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Nähen mit Leinen-Stoff: Tipps, Tricks & Infos

Von Sabine
Nähen mit Leinen-Stoff

Nähen mit Leinen-Stoff: Leinen ist ein wunderbar natürliches Material, aus dem sich viele schöne Projekte nähen lassen. Hier kommen meine Tipps zur Verarbeitung von Leinenstoffen!

Leinen los: So verarbeitest du sommerliche Leinen-Stoffe!

Nähen mit Leinen-Stoff

Was ist das Besondere an Leinen-Stoffen?

Leinen ist seit hunderten von Jahren ein beliebtes Material für sommerliche Kleidung, Bett- und Tischwäsche. Aber auch Unterwäsche, Geschirrtücher und andere Textilien für den Haushalt wurden und werden aus Leinen gefertigt.

Leinen ist ein sehr natürliches, nachhaltiges Material, das zu 100% aus Naturfasern besteht. Es fühlt sich kühl und glatt an. Es entwickelt keine Flusen oder “Pilling” wie zum Beispiel Wolle. Und es ist von Natur aus schmutzabweisend und antistatisch. Das heißt, du bekommst keine “fliegenden Haare”, wenn du es trägst.

Traditionell wird Leinen in Leinwandbindung gewebt. Die dadurch entstehende leicht unregelmäßige Struktur ist gut zu erkennen. Sie ist zum Teil auch leichten Unebenheiteiten im Zwirn geschuldet.

Nähen mit Leinen-Stoff

Leinen kann im Verhältnis zu seinem Gewicht sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen und ist deshalb besonders beliebt für sommerliche Kleidung: Es nimmt Schweiß gut auf und gibt die Feuchtigkeit schnell wieder ab.

Das Markenzeichen von Leinenstoffen ist aber ihre Neigung zum Zerknittern. Echter Leinenstoff knittert ganz edel. Das ist gewollt und wird als Zeichen von Natürlichkeit auch im Allgemeinen sehr geschätzt. Bei Schnittmustern, die speziell für Leinenstoffe entwickelt sind, ist diese Stoffeigenschaft bereits “mitgedacht”.

Wer die Knittrigkeit von 100% Leinen nicht so liebt, hat die Möglichkeit, auf Leinen-Mischgewebe zurückzugreifen. Eine gute Alternative sind Viskose-Leinen- oder Leinen-Viskose-Mischungen (je nachdem, wovon mehr enthalten ist!). Sie bringen ebenfalls Kühle und Natürlichkeit mit, neigen aber wegen des Viskose-Anteils weniger zum Zerknittern. Statt dessen zeigen sie einen schönen, schmeichelnden Fall.

Leinen ist ein hochwertiges Material, das sich auch für kunstvolle und dekorative Stoff-Designs eignet. Zum Beispiel für einen Ton-in-Ton ausgeführten Druck im Asia-Stil oder im französchichen Toile de Jouy-Design, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfunden wurde. Das Besondere an den Toile de Jouy, den Stoffen aus dem kleinen Ort Jouy-en-Josas in der Nähe von Versailles, war der Druck mit Kupferplatten: In zarten Blau- und Rot-Tönen gehalten spielen ländliche Szenen auf dem in Naturweiß gehaltenen Grund. Heute sind die Toile de Jouy meist aus Baumwolle gewebt.

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Woraus bestehen Leinen-Stoffe?

Reinleinen besteht aus 100% Zellulose, die aus Flachs gewonnen wird. Damit ist Leinen eine Naturfaser, die schon seit vielen hundert Jahren zur Herstellung von Kleidung verwendet wird.

Halbleinen bezeichnet eine Mischung aus Leinen und Baumwolle, wobei der Leinen-Anteil bei mindestens 40% liegen muss. Bei fertig gekaufter Kleidung weist ein Leinensiegel die Zusammensetzung des Materials aus.

Im Handel sind Leinenstoffe in vielen Material-Mischungen zu finden. Damit kannst du je nach Projekt immer den passenden Leinenstoff auswählen.

Warum ist Leinen umweltfreundlich?

In seiner reinen Form ist Leinen Natur pur, nämlich 100% natürliche Flachs-Fasern. Diese sind zu 100% biologisch abbaubar.

Verglichen mit Baumwolle kommen beim Anbau von Flachs wesentlich weniger Pestizide zum Einsatz. Zudem wird weniger Wasser benötigt.

In diesem Sinne ist Leinen ein sehr umwelt-verträgliches Material. Wenn du dir 100%ig sicher sein möchtest, dass dein Stoff schadstoffgeprüft ist (auch Stofffarben können schädliche Substanzen enthalten!), solltest du Bio-Leinen den Vorzug geben.

Welche Eigenschaften haben Leinenstoffe?

Da reines Leinen oft sehr knitteranfällig und auch nicht immer leicht zu verarbeiten ist, gibt es inzwischen Leinen-Mischungen, die sich oftmal besser verarbeiten lassen und nicht so zum knittern neigen.

Hier sind zum Beispiel Leinen-Viskose-Stoffe oder auch Leinen-Baumwoll-Mischungen, die einen schönen Fall und eine leichtere Verarbeitung versprechen.

In der Modebranche gibt es inzwischen auch schöne Leinen-Schurwoll-Mischungen, die jedoch sehr selten im Stoffhandel erhältlich sind.

Warum ist Leinen so hautfreundlich?

Leinen sorgt dafür, dass das Hautklima ganz natürlich funktionieren kann. Die Flachs-Fasern sind in der Lage, große Mengen an Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne sich nass anzufühlen. Zudem trocknet das Gewebe besonders schnell, weil es die aufgenommene Feuchtigkeit schnell wieder abgibt.

Leinen-Kleidung verursacht also keinen Hitzestau und sorgt dafür, dass die Haut immer gut belüftet ist. Leinenstoffe sind von Natur aus antibakteriell und geben wenig Staub ab. Das macht sie zu einem idealen Material für Allergiker.

Beim Anbau von Leinen kommen wenig Pestizide zum Einsatz, deshalb ist Leinen auch für Kinder- und Babykleidung gut geeignet.

Muss man Leinen vor dem Vernähen waschen?

Unbedingt! Leinen neigt zum Einlaufen. Man nennt das auch “Krumpf”. In guten Stoffgeschäften enthält die Produktbeschreibung auch eine Angabe dazu, wieviel Prozent der Stoff beim Waschen einlaufen wird.

Nach dem Trocknen sollte das Leinen sorgfältig und mit Dampf auf Leinenstufe gebügelt werden.

Es gibt auch vorgewaschenes Leinen, das sich durch besonders weichen Fall auszeichnet. Leider findet man es in den Shops nur selten.

Was ist Rohleinen?

Rohleinen ist grob gewebtes Leinen mit fester, körniger Struktur. Es besitzt die natürliche Flachs-Farbe, die ein wenig an Asch-Blond erinnert und besteht aus 100% Flachsfasern. Weil Rohleinen noch nicht vorbehandelt wurde, beträgt der Krumpf oft bis zu 10%.

Rohleinen ist ein ideales Material für Bett- und Tischwäsche und bringt einen schönen landlichen Look mit!

Was ist Bauernleinen?

Bauernleinen besteht aus 100% Flachsfasern, ist aber etwas ungleichmäßig gewebt. Das Gewebe ist besonders kräftig und wird gerne für Tischwäsche, Servietten oder im Küchenbereich eingesetzt.

Nähen mit Leinen-Stoff

Was ist Bäckerleinen?

Ein besonders fest gewebtes ungefärbtes Leintuch, das in Backstuben zum Einsatz kommt. Dort wird das Bäckerleinen zum Beispiel als Gärtuch oder Teigtuch verwendet, weil durch die Eigenschaften des Stoffes Teige nicht daran haften bleiben.

Das schwere Bäckerleinen, auch Backleinen genannt, ist für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Bäcker schätzen es, weil es die obere Teigschicht intakt lässt, wenn der Teig bewegt wird.

Was ist Käseleinen?

Käseleinen ist ein feiner aber fest gewebter Stoff, der für die Herstellung von Käse verwendet wird: Du kannst ihn zum Seihen oder Passieren von Lebensmitteln verwenden.

Meist besteht Käseleinen gar nicht wirklich aus Leinen sondern wird aus Baumwolle gefertigt.

Wie pflegt und wäscht man Leinen-Stoffe?

Grundsätzlich sind Leinenstoffe kochfest. Das ist besonders für weißes oder naturfarbenes Leinen, das im Küchen- oder Haushaltsbereich eingesetzt wird, sehr praktisch.

Allerdings sind heutzutage viele Leinenstoffe veredelt und vertragen Kochwäsche nicht so gut. Meist genügt es, sie bei 30 bis 40 Grad zu waschen.

Bevor das Leinen in die Waschmaschine wandert, solltest du die Schnittkanten mit einem Versäuberungsstich abnähen. Sonst sieht der Stoff nach dem Waschen womöglich so aus:

Nähen mit Leinen-Stoff

Trocknen kann Leinen am besten ganz einfach auf der Wäscheleine. Vor dem Aufhängen sollte es in Form gezogen werden. Kleidungsstücke können auch prima direkt auf Kleiderbügeln getrocknet werden.

Leinen kann auf Leinen-Stufe mit Dampf gebügelt werden. Sehr gut funktioniert es auch ohne Dampf, wenn der Stoff noch eine Rest-Feuchtigkeit hat.

Heißer Tipp meiner Oma: Leinenstoffe trocknen gerade im Sommer blitzschnell. Um das Leinen zu bügeln hat meine Oma immer eine Sprühflasche mit Wasser (gerne mit einem Tropfen Lavendel) parat gehabt. Das macht das härteste Leinen gefügig!

Nähen mit Leinen-Stoff

Worauf muss man beim Zuschnitt von Leinen achten?

Es ist unbedingt empfehlenswert, mit einer scharfen Schere oder einem Rollschneider zuzuschneiden: Leinen franst stark aus! Um dem Vorzubeugen kannst du auch die Schnittkanten direkt nach Zuschnitt mit einem Versäuberungsstich oder mit der Overlock versäubern.

Eine sehr gute Idee ist es meiner Erfahrung nach, Leinen mit einer Titanklinge zuzuschneiden. Titanklingen sind sehr hart und extrem scharf.

Du kannst vor dem Zuschnitt auch prüfen, wie stark dein Stoff zum Ausfransen neigt.

Zupfe dafür ein paar Fäden aus der Schnittkante. Geht das ganz leicht, dann kannst du den Stoff auch prima direkt mit einem mit einer Zacken-Klinge ausgerüsteten Rollschneider zuschneiden. Mit dieser Methode habe ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht.

Nähen mit Leinen-Stoff

Achte bei Leinen auf den Fadenlauf: Wenn du dich nicht daran hältst, kann sich das fertig genähte Kleidungsstück verziehen.

Falls das gewählte Schnittmuster keine extra-breite Nahtzugabe für die Leinenverarbeitung mitbringt, solltest du daran denken, eine ca. 1,5 cm breite Nahtzugabe für Kappnähte oder Französische Nähte einzuplanen.

Wo kann man Leinenstoffe kaufen?

Da es bei Leinen sehr große Qualitätsunterschiede geben kann, kaufe ich meine Leinenstoffe gerne dort, wo ich die Qualität schon kenne. Ich kann die Leinenstoffe von Hemmers empfehlen: Ich habe sie schon zu Dutzenden vernäht und war mit dem Ergebnis immer sehr zufrieden!

Wie markiert man Leinen-Stoffe?

Leinen hat manchmal die Eigenart, sich die Markierungen, die man mit Textilmarkern setzt, zu “merken”. Solltest du Markierungen vom Schnittmuster auf den Stoff übertragen wollen, solltest du das nach Möglichkeit nur auf der linken Stoffseite und auch dann nur innerhalb der Nahtzugabe tun.

Grundsätzlich rate ich dazu, eher mit Stecknadeln oder Stoffclips zu markieren.

Auch auf Knipse solltest du verzichten, weil der Stoff ausfransen könnte.

Mit welchem Stich und welcher Stichlänge näht man Leinen?

Nähe Leinen mit einem Geradstich von 2,5 bis 3,5 Millimetern. Auch ein Zickzack- oder ein Overlockstich sind sehr gut geeignet.

Grundsätzlich kannst du alle Schnittteile auch vor dem Vernähen mit der Overlock versäubern.

Nähen mit Leinen-Stoff

Leinenstoffe vernähen: Welches Garn eignet sich?

Perfekt geeignet ist ein normales Allesnäher aus Polyester. Das macht bei Leinenstoffen schöne stabile Nähte.

Wenn du “Natur pur” möchtest, kannst du Leinenstoffe auch mit Nähgarn aus Baumwolle nähen. Auch hierbei sind die Baumwollgarne von Gütermann aus meiner Sicht qualitativ kaum zu toppen. In den USA habe ich auch die von Mettler kennen und schätzen gelernt.

Welche Nähmaschinen-Nadeln sind geeignet?

Feinen Leinenstoff kannst du prima mit 70er – 80er Universalnadeln nähen. Für grobes Bauernleinen kann auch mal eine Nadelstärke von 90 notwendig sein. Das solltest du im Einzelfall an einem Probestück testen.

Geeignete Schnittmuster für Leinen

Kleidungs-Schnittmuster, die sich für die Verarbeitung von Leinenstoffen eignen, sind meist lässig geschnitten. Meine Hose Magenta im Marlene-Stil ist ein Beispiel für eine lässige Hose, die sich toll aus Leinenstoffen nähen lässt.

Hose nähen für große Größen

Leinen ist auch toll für weite, kühlende Sommerblusen. Zum Beispiel für meine Bluse FAYE, die viel Luft an die Haut lässt und dich trotzdem schick und angezogen aussehen lässt!

Hier siehst du FAYE aus reinem Leinen in einem schön melierten Anthrazit-Ton:

Bluse nähen für große Größen

Natürlich lassen sich aus Leinenstoffen auch wunderbar Taschen, Deko und Accessoires für dein Zuhause herstellen. Kissenhüllen aus Leinen sind zum Beispiel eine ganz tolle Idee!

Nähte von Leinenstoffen reißen: Was tun?

Manchmal berichten mir Blog-Leser davon, dass die Nähte ihrer aus Leinen genähten Kleidungsstücke reißen. Oder vielmehr: Dass der Stoff direkt neben der Naht sich aufdehnt und ausfranst. Und fragen, was man da tun kann.

Wichtig ist, die richtige Naht für das jeweilige Projekt zu wählen. Leinen-Nähte brauchen besondere Aufmerksamkeit.

In den folgenden Abschnitten zeige ich dir, wie du Leinen sauber nähen kannst.

Welche Nähte eignen sich für Leinen-Stoffe?

Du kannst Leinen zum Beispiel mit Kappnähten, wie du sie von Jeanshosen kennst, verarbeiten. Aber auch Französische Nähte sind sehr gut für Leinenstoffe geeignet.

Leinenstoff nähen mit einer Französischen Naht

Für die Französische Naht solltest du etwas mehr Nahtzugabe einberechnen als den üblichen Zentimeter. Ich gebe für Französische Nähte immer mindestens 1,5 cm zu.

Nähen mit Leinen-Stoff

Lege die Stoffteile links auf links bündig aufeinander und stecke sie zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff

Nähe die Stoffkante mit einem Geradstich 5 – 6 Millimeter von der Stoffkante entfernt zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff

Schneide die Nahtzugaben bis auf 3 Millimeter zurück und bügle sie auseinander.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Falte den Stoff jetzt rechts auf rechts. Die Naht soll genau im Bruch liegen.

Nähen mit Leinen-Stoff

Steppe die Naht jetzt 1 cm von der Naht entfernt mit einem Geradstich ab.

Nähen mit Leinen-Stoff

Leinenstoff nähen mit einer Kappnaht

Hinweis: Rechne hier mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm!

Stecke beide Stoffteile rechts auf rechts zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Nähe sie mit einem Geradstich 1,5 cm von der Stoffkante entfernt zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Schneide eine der Nahtzugaben bis auf 5 – 6 mm zurück, die andere bleibt bei 1,5 cm.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoffen-Stoff

Falte die breite Nahtzugabe über die schmale.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Falte dann beide noch ein zweites Mal um. Das geht sehr gut, indem du die Nahtzugabe umbügelst.

Nähen mit Leinen-Stoff

Steppe die Nahtzugaben von rechts parallel zur ersten Naht mit einem Geradstich ab.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Leinenstoff nähen mit einer falschen Kappnaht

Eine falsche Kappnaht ist ebenfalls schnell gemacht.

Auch hier solltest du mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm rechnen.

Lege die beiden Stoffteile rechts auf rechts zusammen..

Nähe sie mit einem Geradstich 1,5 cm von der Kante entfernt zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff

Nähe die Nahtzugaben mit einer Overlock- oder Versäuberungsnaht zusammen.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Bügle die Nahtzugaben zu einer seite und steppe sie entweder von rechts oder von links mit einem Geradstich fest.

Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff
Nähen mit Leinen-Stoff

Vlies & Co.: Wie kann man Leinen-Stoffe verstärken?

Beim Verstärken von Leinenstoffen kommt es darauf an, für welches Projekt der Stoff gedacht ist.

Leinenstoffe für Taschen und Täschchen lassen sich sehr gut mit Vliesline H630 oder H250 verstärken. Genauso wie andere Webstoffe.

Wenn du z. B. Belege von Blusen oder Tuniken verstärken möchtest, solltest du eine leichte, eher elastische Einlage verwenden. Für meine Schnitte verwende ich gerne Vlieseline G785. Sie ist toll für Belege, die zwar stabil, gleichzeitig aber flexibel sind. Es gibt sie in Schwarz und Weiß.

Ist der Stoff, den du verstärken möchtest, etwas fester oder der Schnitt verlangt nach etwas mehr Halt, kannst du Baumwoll-Einlage G700 verwenden. Sie eignet sich auch als Verstärkung von Jackenaufschlägen, Pattentaschen oder Krägen.

Beide Einlagen sollten nicht bei mehr als 40° Grad gewaschen werden.

Wenn dein fertig genähtes Teil bei höheren Temperaturen gewaschen werden soll, kannst du als Einlage Vlieseline F220 einsetzen. Sie besteht aus Polyester und ist bis 60° Grad waschbar.

Nähen mit Leinen-Stoff

Haben dir meine Tipps zum Nähen mit Leinen-Stoff weitergeholfen?

Schreib mir gerne etwas in den Kommentaren!

Happy simple sewing,

deine Sabine

Nähen mit Leinen-Stoff

Die häufigsten Fragen auf einen Blick beantwortet

Wie verhindert man, dass Leinen-Nähte reißen?

Oft ist es gar nicht die Naht selbst sondern das umliegende Gewebe, dass sich aufdehnt und löchrig wird. Wichtig ist, einen Schnitt zu wählen, der sich für Leinenstoffe eignet. Und die Nahtverarbeitung entsprechend anpasst, zum Beispiel mit einer Kappnaht oder einer französischen Naht.

Wie schneidet man Leinen-Stoffe zu?

Entweder mit einer scharfen Schere oder einem Rollschneider mit neuer, scharfer Klinge. Sehr gut eignet sich auch ein Rollschneider mit Zackenklinge. Er verhindert gleichzeitig auch das Ausfransen der Schnittkanten.

Mit welcher Nadel kann man Leinen-Stoff nähen?

Je nach Dicke des gewählten Stoffes ist eine Universalnadel zwischen 70 und 90 eine gute Idee!

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26 Kommentare

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26 Kommentare

Christa Rentsch 18. Mai 2020 - 15:54

Hallo Sabine
Erst mal ein riesiges Dankeschön für den Leinen Beitrag.
Ich wohne in der Schweiz und fand dich auf Pinterest und ich bin sehr glücklich darüber. Ich hab immer etwa genäht kleine Sachen und natürlich geflickt. Mit drei Kindern staute sich immer etwas an. Nun aber habe ich ehrgeizigere Ziele, nämlich: Ich bin ein grosser Fan vom Viktorianischen Kleider Stil. Angesteckt wurde ich durch die spanische Serie auf Netflix die da heisst: Grandhotel. Im Rückblick meines Lebens bin ich unwissentlich schon mit diesem Stil eng in Kontakt gekommen: Mein Hochzeitskleid war genau viktorianisch. Es war dieses Kleid, das mich am besten schmückte – ich wollte eigentlich ein anderes…. Nun ist es einfach,an Schnittmuster per Internet zu gelangen. Und ich fand zwei Jupes die auch in unsere Zeit passen und einfach zeitlos schön und elegant sind. Von meiner verstorbenen Schwiegermutter fand ich beim Auflösen der Wohnung grosse Mengen an Spitzen aller Art…. und eben eine Rolle mit etlichen Metern Leinen um Geschirrtücher zu nähen. Nein, daraus wird nun nichts, da ich mein erstes Jupe daraus nähen werde. Der Stoff ist schon gewaschen und dementsprechend auch eingelaufen. Nun werde ich mehr zusammensetzen müssen was mir nichts ausmacht. Übrigens ,auch Danke für die praktische Liste mit dem nötigen Zubehör fürs Nähen. Einiges davon habe ich direkt bestellt.
À propos: Nählexikon: Ich habe das Nähbuch von TOPP und denke ,damit schon recht gut bedient zu sein. Was denkst du? Oder ist das Nählexikon noch in anderer Weise nützlich?
Nun kommen meine zwei Ferienwochen und das Abendteuer wird beginnen, sicher auch mit einigen Problemen…..
Ich bin 61 Jahre alt von Beruf Hebamme, nun noch etwas Teilzeit in Spitex und Behinderten Betreuung tätig.Ich möchte in drei Jahren bei der Pensionierung schon „eingenäht“ sein, darum nun der Start auf einer neuen Bernina.
Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit die ich beansprucht habe und ganz liebe Grüsse
Christa Rentsch

Antworten
Sabine 18. Mai 2020 - 17:31

Hallo Christa, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
Die Nähbücher von Topp sind ja generell echt gut.
Wichtig ist, dass du etwas findest, was deinen Bedürfnissen entspricht. 😉

Antworten
Mona 18. Mai 2020 - 13:26

Toller Beitrag!!! Mir wurde geraten Leinen heiß vorzuwaschen, sollte man das? Und wie heiß sollte es dann sein?

Antworten
Sabine 18. Mai 2020 - 17:32

Hallo Mona, hier macht es aus meiner Sicht Sinn, die Pflegehinweise des Herstellers zu befolgen. 🙂

Antworten
Ingeborg Groll 14. Mai 2020 - 18:44

Ich vermisse den Hinweis, dass man gerade aus gröberem Leinen sehr lässige Jacken, Blazer oder Mäntel nähen kann!

Antworten
Sabine 15. Mai 2020 - 6:54

Guter Hinweis, Ingeborg! Danke. 🙂

Antworten
Doris 16. Mai 2020 - 9:56

Hallöchen,
ich denke, dass jeder weiß, was er aus den einzelnen Leinenstoffen machen kann/möchte. Da muss man sicher nicht noch extra drauf hinweisen.

Antworten
Sabine 16. Mai 2020 - 9:57

😉

Antworten
Doris Ritter 14. Mai 2020 - 14:28

Liebe Sabine, wie immer, ein toller Artikel. Ich möchte aber noch bemerken, dass es besser ist, wenn man Leinen nicht schleudert, weil sonst die Fasern brechen. Diese Knitter lassen sich dann selbst beim bügeln leider nicht mehr entfernen (auch wenn sehr nass gebügelt wird). Das weiß ich aus leidvoller Erfahrung mit meinen selbstgestickten Leinentischdecken. Also immer schön tropfnass aufhängen.

Antworten
Sabine 15. Mai 2020 - 6:55

Super Hinweis, Doris! Danke dir!

Antworten
Kordula 14. Mai 2020 - 11:21

Vielen Dank für die Tipps, Sabine! Richtig schöne Leinenstoffe habe ich bei Anita Pavani (Naturstoff.de) gefunden. Allerdings auch nicht ganz günstig.

Antworten
Sabine 15. Mai 2020 - 7:01

Danke für den Tipp, schau ich mir mal an!

Antworten
Susan Koller 14. Mai 2020 - 8:01

Hab vielen Dank Sabine,
das war wie immer sehr interessant und lehrreich. Deine Stoffquelle “Hemmers” ist auch für mich eine gute Quelle. Ich nehme meinst Leinenviskose und bin happy damit. Zu den Kapp- und Franz.-Nähten habe ich noch eine Frage. Das geht bei einem Hosenbein aber nur einseitig, oder? Wenn ja, danach nähst du die andere Seite mit normaler Naht?
Hab vielen Dank, denn es ist alles ausführlich geklärt und ich habe nur diese Frage.
Liebe Grüsse Susan

Antworten
Sabine 15. Mai 2020 - 7:03

Hallo Susan, genau so mache ich das: Eine Kappnaht, eine “normale”.
Ist bei vielen Jeans ja auch so. 🙂

Antworten
Jonna 13. Mai 2020 - 22:30

Ich habe gelernt, dass es Leinenstoff gut tut wenn er vor dem Waschen ausreichend gewässert wird. So können die Fasern in Ruhe aufquellen und das Gewebe bleibt länger glatt und schön. Also abends die Leinensachen einweichen ( kaltes Wasser) und dann am nächsten Tag erst in die Waschmaschine.

Antworten
Sabine 14. Mai 2020 - 6:53

Das ist ja mal ein interessanter Tipp, Jonna!
Werde ich ganz bald mal testen. Danke dir!

Antworten
Karin 13. Mai 2020 - 21:10

Wie immer sehr informativ. Schön, dass man diese praktischen Tipps sofort umsetzen kann. Danke für deine Mühe.

Antworten
Sabine 14. Mai 2020 - 6:55

Sehr gerne, Karin! (Ist auch keine Mühe, macht mir ja Spaß…) 🙂

Antworten
Carmen Cziezeit 13. Mai 2020 - 20:10

Danke für den Blog. Habe mir gerade Viskose-Leinenstoff gekauft und möchte FAYE (mein absolutes must have)nähen. Deine Tipps kamen gerade zur rechten Zeit. Danke für dein Engagement. LG Carmen

Antworten
Sabine 13. Mai 2020 - 20:13

Immer wieder gerne, Carmen!

Antworten
Doris Lotz 13. Mai 2020 - 19:42

Vielen Dank für diese echt leicht zu verstehenden Tipps.
Ich möchte mir in diesem Jahr eine Leinenhose nähen. Bisher habe ich mich noch nicht daran gewagt. Aber jetzt traue ich es mir zu.
LG Doris

Antworten
Sabine 13. Mai 2020 - 19:46

Sehr cool, liebe Doris! Dann viel Spaß beim Ausprobieren!

Antworten
Astrid Schmitz-Carta 31. März 2020 - 10:16

Vielen Dank für so viel Hingabe und vermittelnde Freude am Nähen!
Obschon ich Einiges weiß, bemerke ich immer wieder, dass ich oft doch ein wenig Schützenhilfe brauche.

Antworten
Sabine 31. März 2020 - 14:23

Hallo Astrid,
geht mir doch auch nicht anders: ich lerne auch immer noch dazu.
Das ist ja das Coole an diesem Hobby! 🙂

Antworten
Garnet van den Berg 13. Mai 2020 - 19:21

Ein toller Beitrag über einen tollen Stoff. Danke für die vielen Tipps zur Pflege und Verarbeitung.

Antworten
Sabine 13. Mai 2020 - 19:34

Sehr gerne, Garnet! 🙂

Antworten

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