 🙂

Antworten

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