Stoffmärkte sind was Herrliches! Eine unglaubliche Fülle an Stoffen, Näh-Zubehör - und Näh-Begeisterten, die sich mit dir um die besten Schnäppchen streiten. Hier kommen meine besten Tipps für den Stoffmarkt!
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Besuch eines Stoffmarkts ist ein tolles Erlebnis für Näh-Begeisterte
- Es lohnt sich, sich vorher einen Plan zu machen um gezielt einkaufen zu können
- Oft kann man die neuesten Trends rund ums Nähen auf dem Soffmarkt entdecken und sich inspirieren lassen
- Nimm dir ausreichend (selbstgenähte) Stofftaschen mit, um Plastiktüten zu vermeiden
- Lass dir Zeit und vergleiche ganz in Ruhe die Stoffe und Preise zwischen den verschiedenen Ständen
Stoffmärkte sind super, um Trends aufzuspüren, Neues zu entdecken und Ideen zu entwickeln. Manchmal entstehen auch spontane Gespräche mit anderen Näh-Begeisterten, die dich inspirieren können.
Tipp: Kennst du schon meine Beiträge über die 10 Dinge, die du auf dem Stoffmarkt kaufen solltest und meine Deutschlandliste von Stoff-Outlets und Fabrikverkäufen?
Du hast die Gelegenheit, vor Ort Bänder, Reißverschlüsse und vor allem Stoffe zu prüfen und dir einen Eindruck zu verschaffen, was gerade in der Näh-Welt angesagt ist.
Wenn du Glück hast, ist sogar ein Nähmaschinen-Händler vor Ort und du hast die Möglichkeit, neue Nähmaschinen kennenzulernen. Natürlich spricht in diesem Zusammenhang gar nichts gegen das ein oder andere Gewinnspiel. Macht Spaß. Und kostet meistens nichts. :)
Planung ist wichtig
Der vielleicht wichtigste Tipp direkt zu Beginn: Es ist auf jeden Fall am Besten, einen Plan zu haben. Auch wenn ein Besuch auf dem Stoffmarkt ein spontanes Vergnügen ist: Du solltest im Kopf haben, für welche Projekte du den Stoff benötigst. Wenn du dann trotzdem zuviel Stoff kaufst (was bei mir meistens so ist), bleibt dir trotzdem die Gewissheit, nicht nur für "die Schublade" gekauft zu haben.
Die Gefahr ist deshalb besonders groß, weil eben die Auswahl auf dem Stoffmarkt meistens gigantisch ist. Hier bekommst du vieles, was in Läden oder Online-Shops vielleicht nicht zu haben ist. Trotzdem: Halte dich an deinen Plan. Wenn auch vielleicht nicht zu streng. Manchmal kommen die Ideen ja mit dem Stoffkauf. Es funktioniert also auch umgekehrt. :)

Gut verpackt?
Ein wertvoller Tipp von Astrid auf unserer Facebook-Seite: Denk dran, dir eine ausreichende Menge von Stofftaschen mitzunehmen. Viele Händler wollen die Stoffe schon fast routinemäßig in diese fiesen Einweg-Plastiktüten packen. Hindere sie daran, zücke deine eigene entzückende (selbstgenähte) Tasche, verpacke deine herrlichen neuen Stöffchen und fühl' dich wie eine Grüne Göttin! :)
Inspiration ist entscheidend
Wo wir gerade davon sprechen. Viele Näh-Ideen werden einfach im Internet geboren. Hier empfehle ich dir vorab einen ausgiebigen Spaziergang auf Pinterest. Lass dich inspirieren, entwickele eine Idee, und dann zieh los und trau dich, etwas Neues zu wagen!
Einsam oder gemeinsam?
Ich gebe es zu: Geselligkeit ist was Schönes. Das gilt für den gemütlichen Abend mit Freunden ebenso wie für Familienfeiern oder ähnliche Aktivitäten. Ein Besuch mit der Freundin auf dem Stoffmarkt kann schön sein - wenn man ähnliche Interessen hat. Ich persönlich ziehe es vor, allein dort aufzuschlagen, weil ich dann einfach nur meinen eigenen Interessen folgen kann, ohne ständig vor- und zurück schauen zu müssen, damit niemand abgehängt wird.
Und was ist nerviger, als wenn zwei beste Freundinnen sich zum intimen Plausch direkt vor einem dicht besuchten Stand aufstellen? Selbiges gilt übrigens für mitgeschleppte Ehemänner oder sperrige Kinderwagen. :)
Quittungen nicht vergessen!
Jetzt wirds's trocken: Denk auch bei deinen Einkäufen auf dem Stoffmarkt daran, dir Quittungen ausstellen zu lassen. Wenn du gewerblich nähst (oder es planst), kannst du die benötigten Materialien bei der Einkommenssteuer geltend machen.
Der frühe Vogel...
Kein Parkplatz mehr zu finden? Dein Stoffmarkt hat aber erst ab 11 Uhr geöffnet? Und dann ist es direkt rappelvoll? Versuch doch mal, schon um halb zehn vor Ort zu sein. Dann bekommst du nicht nur einen guten Parkplatz. Die Stände sind dann auch noch wunderbar leer.
Die Händler sind noch ausgeruht und beraten dich gerne. Und du kannst in aller Ruhe das Angebot sichten, bevor du kaufst. Ohne, dass dir jemand einen Tuchballen in die Rippen rammt. ;)
Wichtig ist natürlich, dass du nicht anfängst, wie wild im Angebot zu wühlen und Sachen von hier nach dort zu tragen. Oder gar beim Aufbau im Weg zu stehen. Aber eine höfliche Frage, ob man denn schon etwas kaufen kann, schadet sicher nicht. ;)

Vergleichen lohnt sich
Das bringt mich zum nächsten Stichwort: Nicht direkt loskaufen. Lass dir Zeit und schau mal, ob der tolle Deko-Stoff nicht zwei Stände weiter nur die Hälfte kostet. Viele Händler haben Sonderpreise oder verkaufen Stoffabschnitte günstiger.
Artikel wie Lineale, Unterfadenspulen, Magnetnadelkissen oder Taschenverschlüsse namhafter Hersteller sind auf dem Stoffmarkt nicht unbedingt günstiger als im Ladengeschäft oder im Online-Shop. Oft wird auch hier mit dem Körbchen-Trick (s.u.) gearbeitet, der dich dazu verleitet, viel mehr und gar nicht unbedingt das zu kaufen, was du brauchst.
Es lohnt sich also, vorab die Preise der jeweils benötigten Artikel rauszufinden und nüchtern zu vergleichen. Hinterher kannst du dich ja trotzdem einem gepflegten Kaufrausch hingeben. ;)
Budget überlegen
Auch wenn es vielleicht penibel klingt: Überleg dir ein Budget und halte es ein. Das hilft dir, ohne Finanzkater durch den Stoffmarkt zu schlendern und zielgerichteter einzukaufen. Sonst hast du hinterher unendlich viele Halbmeter-Abschnitte, die du niemals benutzen wirst.
Das Kreuz mit den Stoffabschnitten
Sie sind schnell gekauft, weil sie nicht vom Ballen geschnitten werden müssen: An vielen Ständen auf dem Stoffmarkt gibt es zusammengerollte Stoff-Abschnitte, meist von Jersey-Ware. Auch hier gilt: Vergleichen lohnt sich. Die Abschnitte sind oft so zusammengerollt, dass sie nach mehr aussehen als sie eigentlich sind.
Du wirst erstaunt sein, wie mickrig ein halber Meter Jersey ist, wenn du für ein Kind nähen willst, dass aus Größe 98 herausgewachsen ist. Dann ist der Abschnitt womöglich zu klein, um etwas Gescheites draus zu nähen. Und dann sind wir wieder bei: Stoffe für die Schublade. Schade drum. Da nützt auch das beste Kauf-5-zahl-4-Angebot nichts.
Die Macht der Körbchen
An den Kurzwarenständen gibt es oft die Möglichkeit, kleine Körbchen mit all den schönen Dingen zu füllen, die dort im Angebot sind. Wenn du sparen willst, verzichte auf die Körbchen.
Das Prinzip ist nämlich das gleich wie bei den riesigen Einkaufswagen beim Discounter. Du brauchst vielleicht nur ein schönes Schrägband, aber damit das Schrägband nicht so allein ist, hast du am Ende noch 2 Meter rosaroten Spitzenreißverschluss, 10 Knöpfe, anderthalb Meter Gummilitze und fünf verschiedene Webbänder (keines davon passt zu dem just erstandenen Stoff) im Körbchen. Gut für den Händler. Schlecht für's Budget.
Der Ich-zeig-dir-meins-zeig-du-mir-deins-Trick
Wenn du an den Ständen entlangschlenderst, passiert es vielleicht, dass dir ein Stoff besonders ins Auge fällt. Viele Händler erkennen Unentschlossenheit gepaart mit Kaufbereitschaft auf den ersten Blick und rollen fast automatisch ein paar Meter Stoff vom Ballen. Und weil sie sich direkt so viel Mühe gemacht haben, erzeugt das in uns eine Art Schuldgefühl. Wir zücken also das Portemonnaie und kaufen Stoff, den wir in hundert Jahren nicht vernähen würden.
Mach dir also klar: Es ist der Job der Händler, ihr Angebot zu präsentieren. Immerhin wollen sie die Ware loswerden. Besonders gute Angeboten müssen nicht groß beworben werden. Die verkaufen sich wie von selbst.
Wer zu spät kommt
Anders als unser Tipp "Der frühe Vogel" vermuten lässt, sind es nicht immer die ersten, die auf dem Stoffmarkt tolle Schnäppchen machen können. Manchmal sind es in der Tat die Zuspätkommer, die Glück haben. Die Händler sind gegen Ende des Stoffmarkts oft ziemlich strapaziert und haben keine Lust mehr, all diese Ballen von Stoff zurück in die Transporter zu wuchten.
Dann kommt die große Stunde der Langschläfer: Hier lohnt es sich nämlich wirklich, zu verhandeln. Wenn du Glück hast und auf einen besonders großzügigen Händler triffst, kannst du kurz vor Toresschluss noch den ein oder anderen Superschnapp machen!
An Kleingeld denken!
Denk daran, genügend kleinere Scheine einzupacken. Besonders, wenn du ganz früh auf dem Stoffmarkt eintriffst. Kein Händler schätzt es, wenn du zwei Reißverschlüsse mit einem Hundert-Euro-Schein bezahlst. :)
Bedenkzeit zahlt sich aus
Du hast auf dem Stoffmarkt einen besonders schönen Stoff gesehen, kannst dich aber nicht entscheiden, ihn zu kaufen, weil er doch etwas teurer ist? Schreib dir auf, wer den Stoff herstellt - und dann schau mal online, ob du ihn nicht günstiger bekommen kannst. Beschaffenheit und Qualität kennst du ja jetzt. :)
Manchmal ist es einfach gut, eine Nacht drüber zu schlafen, bevor man sich entscheidet.

Wer schreibt, der bleibt!
Notiere dir unbedingt die benötigte Stoffmenge für das geplante Näh-Projekt. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als 10 cm zuwenig! Falls du Kleidung nähen möchtest, solltest du auch vorab herausfinden, wie dehnbar der Stoff sein sollte. Oft ist diese Dehnbarkeit in Prozentzahlen angegeben. Wenn du Glück hast, ist der Stoffhändler gut informiert und kann dir die richtige Stoffart für dein Projekt vorschlagen.
Der Schnipsel-Trick
Super-Tipp aus der Facebook-Nähgruppe von Eva Uschi: "Wenn du einen Kombistoff suchst, nimm dir einen Schnipsel von dem Hauptstoff mit. Bei mehreren Stoffen: Tackere alle auf ein Blatt Papier, um sie schnell griffbereit zu haben!
Das hat mir gut geholfen. Oft gibt es online keine passenden Unistoffe. Manchmal denkt man auch es passt und dann ist es doch ein völlig anderer Farbton und passt irgendwie gar nicht."
Großartig! Danke, liebe Eva Uschi!
Wieviel Stoff kaufen, wenn ich noch nicht weiß, was ich nähen will?
Eine gute und berechtigte Frage!
Also: Es kommt darauf an. Und zwar auf deine Nähgewohnheiten.
- Wenn du jemand bist, der Taschen nähen liebt, dann bist du mit 1 Meter Stoff gut bedient
- Wenn Blusen und Shirts nähen dein Ding ist, kommst du mit 1,5 Meter meist locker hin
- Für Hosen oder zum Kleid nähen sind 2 Meter eine gute Orientierung
Wichtig: Die Stoffe müssen natürlich zum geplanten Projekt passen. Weißt du, welcher Stoff für was geeignet ist?
- Die geplanten Stoffmarkt-Termine findest du hier
- Falls du Patchwork liebst, kannst du auf dieser Seite erfahren, ob es auch Patchwork-Messen in deiner Nähe gibt
- Die aktuellen Termine von Kreativ-Messen, auf denen man auch brandneue Stoffe kaufen kann, findest du hier
- Falls du nach der Jagd auf tolle Stoffe jetzt auch auf die Jagd nach tollen Schnittmustern und Freebooks gehen willst, kannst du mal in meinem Shop schauen
Berichte mir auch gerne von deinen Erlebnissen auf dem Stoffmarkt - ich freue mich auf deine Tipps und Anregungen!
P.S.: Konntest du auf dem Stoffmarkt genau wie ich dem herrlichen Musselin-Stoff nicht widerstehen?
Dann lies doch mal, was man Tolles mit Musselin nähen kann! :)
Happy simple sewing, deine Sabine

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