Wand-Utensilo nähen

Wand-Utensilo nähen: Perfekt für Stoffreste

von Sabine Schmidt

Wand-Utensilo nähen macht Spaß, geht fix und ist auch für Anfänger eine Kleinigkeit. In meiner neuen Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie’s funktioniert.

Du hast viele Stoffreste? Das ist für dieses Nähprojekt fantastisch, denn es wird praktisch komplett aus Resten gezaubert. Ein Wand-Utensilo kann wunder eine langweilige Pinnwand ersetzen und sieht gleichzeitig wunderschön aus.

Die Anleitung zu den tolle Wandutensilo hat Simone vom Nähcafe am Wasserturm für uns geschrieben. Vielleicht kennst du ja auch schon ihren herrlichen Stoffe-Shop bei Etsy. Falls nicht, ist das eine gute Gelegenheit, mal einen vorsichtigen Blick zu riskieren! 🙂

Wand-Utensilo nähen

Was ist ein Wandutensilo?

Ein Wand-Utensilo ist ein Ordnungshelfer mit Fächern in verschiedenen Größen. Er kann z. B. aus Stoffen, Filz oder Leder genäht werden. Zusätzlich eingenähte Gummibänder ermöglichen das handliche Verstauen von Stiften, Kleber, Nahttrennern, Garnrollen oder Scheren.

Warum sollte ich ein Wand-Utensilo nähen?

Ein Wand-Utensilo ersetzt wunderbar eine Pinnwand und kann nach deinen individuellen Wünschen genäht werden. Du bestimmst wie groß es ist und was darin Platz finden soll. Auch die kleinsten Stoffreste werden wieder eine Aufgabe erfüllen. Denn du kennst das bestimmt auch: Man kann ja nichts wegschmeißen und erst recht nicht Reste vom “Lieblingsstoff”, oder?

Vielleicht kennst du ja auch schon meine Anleitung mit der du eine hygglige Wandtasche aus Filz nähen kannst?

Wenn du ein spezielles “Zuhause” für deine Garnrollen suchst, kannst du dir auch ein Nähgarn-Hotel nähen.

Kann ich auch als Anfänger ein Wandutensilo nähen?

Auf jeden Fall ein klares JA! Denn hierfür benötigst du nur gerade Nähte. Und da du es ganz und gar allein gestaltest und selbst entscheidest, was darin einen Platz finden soll, werden auch kleine Fehler verziehen.

In dieser Variante verzichte ich auf Taschen mit Kellerfalten oder Quetschfalten.

Kleiner Exkurs: Die Falten sorgen für mehr Innenvolumen – die Taschen werden “bauchiger” und können mehr Inhalt aufnehmen.

Was ist eine Keller- oder Quetschfalte? Diese Falten haben mehrere Funktionen. Sie können in Kleidungsstücke eingenäht werden – einfach deshalb weil es schöner aussieht oder um mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen. Wenn du diese Technik bei Aufsatztaschen anwendest, hast du mehr Innenvolumen. In diesem Beispiel lassen wir die Falten aber weg.

Aus welchen Stoffen kann ich ein Wand-Utensilo nähen?

Es gibt sehr viele Stoffarten, mit denen du ein Wand-Utensilonähen kannst. Am besten geeignet sind gewebte Stoffe, denn diese können sich nicht so sehr verziehen wie elastische Stoffe, wie zum Beispiel Jersey.

Wichtig ist, dass du Stoffe aussuchst, die dir und deinem Stil entsprechen und dir so richtig gut gefallen. Warum? So ein Wandutensilo hat man immer vor Augen. Das soll gefallen und auch zur Einrichtung passen, oder? 😉

Noch ein Tipp: Statt einer neutralen Basis mit bunten Taschen kannst du es auch umgekehrt machen. Nimm doch mal einen schick gemusterten Dekostoff (diese Dekostoffe hier aus Simones Laden sind absolut umwerfend!) und wähle für die Fächer einen einfarbigen Stoff. Alles ist möglich, probier’s einfach aus.

Stoff- und Materialempfehlung für ein Wand-Utensilo

  • Baumwoll-Webware: Zum Beispiel Popeline; ein echter Klassiker; besonders geeignet, wenn du die Rückseite etwas verstärkst
  • Canvas: Mein Blumenstoff ist übrigens der tolle Quietschvergnügt-Canvas, den es exklusiv bei Simone gibt; Canvas hat eine kräftige Struktur und muss meistens gar nicht verstärkt werden
  • Baumwollbatist: Dieser Stoff ist fest aber dünn und fühlt sich etwas wie Seide an. Dieser fest dicht gewebte Stoff kann für die Festigkeit gut mit Vlieseline verstärkt werden
  • Leinen/Leinengemisch: hat eine wunderschöne Struktur, die gut zum Landhaus- oder Scandi-Stil passt
  • Jacquard: Edle Stoffe mit eingewebter Struktur; ich habe als Basis meines Utensilos einen Rest des hinreißenden Jacquards von Merchant & Mills verwendet, den du vielleicht schon von meiner Kirsa-Steppjacke kennst.
  • Jeans: sehr kombifreundlich; perfekt für robuste Wand-Utensilos
  • Cord/Feincord: als kräftige Rückseite und für strapazierfähige Taschen; beim Zuschnitt solltest du darauf achten, dass Cordstoff gegen den Strich verarbeitet wird
  • Beschichtete Stoffe: wie zum Beispiel Wachsstoff, Kunstleder oder beschichtete Baumwolle; bei Wachstuch solltest du darauf achten, dass in der Beschreibung “Dry Wax” steht; damit ist sicher gestellt, dass das Wachs keine Flecken auf deiner Tapete hinterlässt…
  • Getüdel zum Verzieren: Ich habe schöne Filzblumen verwendet, du kannst aber auch Knöpfe annähen, Ansteckpins verwenden oder Filztierchen anbringen; ich finde die Kombi aus Stoff und Filz besonders hyggelig (außerdem bin ich ein großer Fan von Simones Filz-Kollektion)

Wie muss ich die Stoffe vorbereiten?

Es ist immer gut, wenn die Stoffe vorgewaschen sind. Das ist für ein Wand-Utensilo aber nicht zwingend erforderlich, da es sich nicht um ein Kleidungsstück handelt, welches nach dem ersten Waschen nicht mehr genau passt, da es ein wenig eingelaufen ist.

Ein heißes Abbügeln reicht aus. Wenn du aber auf der ganz sicheren Seite sein willst, dass sich deine Stoffe nach dem ersten Waschgang nicht gegenseitig verfärben (!), sind vorgewaschene Stoffe natürlich sinnvoller.

Kann ich ein Upcycling-Wandutensilo aus getragener Kleidung nähen?

Ja, klar! Du kannst ein richtig tolles “Erinnerungs-Wand-Utensilo” aus Papas Hemden, Omas Schürzen oder aus den Jeanshosen der frühen Jahre nähen. Diese Art von Upcycling ist nicht nur für Patchworkdecken oder Kissenbezüge geeignet. Dabei musst du aber beachten, aus welchem Stoff diese Kleidung besteht. Wie schon beschrieben sind gewebte Stoffe hierfür am besten. Also benutze möglichst keinen Stoff aus einem verzogenen T-Shirt aus Jersey. 😉

Welches Zubehör brauche ich um ein Wand-Utensilo zu nähen?

Du benötigst die üblichen Werkzeuge, die du bestimmt sowieso zu deiner Ausstattung zählst.

Womit schneide ich die Stoffe für das Wand-Utensilo am besten zu?

Du kannst Deine Stoffschere benutzen oder auch den Rollschneider. Das ist völlig egal. Es kommt darauf an, welche Vorgehensweise dir besser gefällt. Mit einem Rollschneider und Patchworklineal ist das Zuschneiden wirklich praktisch und für Stoffteile, die gerade Schnittkanten haben, ganz toll geeignet. Das geht nämlich schneller und präziser. Für dieses Wand-Utensilo brauchst du etliche Quadrate oder Rechtecke.

Tipp: Lies hier Alles über Rollschneider

Was muss ich über Vlieseinlagen wissen?

Es gibt etliche Vlieseinlagen: dünne, dicke, voluminöse, aufbügelbare oder einfach zum Abhalten von Hitze. Du kannst wunderbar deine für dieses Nähprojekt zu dünnen Stoffe verstärken oder auch elastischere oder etwas dehnbare Stoffe unelastisch zaubern.

Lies hier mehr über Vliesstoffe, Einlagen & Co

Für die gesamte Fläche meines Wandutensilos habe ich eine etwas dünnere Vlieseline H200 auf den rückseitigen Stoff gebügelt. Das reicht völlig aus, da der Stoff auf der Vorderseite etwas dicker und sogar gesteppt ist. Die Aufsatztaschen sind nicht verstärkt. Sie sind überwiegend aus schweren Canvas. Auch dieser Stoff ist fest und stabil genug. Also, du siehst, dass du nach Art deines Stoffes entscheiden kannst, wie stabil er mit einem Vlies gemacht werden soll oder eben auch nicht.

Was muss meine Nähmaschine können?

Deine Nähmaschine muss einen Geradstich und mindestens einen Zickzack-Stich besitzen. Wenn Du an deiner Nähmaschine Zierstiche hast, kannst du dich bei diesem Projekt wunderbar auslassen. Einige Aufsatztaschen habe ich mit einem Zierstich aufgenäht.

Es ist ein Stich dabei, der fast so aussieht, als wäre der Stoff mit der Hand aufgenäht. 😉

Kann ich ein Wand-Utensilo mit der Overlock nähen?

Bei diesem Projekt kann deine Overlock auch zum Einsatz kommen. In meinem Nähbeispiel habe ich die Vorderseite des Wand-Utensilos mit der Overlock versäubert.

Als Basis-Stoff habe ich einen locker gewebten Jacquard-Stoff genommen, der leicht ausfranst. Da bietet sich das Versäubern auf jeden Fall an. Auch beim Zusammennähen der Vorder- und Rückseite kannst du diese Nähte problemlos mit der Overlock zusammennähen. Nur beim Aufsteppen der Aufsatztaschen ist deine Haushaltsnähmaschine wieder gefragt.

Welche Maße verwende ich am besten für ein Wand-Utensilo?

“Be free and creative!” (Sei frei und kreativ!)

Du kannst die Maße völlig selbst bestimmen. Eine freie Stelle an der Wand neben deinem Schreibtisch, ein längliches Wand-Utensilo für Briefpapier oder eine etwas größere Variante neben dem Sofa für Zeitschriften und Fernsehzeitung und vieles mehr – du entscheidest und nimmst Maß!

Achte aber beim Maßnehmen auf die Nahtzugabe und rechne an jeder Seite des Wand-Utensilos ca. 1 cm hinzu.

Wie starte ich jetzt am besten?

Überlege dir wie groß dein neues Wand-Utensilo sein soll und was später darin aufbewahrt wird. Schneide die Vorderseite mit 1 cm Nahtzugabe zu. Das gleiche Maß nimmst du für die Rückseite und eventuell Vlieseline zum Verstärken.

Als nächstes stöberst du deine Stoffreste durch für die Aufsatztaschen. Für eine Aufsatztasche benötigst du immer Stoffe für eine Außen- und eine Innenseite. Du kannst natürlich auch für innen und außen den gleichen Stoff benutzen.

Bilderanleitung: Wand-Utensilo nähen

Willst du jetzt auch unbedingt loslegen? Dann geht es dir wie mir! Ich kann das fertige Wand-Utensilo förmlich vor mir sehen! Kein Wunder, ich puzzele schon seit Tagen an der richtigen Stoff-Kombi und freue mich, gemeinsam mit dir meine Pläne jetzt in die Tat umsetzen zu können. 🙂

Stoffteile für die späteren Aufsatztaschen anordnen

Lege dir den zugeschnittenen Außenstoff des Wand-Utensilos bereit.

Nun kannst du entscheiden, wo du deine Aufsatztaschen anbringen möchtest und wie groß sie sein sollen.

Probiere ein wenig aus. Du kannst auch Dinge, die später darin aufbewahrt werden sollen (Postkarten, Flyer oder Stifte usw.) auf die Fläche legen. So siehst du besser wie groß die Aufsatztaschen sein müssen, wie weit sie auseinander liegen müssen und welche Abstände du einhalten musst und so weiter.

Rechne bei deinen Stoffen für die Aufsatztaschen unbedingt eine Nahtzugabe ein.

Sinnvoll ist eine Nahtzugabe von 2 cm. So viel? Ja, denn Du nähst zwei Stoffteile rechts auf rechts aufeinander und anschließend kommt ja noch die Steppnaht, um die Aufsatztasche auf dem Wandutensilo zu befestigen. So wird die Tasche immer kleiner. Also, lieber etwas mehr hinzurechnen als zu wenig.

Hier kannst du meinen Entwurf sehen:

Aufsatztaschen vorbereiten

Schneide zwei gleich große Stoffteile zu und nähe sie rechts auf rechts mit einem Geradstich zusammen. Lasse dabei eine Wendeöffnung von ca. 5 cm. Denke daran, an der Wendeöffnung die Naht zu vernähen. Dann reißt dir der Stoff beim Wenden nicht ein.

Tipp: Ein Stoff ist die Innenseite deiner Aufsatztasche. Die Innenseite später nicht mehr so gut zu sehen. Du kannst also irgendeinen Stoffrest verarbeiten und musst nicht unbedingt deine “Lieblinge” verwenden. Für das Stoffteil, das du außen am Wand-Utensilo siehst, kannst du dich dann bei der Auswahl richtig ins Zeug legen.

Denk daran, die Wendeöffnung im unteren oder an den Seiten der Aufsatztasche einzuplanen. Denn beim Aufsteppen der Taschen wird diese ja automatisch mit geschlossen. Würdest du sie an der oberen Kante lassen, müsste diese Wendeöffnung vor dem Aufsteppen mit einer Naht geschlossen werden. Wenn du einen Musterstoff verwendest, achte darauf, dass das Muster nicht auf dem Kopf steht. Also: Wendeöffnung ist unten! 😉

Kürze nun die Nahtzugabe ein.

Schneide die Ecken bis kurz vor der Naht ab. So kannst du die Ecken nach dem Wenden gut ausformen und es entsteht keine ungewollte Rundung oder ein dicker Knubbel.

So sieht das jetzt aus:

Wende dein zusammengenähte Aufsatztasche und arbeite die Ecken mit einem schmalen Gegenstand gut aus.

Aber bitte nicht zu spitz, denn sonst stichst du die Ecken kaputt. Es gibt eigens hierfür einen Ecken- und Kantenformer. Das ist ein einmalige Anschaffung und ein Hilfsmittel, welches immer wieder zum Einsatz kommt.

Hier siehst du die umgestülpte oder auch verstürzte Aufsatztasche:

Aufsteppen der Aufsatztaschen

Lege deine vorbereiteten Aufsatztaschen noch einmal auf das große Teil deines Wandutensilos und richte sie so aus, wie es dir gut gefällt.

NOCH kannst du sie hin- und herschieben und sehen, wie die Abstände der einzelnen Taschen sein sollen oder wieviel Platz du zwischen den jeweiligen Teilen einhalten möchtest.

Stecke die Taschen mit Stecknadeln fest. So können sie beim Aufsteppen nicht verrutschen.

Steppe nun die Taschen knappkantig fest.

Stelle den Geradstich auf Stichlänge 3,5. Das sieht einfach schöner aus.

Und wenn du so richtig im Näh-Flow bist, denke daran, die obere Kante freizulassen. Eine Tasche ohne Öffnung wäre sinnlos, oder? 😉

Tipp: Die Ecken der Aufsatztaschen werden stärker beansprucht. Sie könnten einreißen und die Naht löst sich. Du kannst das mit einem Zick-Zack-Stich gut sichern. Stelle an deiner Nähmaschine den Zick-Zack-Stich ein und setze die Stichlänge auf Null. Die Stichbreite setzt du hoch, also breiter. Da du die Stichlänge auf Null gesetzt hast, nähst du nun einen breiten Stich, der immer hin und her geht, ohne nach vorne zu transportieren.

So sieht das dann aus:

In meinem Nähbeispiel habe ich ein Glitzergummi verarbeitet. Das kannst du zu Beginn an einer kurzen Seite aufsteppen. Beim Nähen kannst du Schlaufen bilden.

Das geht so: Lege eine Schlaufe und setze eine gerade Naht parallel zur kurzen Gummiseite. Die Größe ist dir selbst überlassen. Für große oder kleine Stifte sind diese Gummischlaufen super geeignet. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Übrigens: Die Filzblüten sind mit Textilkleber aufgeklebt und später mit einer kleinen Naht in der Mitte gesichert worden. Auf diese Naht habe ich die Filzkugel ebenfalls mit Textilkleber geklebt. Der hält übrigens bombastisch gut!

Schlaufen für die Aufhängung vorbereiten

Ermittele nun die Anzahl deiner Schlaufen anhand der Breite deines Wandutensilos.

Auch die Schlaufengröße kannst du selbst bestimmen. In meinem Beispiel haben meine Schlaufen eine Breite von insgesamt 2 cm. Sie sollen ca. 3,5 cm aus dem Stoff herausstehen. Das heißt die Gesamtlänge des Schlaufenstücks müsste das doppelte Maß haben plus 2 cm Nahtzugabe.

Wenn deine Schlaufenbreite zum Beispiel 2 cm betragen soll, schneide das 4-fache der Breite zu. Das wären 8 cm. Die Länge sollte 9 cm haben. Aber, wie schon erwähnt – du kannst die Größe dieser Schlaufen selbst bestimmen. Es kommt ja auch darauf an, was du für eine Halterung (Gardinenstange, Holzstab usw.) hindurchziehen möchtest. Wie breit diese Halterung ist musst du natürlich vorher abmessen, damit sie durch die Schlaufen passt.

Warum haben die Schlaufe die 4-fache Breite? Deine Schlaufen sollen etwas Stabilität bekommen. Und die einfachste Möglichkeit um das umzusetzen, ist das doppelte Einfalten 4-fachen Breite.

Der Stoff liegt dann 4-fach und benötigt lediglich eine Naht an der Seite. Ein frickeliges Umstülpen schmaler Streifen ist also nicht nötig. Auch eine Verstärkung ist nicht erforderlich, da der Stoff ja mehrfach übereinander liegt.

  • Falte einen Streifen der Länge nach mittig und bügele ihn. So entsteht die Mitte.
  • Jetzt faltest du die eine Seite Richtung Mitte und bügelst sie ein.
  • Das machst du mit der anderen Seite ebenfalls.
  • Am Schluss faltest du diese komplett zusammen und bügelst das Stück.
  • Nun ist eine Seite geschlossen und die andere Seite wird knappkantig zu gesteppt.

Wie das aussieht kannst du hier sehen:

Schlaufen am Wandutensilo befestigen und Stoffteile zusammennähen

Falte die Schlaufen zur Hälfte und stecke sie an die obere Kante des Außenstoffs.

Stecke sie nicht bündig an die Kante sondern stecke sie 0,5 cm über die Kante hinweg. So bekommt die ganze Aufhängung ein wenig mehr Stabilität. Das kannst du am besten mit Stoffklammern machen.

Stecknadeln gehen zwar auch, aber nun sind es doch sehr viele Stofflagen, die mit den Klammern wirklich gut befestigt werden können.

Nähe knappkantig mit einer sogenannten Hilfsnaht die Schlaufen fest. Dann können sie nicht mehr verrutschen wenn du die Wandutensilo-Teile im nächsten Schritt zusammennähst.

Lege als nächstes beide großen Stoffteile (Vorder- und Rückteil) rechts auf rechts aufeinander und stecke diese mit Nadeln oder Stoffklammern fest. Markiere dir eine ca. 10 cm große Wendeöffnung.

Nähe mit einem Geradstich und 1 cm Nahtzugabe die Stoffteile zusammen.

Am Anfang und am Ende vernähst du die Naht.

Kürze die Ecken mit einer Schere schräg ein.

Verletzte dabei nicht die Naht. Das machst du auch hier wieder, damit keine dicken Stellen an den Ecken entstehen und diese nach dem Wenden besser ausgearbeitet werden können.

Wende das Wandutensilo durch die Wendeöffnung und arbeite alle Ecken gut aus.

Anschließend kannst du es an der Seite glatt bügeln.

Steppe den Rand komplett und knappkantig ab.

Verwende einen Geradsicht 3,5. So wird auch die Wendeöffnung automatisch mit geschlossen.

Hast du jetzt noch Lust auf ein bisschen Deko?

In meinem Beispiel siehst du Filzblüten, die mit Textilkleber befestigt wurden. Merkt du was? Du kannst hier deiner Kreativität so richtig freien Lauf lassen – wie auf einer leeren Leinwand wenn ein Bild entsteht. Stell dir vor, du bist Künstlerin und schaffst ein tolles Wandgemälde! 🙂

Et voilà!! Du kannst dein Wandutensilo aufhängen und befüllen. Viel Freude dabei!

Wand-Utensilo nähen

Fazit

Ein für Nähanfänger mit einer Schublade voll Stoffreste wundbares Projekt! Schöner kann eine Pinnwand nicht sein.
(Das Wort Pinnwand natürlich nicht wörtlich genommen. Denn gepinnt wird hier ja nicht. 😉 )

Happy simple sewing

deine Sabine

Wand-Utensilo nähen

Häufige Fragen

Braucht man zum Wandutensilo nähen ein Schnittmuster?

Ein Utensilo zum Aufhängen kann ganz einfach ohne Schnittmuster genäht werden. Du kannst die Größe der Stoffzuschnitte an deine individuellen Bedürfnisse anpassen. Es gibt bei SewSimple aber auch ein kostenloses Schnittmuster für eine Wandtasche aus Filz.

Wo gibt es eine kostenlose Anleitung für einen Wandorganizer?

Hier bei SewSimple findest du mehrere kostenlose Anleitungen für Wand-Organizer, Wandtaschen und Wandutensilos. Damit kannst du dir im Handumdrehen einen praktischen Ordnungshelfer für zuhause zaubern.

Kann ich ein Wand-Utensilo aus Filz nähen?

Filz ist als Basis für ein Wand-Utensilo perfekt, weil es robust und strapazierfähig ist. Du kannst die Stoff-Rückseite aus meiner Wand-Utensilo Anleitung problemlos durch Filz ersetzen.

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