Frischhaltefolie selber machen – so geht's im Handumdrehen
Meine Familie und ich haben einen festen Vorsatz für das neue Jahr: Plastik vermeiden! Mein zweiter (ganz persönlicher) Vorsatz: Meine Stoffreste aufbrauchen. :) Aber auch wenn man auf Frischhaltefolie verzichten will - man benötigt doch gelegentlich etwas, worin man Lebensmittel einpacken oder womit man Schalen und Schüsseln abdecken kann. Hier kommt die Lösung - und die ist nicht nur öko, sie ist auch Upcycling: Aus naturreinem Bienenwachs, ein paar Tropfen Jojobaöl und der alten Damast-Bettwäsche meiner Großtante Anna habe ich Frischhaltefolie selber gemacht. Das ist fast so easy wie es sich anhört. Ein kleiner Hinweis: Bienenwachsreste auf Flächen lassen sich wunderbar mit Öl (ich nehme Olivenöl) entfernen! :) Wichtig: Bienenwachsreste lassen sich nur schwer von den Arbeitsgeräten entfernen. Ich empfehle dir, ausgediente Töpfe, Schalen oder Pinsel zu verwenden. Oder die Gerätschaften nach Benutzung mit Balsamterpentinöl zu reinigen.Vorab ein Wort zum Thema Bienenwachs
In die Lebenszyklen von Wildbienen sollte nicht vom Menschen eingegriffen werden. Da aber die Anzahl der Insekten und damit auch der Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen regional dramatisch abnimmt, kommt der Imkerei für die Erhaltung von Pflanzenbeständen und für die Erträge z. B. im Obstanbau eine zunehmend hohe Bedeutung zu. In der Imkerei werden die Bienenwaben nach der Honigernte nicht direkt wiederverwendet weil sie chemisch und biologisch verunreinigt sein können. Das Bienenwachs wird geschmolzen und anschließend weiterverarbeitet. Pro Bienenvolk fällt in einem Jahr ca. ein Dutzend Waben an. Bienenwachs ist in der Lage, fettlösliche Schadstoffe einzulagern. Deswegen wird das frische, schadstofffreie Wachs der Wabendeckel vom Rest getrennt und kann direkt zur Herstellung von Mittelwänden als Grundlage für die neu zu bauenden Waben verwendet werden. Das möglicherweise schadstoffbelastete Wachs wird vom Imker oder in Wachs verarbeitenden Betrieben gereinigt. Es kann danach außer zu Mittelwänden für den Bienenstock zum Beispiel zu Kerzenwachs verarbeitet werden oder dient als Grundstoff in der Herstellung von Kosmetika. Hier werden hohe Ansprüche an die Reinheit des natürlichen Materials gestellt; das gleiche gilt für alle Qualitäten mit Bio-Zertifikat. Die Entnahme der alten Waben ist auch wichtig, um Bienenkrankheiten zurückzudrängen. Altes Wachs kann mit z. B. Wachsmottenlarven, Varroamilben, viralen Krankheitserregern oder Pilzen verseucht sein. Bienenwachs ist also ein wertvoller natürlicher Rohstoff. Nur ein kleiner Anteil davon wird für die Mittelwände zum Bau neuer Waben durch die Bienen benötigt. Der Duft von Bienenwachskerzen sorgt für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre; ökologisch besonders wertvoll aber ist die Verarbeitung des Wachses zu Bienenwachstüchern als eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu Frischhalte- oder Alufolien; die Probleme um die immensen Mengen von Plastikmüll und den extrem hohen Energiebedarf bei der Produktion von Aluminium sind allgemein bekannt. Eine kanadisch-amerikanische Studie aus dem Jahr 2017 (University of Victoria und University of Nebraska-Lincoln) weist antibakterielle Aktivitäten von wachs- und ölhaltigen Textilien im Einsatz als Verpackungsmaterial für Lebensmittel nach. Getestet wurde ein kommerzielles Produkt (Abeego), dessen Beschichtung als Hauptkomponente Bienenwachs enthält. Weitere Studien bestätigen dieses Ergebnis.Um Frischhaltefolie selber zu machen brauchst du folgende Materialien
- Baumwolle, z. B. Nesselstoff
- Bienenwachspastillen (gibt's in Gelb oder Weiß)
- Backpapier
- Backblech
- Bügeleisen
- Pinsel
- Topf
-
Balsamterpentinöl zum Reinigen der Arbeitsgeräte
Gefällt dir meine Idee zum Verwerten von Stoffresten? Dann vergiss nicht, sie dir für später zu pinnen! Happy simple waxing, deine Sabine
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