Nähte reißen

Nähte reißen: Tipps und Tricks für Näh-Fans

von Sabine Schmidt

Nähte reißen: Wenn die Nähte an deiner selbst genähten Kleidung reißen ist das wirklich mehr als ärgerlich. Aber wie kommt das überhaupt? Und was kannst du dagegen tun? Erfahre jetzt, worauf es ankommt!

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nähte an selbst genähter Mode können aus unterschiedlichen Gründen reißen
  • Es kann am Faden oder der Fadenspannung liegen
  • Häufig ist aber auch die Wahl der Nadel oder des Stiches Schuld daran, wenn die Naht sich auflöst
  • Tipps und Tricks gegen reißende Nähte: Verstärken, Nadel und Nähgarn prüfen, Fadenspannung checken

Was tun gegen reißende Nähte?

Ich kann mir kaum etwas Ärgerlicheres vorstellen als wenn die Nähte an meiner liebevoll selbst genähten Kleidung reißen oder sich in der Wäsche auflösen.

Aber genau das berichten viele Näh-Fans. Aus diesem Grund habe ich in diesem Beitrag meine besten Tipps zum Thema „haltbare Nähte“ gesammelt. Und erkläre dir Schritt für Schritt, woran es liegen kann, dass Nähte kaputt gehen. Und was man dagegen tun kann.

Ist dein Nähgarn alt oder schlecht verarbeitet?

Nähte reißen

Auch wenn du zu der Fraktion gehörst, die schlecht Dinge entsorgen kann: Trenne dich von altem oder schlecht verarbeitetem Nähgarn.

Je nachdem, ob das Garn dem Sonnenlicht ausgesetzt war, verliert es an Farbe. Es kann an der Oberfläche ausgebleicht und ein paar Nähstrecken weiter wesentlich dunkler sein.

Aber das eigentliche Problem mit altem Nähgarn: Es verliert mit der Zeit an Elastizität. Wenn du auf dem Stoffmarkt oder auf dem Flohmarkt einen Satz billiges Nähgarn schießt. Oder welches geschenkt bekommst: Mach unbedingt eine Zerreißprobe und schau, ob das Garn auch wirklich stabil ist.

Zum Vergleich kannst du einfach an einem neuen Markengarn ziehen. Wenn sich das Flohmarkt-Garn gut schlägt, kannst du es einsetzen.

nähte reißen

Woran erkennt man minderwertiges Nähgarn?

Neben der geringen Reißfestigkeit erkennst du es daran, dass es eine flusige, fusselige Oberfläche hat. Es ist glanzlos und reißt schnell.

Besonders gut lässt sich schlechtes Garn beim Einfädeln identifizieren: Es spleißt sich an den Enden auf und lässt sich kaum durchs Nadelöhr führen.

Mein Tipp: Verwende neuwertiges und qualitativ hochwertiges Nähgarn, das schön reißfest ist und sich durch eine fest gezwirnte Oberfläche und einen schönen Glanz auszeichnet.

Auf dem Foto siehst du ganz gut den Unterschied: auf der einen Seite das fest verzwirnte Gütermann-Garn mit glänzender Oberfläche, auf der anderen Seite das weniger gut verarbeitete Garn von Buttinette.

Nähte reißen

Passt die Naht zum Stoff?

Nähte können reißen, wenn die Naht nicht zum Stoff passt. Das ist besonders bei elastischen Stoffen problematisch.

Denn der Stoff dehnt sich. Wenn sich die Naht nicht mitdehnt, kann sie schnell reißen.

Gerade im Bereich von Schultern und Säumen kommt Zug auf Stoff und Naht. Unelastische Nähte reißen dann gerne mal.

Mein Tipp: Einen elastischen Stoff solltest du mit einer elastischen Naht nähen.

Ist die Fadenspannung zu hoch?

Nähte reißen

Eine zu hohe Fadenspannung sorgt auch für feste, gespannte Nähte. Das gilt sowohl für die Nähmaschine als auch für die Overlock.

Mein Tipp: Teste die Fadenspannung an einem Probestück. Nähe dafür mit dem verwendeten Stoff mit der geplanten Naht und mit den notwendigen Stofflagen. Mache also alles genauso, wie es beim richtigen Projekt sein wird. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Hast du deine Nähte verstärkt?

nähte reißen

Es gibt ein paar Stoffarten, bei denen drängt es sich praktisch auf, die Nähte zu verstärken.

Zu diesen Stoffen gehören zum Beispiel:

  • Viskose-Jersey
  • Modal
  • Nicki
  • viele Strickstoffe
  • die meisten locker gewirkten Materialien

Hier braucht das Material manchmal besonders im Bereich der Schultern Vestärkung, damit die Naht schön hält.

Mein Tipp: Verwende Nahtband um deinen Nähten eine Extra-Portion Support zu spendieren.

Wie verwendet man Nahtband?

Du kannst das Nahtband einfach im Bereich der Naht bündig aufbügeln.

Lasse anschließend den Stoff vollständig auskühlen. Der Kunststoff des Nahtbandes ist dann fest mit dem Stoff verbunden und klebt nicht an der Nähmaschinennadel.

Jetzt kannst du das Schnittteil wie in der Anleitung beschrieben verarbeiten. Das Nahtband wird einfach in der Naht mit gefasst.

nähte reißen

Auf diese Weise sorgt das Band auch dafür, dass sich z. B. die Nähte von Nicki und Jersey nicht wellen.

Ist die Nadel stumpf oder schartig?

nähte reißen

Abgenutzte, schartige Nadeln können den Faden beschädigen. Und zwar, ohne dass man die schartige Stelle mit bloßem Auge erkennen kann.

Das Ergebnis sind angeritzte, aufgeraute Fäden, die bei Belastung reißen.

Mein Tipp: Denke daran, die Nadeln regelmäßig auszuwechseln. Besonders nach dem Nähen fester Materialien wie Canvas, Softshell oder Kunstleder empfehle ich dir, die Nadel auszutauschen, bevor du etwas Neues beginnst.

Und ja: Das gilt sowohl für die Nähmaschine als auch für die Overlock. 🙂

Nähte verriegelt oder vergessen?

Verriegeln ist nervig? Overlock-Raupen vernähen ist blöd? Das mag sein. Aber es ist absolut notwenig.

Nähte, die nicht verriegelt sind, trennen sich beim Tragen oder Waschen Millimeter für Millimeter auf. Und das sieht nicht nur unschön aus: Es kann dich letztlich auch eine ganze Naht kosten.

Schau dir dazu gerne meinen Beitrag über Tipps & Tricks mit der Overlock an. Darin erkläre ich dir genau, wie man Overlocknähte verriegeln kann. Da gibt es nämlich verschiedene Möglichkeiten. Und alle haben eins gemeinsam: Sie sind ganz schnell gemacht. 🙂

Mein Tipp: Mach das Verriegeln deiner Nähte zu einer guten Angewohnheit. 🙂

nähte reißen

Haben dir diese Tipps weitergeholfen und du hast noch 10 Sekunden Zeit?

Dann stell dir kurz vor, wie sehr ich mich über einen Kommentar von dir freuen würde! 🙂

Happy simple sewing,

deine Sabine

nähte reißen

Häufige Fragen

Warum reißen die Nähte an meiner selbst genähten Kleidung?

Das kann viele Gründe haben: Minderwertiges Nähgarn, zu hohe Fadenspannung, der falsche Stich oder dekfekte Nadeln könenn dazu führen, dass Nähte sich auflösen oder aufribbeln.

Was kann man gegen reißende Nähte tun?

Ein gutes Nähgarn, verstärkte Stoffkanten, neue Nadeln und ein Stich, der zum Stoff passt, können viel bewirken.

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70 Antworten zu „Nähte reißen: Tipps und Tricks für Näh-Fans“

  1. Renate Link

    Danke, liebe Sabine, für den hilfreichen Bericht!
    Nachdem ich schon viel Lehrgeld bezahlt habe, kann ich Dir nur beipflichten, hochwertiges und gut gezwirntes Nähgarn zu verwenden. Kostet halt ein bisschen mehr. Als sparsame Schwäbin habe ich oft genug Garne aus Uromas Mottenkiste verwendet („Des schimmelt doch ned!?!“), das sich aber dann bereits im Nadelöhr aufgeribbelt hat. Da ist der Spaß schnell vorbei.
    🙋🏼‍♀️ LG Renate.

    1. Da hast du absolut recht, liebe Renate!

  2. Iris mekler

    Hilft mir bei meinem Projekt, die Nähte stabil zu machen

  3. Lena

    Coole Tips, vielen Dank. Jetztwird der selbst genähte Hundemantel sicher ein Erfolg🤗

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