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Näh-Glück total: Tipps & Tricks

Von Sabine
Näh-Glück total: Tipps & Tricks - SewSimple.de

Hier kommen ein paar praktische Näh-Tipps für Anfänger – bei denen auch fortgeschrittene Näh-Fans noch was lernen können. 


Beim Nähen geht’s natürlich nicht immer und nur um tolle Ergebnisse. Das wichtigste ist vielleicht der Moment des Kreativ-Seins. Das Sich-Hineingeben in das bearbeitete Projekt – the zen of sewing, sozusagen. 😉

Damit das klappen kann, haben ich hier ein paar erprobte Näh-Tipps & Tricks für dich!

Übrigens: Hier findest du meinen Beitrag zu den ungewöhnlichsten Nähzutaten!

🙂


Wasser, Dampf & Hitze

Überall kann man lesen, dass Stoffe vor dem Nähen gewaschen werden sollen, um späteres Einlaufen zu verhindern. Bei größeren Kleidungsstücken, Kleidern, Hosen, Blusen ist das natürlich notwendig, damit das auf den Leib geschneiderte Stück auch nach der ersten Wäsche noch passt.

Wenn du aber kleinere Dinge aus Baumwollstoff nähen willst, genügt oft auch einfaches Dampfbügeln. Bei Baumwollstoffen verursacht das Waschen oft unschöne Dauerfalten, das liegt an der starken Appretur, besonders bei so genannten Dekostoffen. Außerdem fransen die Schnittkanten aus.

Alternativ bügele ich meine Stoffe heiß und mit viel Dampf. Bei manchen Projekten ist der leichte Shrinkle-Effekt sogar erwünscht: Patchwork-Decken beispielsweise sollen ja nicht aussehen wie abgezirkelt sondern als kämen sie direkt aus Grannys Cottage, oder?


Näh-Glück total - Tipps und Tricks


Nähen & Bügeln

Auch wenn es abgedroschen klingt: Wenn laut Anleitung gebügelt werden sollte: Tu es. Bügeln glättet die Fasern, legt die Nähte, wie sie liegen sollten, stabilisiert die Nähkonstruktion und verhindert, dass sich bei der Weiterverarbeitung Fehler einschleichen.

Und wenn du nicht gern bügelst, weil dein Bügelbrett kein schöner Anblick ist: ruckzuck einen neuen Bezug aus deinem Lieblingsstoff nähen. Das hilft.


Der Nudelholz-Trick

Nähte kannst du gut auseinanderbügeln, indem du die Naht über ein Nudelholz oder einen Holzlöffel spannst und dann mit dem heißen Bügeleisen vorsichtig darüber bügelst.


Messen nicht vergessen

Lieber einmal mehr nachmessen als auftrennen. Da sind mir schon Sachen passiert – ich kann dir sagen!


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Der Anti-Rutsch-Trick

Du kennst das, wenn das tolle Patchwork-Lineal beim Abmessen immer verrutscht? Die Anti-Rutsch-Aufkleber, die im Handel erhältlich sind, sind richtig teuer.

Die Lösung sind Gel-Streifen, wie man sie z.B. für besseren Tragekomfort in High Heels klebt. Die sind durchsichtig, haften gut und halten das Lineal da, wo es ist, ohne zu verkleben.


Die 3. Hand beim Nähen

Beim Auftrennen (s.o.) klemme ich gern einen Zipfel des Stoffs unter den Nähfuß (die Nadel bleibt oben, sonst gibts Löcher im Stoff, wenn Zug drauf kommt). Dann kann ich den Stoff bequem straffen.


Der Pinzetten-Trick

Schaff dir eine gute, ca. 15 cm lange Pinzette an, die vorne leicht geriffelt ist und gut greift.

Damit kannst du beispielsweise Schrägband beim Nähen zurechtzupfen, ohne dir in den Finger zu nähen. Du kannst damit Ecken ausformen, ohne den Stoff zu durchbohren.

Du kannst nach dem Auftrennen Fadenreste aus dem Stoff ziehen ohne einen Krampf im Finger zu bekommen.

Ich benutze eine anatomische Pinzette – die hast du sicher schon in vielen meiner Anleitungen in Aktion gesehen! Bestellen kann man solche Pinzetten günstig bei Amazon.


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Der Fusselrollen-Trick

Hast du eine lange Naht auftrennen müssen und der Stoff ist voller Fadenreste? Die entfernst du ganz schnell und einfach, indem du die Fadenreste mit einer Fusselrolle aufnimmst.


Der OP-Saal-Trick

Ein weiterer Geheimtipp aus der Welt der Medizin sind Arterienklemmen.

Mit ihnen lassen sich – weil sie eine spitze aber nicht ZU spitze “Schnauze” haben, Taschenecken gut ausformen und, was noch wichtiger ist: alles Wendbare wenden. Einfach ein Stückchen Tasche durch die Wendeöffnung greifen, Klemme schließen und ziehen. Funktioniert auch gut bei Taschenhenkeln.

Arterienklemmen bekommst du für wenig Geld bei Amazon.


Der Party-Tischdecken-Trick

Du möchtest ein Schnittmuster abpausen, hast aber keine Lust, viel Geld für teures Spezialpapier auszugeben? Dann versuchs doch mal mit einer Party-Tischdecke.

Die bekommst du rollenweise, sie sind durchsichtig genug, um das Abpausen zu ermöglichen, sie lassen sich gut mit Nadel auf dem Stoff befestigen und sind gleichzeitig stabil und flexibel, sodass du das fertige Schnittmuster im Anschluss zusammenlegen und wiederverwenden kannst. Falten bügelst du einfach raus.


Der Scharfmacher-Trick

Scharfe, präzise schneidende Scheren machen einen wesentlichen Teil des Näh-Glücks aus.

Bitte benutze die Schere nur für Stoff, niemals zum Beispiel zum Ausschneiden von Schnittmustern oder Ähnlichem.

Scheren schärfen ist ganz einfach: Ein großes Stück Alufolie ein paarmal falten und mit der Schere zerschneiden. Et voilá! Sie ist wieder scharf.

Früher waren in den Dörfern und Städten oft die Scherenschleifer unterwegs – heute muss man das selber machen. Ein Alternative zur Stahlwolle sind Messerschärfer mit spezieller Scheren-Funktion. Ich habe mir vor einiger Zeit diesen hier angeschafft und finde ihn sehr praktisch – manchmal reicht Alufolie eben nicht mehr aus… 😉

Aber Vorsicht: Die Klinge muss ganz gerade durch den Schärfer gezogen werden, damit sie ihre Form behält!


Der Stahlwolle-Trick

Stumpfe Stecknadeln werden wieder spitz, wenn du dein Nadelkissen statt mit Bastelwatte mit Stahlwolle füllst.

Dann schärfen sich die Nadeln beim Einstecken von selbst.


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Der Einfädel-Trick

Ziehe das Fadenende, das du einfädeln willst, zuvor durch ein wenig mit Labello oder Kerzenwachs eingefettete Finger. Dann zwirbelt er sich nicht auf und lässt sich viel besser durch das Nadelöhr führen.

Jetzt noch das Nadelöhr von hinten ein wenig befeuchten – und geschickt einfädeln! 😉


Der Reißverschluss-Trick

Wenn du Reißverschlüsse vor dem Einnähen mit Dampf bügelst, schrumpfen sie nicht bei der ersten Wäsche (das erzeugt hässliche Falten und verkürzt das Kleidungsstück dadurch).

Wichtig: Der Reißverschluss darf erst nach dem Dampfbügeln auf die gewünscht Größe gekürzt werden, da er beim Bügeln einläuft.



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Fadenlauf beachten

Wenn du Nähte von Hand machen willst, gleitet der Faden viel besser durch den Stoff, wenn du folgenden Tipp beachtest:

Fädele das Fadenende ein, lass aber die Garnspule aufrecht stehen. Faden durchziehen und erst dann abschneiden. So fädelst du ihn nicht “gegen den Strich” ein.


SnapPap-Dompteuse

Du liebst veganes Leder, hasst aber den Moment, wo du dein selbstgenähtes Modell aus SnapPap wenden musst?

Versuch einmal, die Ecken bis zur Naht einzuschneiden (nicht die Naht berühren!) und dann das SnapPap ein wenig anzufeuchten. Lass das Wasser ein paar Minuten einwirken, evtl. wiederholen und dann wenden und die Ecken gut ausformen.


Der Tonnen-Trick

Hebst du auch verdorbene Näh-Projekte in der Hoffnung auf, sie später mal retten zu können?

Unsinn.

Irgendwann gefällt dir der Stoff nicht mehr, das Kind ist inzwischen um 3 Kleidergrößen gewachsen – und wenn du drüber nachdenkst, wieviel du auftrennen müsstest, um den Stoff nochmal verwenden zu können, wird dir sowieso ganz schwummerig?

Weg damit.

Schiefgegangene Projekte verhindern, dass du dich weiterentwickelst und sie binden Negativ-Näh-Energie, weil sie dich immer dran erinnern, wie es hätte sein können.

Also klopp sie in die Tonne und widme dich deinem neuen kreativen Lieblingsprojekt!


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Happy simple sewing,

deine Sabine


P.S.: Hier findest du noch mehr Ideen zum Thema „Nähen für Anfänger“.


P. P. S.: Lust auf noch mehr coole Nähgeheimnisse?

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2 Kommentare

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2 Kommentare

sh 8. Februar 2020 - 11:34

Hallo Sabine,
vielen Dank für die tollen Tipps??
Wie lang ist denn Deine anatomische Pinzette?
Vielen Dank und liebe Grüße, Stela.
PS: Habe vor ein paar Tagen einen Mutterpasshülle nach Deiner Anleitung genäht, über die sich meine Freundin sehr gefreut hat.

Antworten
Sabine 8. Februar 2020 - 15:27

Hallo!
Meine anatomische Pinzette ist 14 cm lang! Das ist für’s Nähen echt ideal!
Toll, dass die Mutterpasshülle gut gelungen ist. 🙂

Antworten

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